Er stand gegen diverse Superstars auf dem Platz aber ein herrliches Tor des Holländers Cruyff ging in die Geschichte ein – spaltete berühmte Gemüter in Dortmund.

Dortmund

, 15.07.2018 / Lesedauer: 2 min

Das spektakulärste Spiel der WM 1974 fand in Dortmund statt: Holland gegen Brasilien. Ein sogenanntes Halbfinale, denn der Sieger bestritt das Endspiel gegen Deutschland. Brasilien war amtierender Weltmeister und kam mit Rivelino, Jairzinho und vielen anderen Superstars.

Ein Holländer dominierte die brasilianischen Superstars

Der Dominator auf dem Feld allerdings war Holländer und hieß Johan Cruyff. Er sorgte dafür, dass seine Elf die Basis regelrecht schwindlig spielte und schoss so ganz nebenbei auch noch das wohl schönste WM-Tor der bislang zehn Dortmunder WM-Spiele.

Hollands Torhüter Jongbloed spielte am eigenen Strafraum König Johan an. Der passte nach links, es folgte eine kleine Ballstafette hin zu Linksaußen Rensenbrink, der fast bis zur gegnerischen Grundlinie durchsprintete. Seine Flanke erreichte der große Johan, der mittlerweile im Eiltempo in den brasilianischen Strafraum gesaust war, im Sprung über gut drei Meter. Der Rest ist Fußball-Geschichte: Volley genommen, zischte das Leder ins Netz. 2:0! Brasilien war geschlagen.

Kissinger am Schlawittchen gepackt

Der prominenteste Gast auf der Ehrentribüne hieß Henry Kissinger, war US-Außenminister und Fußballfan mit Leib und Seele. Neben ihm saß Joao Havelange, Fifa-Präsident und Chef des brasilianischen Fußballverbandes. Als das herrliche Cruyff-Tor fiel, sprang Kissinger auf und applaudierte dem holländischen Fußballgenie stehend.

Das war zu viel für Nachbar Havelange, der das Tor im Gegensatz zu Kissinger voller Entsetzen registriert hatte. Er packte den Friedensnobelpreisträger beim Schlawittchen und setzte ihn wieder auf seinen Platz. Für das falsche Team zu jubeln, das ging gar nicht!

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