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Wie viel Hund ist im Seniorenheim erlaubt?

Streit vor Gericht

Im Fritz-Heuner-Heim ist ein tierischer Streit ausgebrochen. Um sich einen zweiten Hund anschaffen zu dürfen, ist eine Bewohnerin des Seniorenheims vor das Amtsgericht gezogen.

Dortmund

, 02.02.2018 / Lesedauer: 3 min
Wie viel Hund ist im Seniorenheim erlaubt?

Darf eine Bewohnerin des Fritz-Heuner-Altenzentrums einen zweiten Hund halten oder nicht? Diese Frage beschäftigte am Donnerstag das Amtsgericht. © Stephan Schuetze

Eine Bewohnerin des Fritz-Heuner-Altenzentrums in Barop ist schon seit Jahren auf einen Assistenzhund angewiesen. Nur mithilfe von Balou schafft sie es, ihren Alltag zu meistern. Inzwischen ist das Tier aber schon über fünf Jahre alt. In absehbarer Zeit, so hieß es vor Gericht, werde sich der Assistenzhund selbst auf sein Altenteil zurückziehen müssen.

Aus diesem Grund möchte die Heimbewohnerin schon jetzt mit der Schulung und Ausbildung eines neuen Welpen beginnen. „Sie hat große Angst davor, irgendwann ganz ohne Hund zu sein“, hieß es im Gericht. Und: „Ein Welpe würde sich viel von dem größeren Hund abschauen.“

Mitbewohner-Beschwerde

Viele der übrigen Bewohner des Fritz-Heuner-Heims möchten jedoch nicht noch einen Hund in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Ein fast völlig erblindeter Rentner fürchtet sich davor, irgendwann einmal über eine der Hundeleinen stürzen zu können. „Der Hund liegt immer im Flur, wenn ich nach Hause komme“, sagte der Zeuge. „Auf dem Weg zu meiner Wohnung muss ich dann an ihm vorbei. Aber ich sehe ihn kaum noch und habe immer Angst zu stolpern.“

Der 85-Jährige will sogar schon einmal von Balou heftig angebellt worden sein. „Ich fühlte mich von dem Tier angegriffen“, sagte der Zeuge. „Ich konnte gerade noch eine Wasserkiste, die ich in der Hand hielt, zwischen den Hund und mich stellen.“ Die Hundebesitzerin bestreitet diesen Vorfall jedoch: „Das ist eine Lüge“, sagte sie am Donnerstag vor dem Amtsgericht.

Mehr Entgegenkommen gewünscht

Dass der tierische Streit das Zusammenleben im Fritz-Heuner-Heim belastet, steht auch für einen Hausmeister fest. Der Mann würde sich von der Hundebesitzerin ein bisschen mehr Entgegenkommen wünschen. „Wir haben ihre Sonderwünsche bisher immer hingenommen“, sagte der Zeuge. „Jetzt wäre es an der Zeit, mal etwas zurückzugeben.“

Ein Kompromiss könnte so aussehen, dass die Bewohnerin erst in zwei Jahren einen Welpen anschafft und nach der Schulung des neuen Assistenzhundes Balou in den wohl verdienten Ruhestand schickt. Wie der zuständige Richter am Amtsgericht den Fall bewertet, wird sich Ende Februar zeigen. Dann wird das Urteil verkündet.

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