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Wie fünf kleine Kisten die Meinolfuskirche fit für die Zukunft machen - Sanierung geplant

rnSt. Meinolfus Wambel

Seit einem Jahr hat die St.-Meinolfus-Kirche fünf ganz besondere Besucher: Fünf kleine Kisten, die aber großen Einfluss darauf haben, wie es der Kirche in Zukunft geht - eine Premiere.

Wambel

, 15.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Schon seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Gemeinde St. Meinolfus in Wambel mit der Sanierung ihres Kirchenschiffes. Bereits vor einigen Jahren wurde die Südfassade saniert.

Jetzt ist die Westseite, die Eingangsseite, an der Reihe: Das Erzbistum Paderborn hat in diesen Tagen grünes Licht gegeben für die geplante Sanierung. Und damit kommen auch die fünf kleinen Kisten wieder ins Spiel: Die Klimalogger, die so ein bisschen aussehen wie mobile Blutdruckmessgeräte, bestimmen inzwischen nun seit fast einem Jahr das Kirchenklima. Die Ergebnisse werden bei der anstehenden Sanierung berücksichtigt. Fünf kleine Geräte - vier in der Kirche, eines außen - zeichnen Feuchtigkeit und Temperatur auf. Der Rechner, der all’ diese Daten aufzeichnet, steht im Pfarrhaus an der Rabenstraße.

Wie fünf kleine Kisten die Meinolfuskirche fit für die Zukunft machen - Sanierung geplant

Die Meinolfus-Gemeinde feiert im Juli ihren 60. Geburtstag. © Britta Linnhof

Zugriff auf diesen Rechner hat Andreas Ahlers von der Fachwerkstatt für Bau- und Kunstdenkmalpflege ars colendi in Paderborn, die zum ersten Mal eine Kirche in Dortmund auf diese Weise ausmisst. Die Werte, die aus Wambel nach Paderborn gelangen, unterscheiden sich deutlich von denen, die Ahlers für gewöhnlich in alten, historischen Kirchen bekommt: Im Gegensatz zu den alten historischen Kirchen hat Meinolfus keine Probleme mit Schimmel. Hier sind die Wände nicht so dick wie in alten Kirchen. Dafür ist es hier schneller kalt und warm. „Dieser Kirchenraum ist sehr sprunghaft“, sagt Ahlers, „alte Kirchen sind träger“. Seit fünf Jahren ist er mit diesen Geräten unterwegs, für gewöhnlich in sehr alten Kirchen. Die Geräte, die derzeit in St. Meinolfus messen, waren zuletzt im Paderborner Dom.

Klimafragen für Kirchen seien in aller Regel eher kein Problem des Heizens in den Kirchen, sondern mehr eine Frage des Lüftens. Das geschehe in der Regel nach Gefühl. Und das ist offenbar nicht immer das richtige. Eine automatisierte Lüftungssteuerung kann da Abhilfe schaffen.

Von der aktuellen Sanierung sind drei Bereiche der Kirche betroffen

Von der aktuell geplanten Sanierung sind drei Bereiche der Kirche betroffen: der große Ziegelbereich über den Türen, die Fenster neben den Türen und der eigentliche Eingangsbereich. „Die Fensterbänder bestehen aus quadratischen Stahlbetonelementen, in die die Glasfenster eingesetzt sind“, sagt Peter Wiesa, geschäftsführendes Kirchenvorstandsmitglied. Die Fenster seien im Laufe der Jahre undicht geworden. Wiesa: „Bei starkem Regen bilden sich im Innern der Kirche Wasserpfützen.“ Der Beton soll nun saniert werden, zusätzlich soll eine vorgesetzte Glasfassade schützen.

Vor allem die Orgel gilt es zu schützen

Die Westseite der Kirche, die „Wetterseite“, hatte dem Kirchenvorstand im Vorfeld das meiste Kopfzerbrechen bereitet: Auf der Innenseite steht die Orgel, die es zu schützen gilt. Es gab mehrere Ideen zur Sanierung der Wand. Die Lösung: „Das Mauerwerk besteht aus zwei eigenständigen Mauern, die hintereinanderstehen“, sagt Peter Wiesa. „Die bautechnischen Untersuchungen haben ergeben, dass es möglich ist, die äußere Schale abzubauen, den Bereich zu sanieren, für eine Dämmung zu sorgen, und anschließend die äußere Schale aus dem gleichen Material wieder aufzubauen.

Wie fünf kleine Kisten die Meinolfuskirche fit für die Zukunft machen - Sanierung geplant

Das Innere der St.-Meinolfus-Gemeinde. Die Gemeinde hofft, dass die Sanierungsmaßnahmen noch in diesem Jahr beginnen können. © Britta Linnhoff

Während man später von der Sanierung der Mauer nichts sehen wird, ist ein weiteres Vorhaben augenfällig: Der Eingangsbereich wird erweitert und so ein Zugang zur Kirche geschaffen, so dass man die Kirche teilweise betreten kann. Peter Wiesa: „Wie die meisten Kirchen ist auch St. Meinolfus außerhalb der Gottesdienste verschlossen. Aus theologischer und pastoraler Sicht ein Unding.“ Das wird sich nun künftig ändern. Wiesa hofft, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen können.

Sanierung St. Meinolfus

Gemeinde feiert 60-jähriges Bestehen

Die Kosten für die Baumaßnahmen liegen nach den letzten Schätzungen bei rund 240.000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 75.000 Euro. Konkrete Angaben zu Bauzeiten gibt es noch nicht. Ob die Arbeiten die Nutzung der Kirche einschränken, ist auch noch offen. Die Meinolfus-Gemeinde feiert in diesem ihr 60-jähriges-Bestehen: am 5., 6. und 7. Juli mit einem Gemeindefest.
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