Wie sicher sind die Beton-Sperren am Weihnachtsmarkt?

Schutz vor Terroranschlägen

2,5 Tonnen schwere Beton-Sperren sollen den Dortmunder Weihnachtsmarkt vor Terroranschlägen schützen. In einem Video auf Youtube ist jedoch zu sehen, wie ein Laster, der Tempo 50 fährt, einen ebenso schweren Betonklotz einfach zur Seite rückt. Wie sicher sind die Dortmunder Sperren also wirklich? Wir haben nachgefragt.

Dortmund

, 22.11.2017, 03:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Reinoldipylon an der Kampstraße stehen die Beton-Sperren schon.

Am Reinoldipylon an der Kampstraße stehen die Beton-Sperren schon. © Stephan Schütze

Solche 2,5-Tonner, wie sie in dem Youtube-Film einfach beiseitegerückt werden, werden seit Montag auch an prekären Stellen im Stadtgebiet aufgestellt. Sie sollen Weihnachtsmarkt-Besucher im Fall der Fälle vor einem heranrasenden PKW oder Laster schützen. Die Redaktion konfrontierte die Städtische Feuerwehr mit dem Video. Wie sicher sind die Beton-Sperren in Dortmund wirklich?

Dortmunder Sperren stehen auf Antirutsch-Matten

Feuerwehr-Sprecher André Lüddecke sagt, „sicher“. Die Poller, die von der Stadt angeschafft worden seien, hätten einen anderen Aufbau als die im Video gezeigten, so Lüddecke. An ihrer Unterseite seien die Blöcke, die in Dortmund aufgestellt würden, mit einer Antirutsch-Matte versehen. Das Tiefbauamt habe die Widerstandsfähigkeit der Beton-Sperren mit einem Radlader getestet, einem weitaus schwereren Gerät, als es das Fahrzeug eines Lastwagens darstelle. Die Sperren hätten sich beim Aufprall des Radlagers keinen Millimeter bewegt.

Die Untersuchungen habe man auch deshalb gemacht, um sicherzustellen, dass keine Kollateralschäden entstehen, sagte Ordnungsdezernentin Diane Jägers auf Nachfrage.

Der Feuerwehr-Sprecher weist noch auf andere Aspekte hin: In der Dortmunder Innenstadt würden mehrere Beton-Sperren hintereinander aufgestellt.

Dortmunder City ist für Laster gesperrt

Falls tatsächlich ein Fahrzeug versuchen sollte, diese Hindernisse zu überwinden, würde dies so viel Lärm erzeugen, dass Fußgänger in der Nähe sofort dadurch alarmiert würden und sich in Sicherheit bringen könnten, so Lüddecke.

So ein Knall würde vor allem die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich ziehen, sagt Diane Jägers, die dann schnell ihre Kräfte zusammenziehen könne.

Beton-Sperren sind mit Tannenbäumen verziert

Innerhalb des Walls sind ab dem Donnerstag (23.11.) bis zum 30. Dezember alle Straßen für Lastwagen von 13 bis 23 Uhr gesperrt. 15 Betonsperren à 2,5 Tonnen mit einem Antirutschboden werden seit Montagabend aufgebaut, außerdem sogenannte Betonleitwände in einer Höhe von 70 Zentimetern. Acht Sperren davon bestehen aus einer Kombination aus Betonblock und „bemannten“ LKW, um schnell Rettungswege schaffen zu können.

Die Sperren werden gelb gestrichen, werden mit einem Tannenbäumchen in der Mitte verziert. Insgesamt 40000 Euro musste die Stadt für die sicherheitsrelevante Anschaffung ausgeben.

Auch am Mittwoch noch werden weitere Beton-Sperrwerke in der Innenstadt aufgestellt. Sperren sollen in der Kleppingstraße, der Hansastraße, der Kampstraße, auf dem Brüderweg und in der Straße Rosenthal stehen.
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