Falsches Versprechen der Stadt Dortmund bringt Geschäftsfrau in Not

rnAltenderner Straße

Was viele Derner lange ersehnt haben, führt in Einzelfällen zu existenzbedrohenden Problemen: die Sanierung der Altenderner Straße. Hier die Details eines Härtefalls.

Derne

, 11.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Barbara Skindziel, Inhaberin des Kaufhauses für „Jedermann“ an der Altenderner Straße, hatte sich bereits im Juni 2019 über die langwierige Baustelle vor ihrer Haustür beschwert. Vor ihrer Haustür wird die Altenderner Straße saniert. Sie müsse erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen - vor allem weil die Parkmöglichkeiten vor ihrem Geschäft weggefallen seien.

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Jetzt, vier Monate später, habe sich die Situation kaum verbessert. Im Gegenteil: Barbara Skindziel sagt sogar: Nachdem ein langes Stück der Straße bereits fertiggestellt worden war, wurde es jetzt wieder aufgerissen. Das bestreitet Stadtsprecher Christian Schön. Er sagt: „Die Aussage der Anwohnerin ist falsch. Die beauftragte Firma hat die nördliche Fahrbahn im Bereich Im Schellenkai asphaltiert.“ Anschließend sei auf die südliche Seite in den nächsten Bauabschnitt gewechselt und mit der Aufnahme (Entfernung) der alten Fahrbahn begonnen worden. Schön weiter: „Die Arbeiten erfolgen entsprechend der festgelegten Bauphasen. Lediglich die Abschnitte 3 und 4 wurden in umgekehrter Reihenfolge bearbeitet.“

Falsches Versprechen der Stadt Dortmund bringt Geschäftsfrau in Not

Auf dieser Grafik sind die einzelnen Bauabschnitte für die Sanierung der Altenderner Straße zu erkennen. © Stadt Dortmund

Die vorübergehende Sperrung des Schellenkais - die mittlerweile aufgehoben ist - habe zu einer zusätzlichen Verschärfung der Situation beigetragen, so Barbara Skindziel. Ihr Sozialkaufhaus sei darauf angewiesen, dass Kunden in der Nähe parken können. Sie bieten größere Waren wie Möbelstücke zum Verkauf an oder kaufen welche. Die müssen irgendwie an- und abtransportiert werden. Barbara Skindziel legt ein Schreiben des Tiefbauamtes vom 13. April 2019 vor. Darin heißt es: „Ab ca. Juni 2019 werden die neuen Stellplätze auf der Südseite fertiggestellt sein. Ihre Kunden haben dann dort die Möglichkeit zu parken.“ Das hat sich bis heute, vier Monate später, nicht bewahrheitet.

Stadt lehnt finanzielle Unterstützung ab

Die Geschäftsinhaberin, die mit ihrem Kaufhaus mittlerweile in die roten Zahlen gerutscht ist, hatte bei der Stadt auch um finanzielle Unterstützung gebeten. Das hat die Stadt abgelehnt: „Grundsätzlich kann ein Anlieger Vorteile aus einer Lage der Straße im Rahmen des jeweiligen Gemeingebrauchs erwarten, der ständigem Wandel unterworfen ist.“ Was immer das auch heißen mag. Und weiter: „Er muss u.a. Behinderungen durch Ausbesserungs- und Verbesserungsarbeiten entschädigungslos hinnehmen, solange die Straße als solche und als Verbindungsmittel zum öffentlichen Wegenetz erhalten bleibt.“ Barbara Skindziel versucht weiterhin, über den Geschäftszweig „Haushaltsauflösungen“ den Laden am laufen zu halten.

Unterdessen ist zu sehen - und das sieht auch Barbara Skindziel nicht anders - dass die Altenderner Straße nach Beendigung der Arbeiten wesentlich schöner sein wird als zuvor.

Falsches Versprechen der Stadt Dortmund bringt Geschäftsfrau in Not

In Ansätzen ist bereits zu sehen, wie schön die Altenderner Straße einmal werden kann. © Andreas Schröter

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