Wieder mehr Gäste in Dortmunder Hotels - aber die Sorgen bleiben

rnTourismus in der Krise

Die Corona-Pandemie hat den Hotels und Gaststätten in Dortmund stark zugesetzt. Jetzt gibt es wieder mehr Übernachtungsgäste. Doch die Sorgen in der Tourismus-Branche sind immer noch groß.

Dortmund

, 26.09.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jahrelang kannte die „Fieberkurve“ der Hotelübernachtungen in Dortmund nur eine Richtung: nach oben. Doch durch die Corona-Krise wurde das stetige Wachstum jäh gebremst. Zeitweise mussten Hotels sogar ganz schließen. Jetzt geht es langsam wieder aufwärts, wie aktuelle Zahlen zeigen.

Zunächst sind laut dem statistischen Landesamt für Information und Technik NRW im Juli 2020 die Zahlen der Übernachtungen in Dortmund von 130.524 auf 56.916 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das entspricht einem Rückgang von rund 56,4 Prozent.

Weniger Gäste aus dem Ausland

Dabei ist nicht nur die Anzahl der Gäste aus Deutschland von 73.468 auf 29.592 gesunken (-59,7 %), sondern vor allem die Zahl der Gäste aus dem Ausland von 20.338 auf 5.846 Personen (-71,3 %).

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Mit Blick auf die vergangenen Monate geht es aber langsam wieder aufwärts. Die Zahl der Übernachtungen steigt wieder. In Dortmund gab es so im Monatsvergleich ein spürbares Plus - von rund 42.000 Übernachtungen im Juni auf knapp 57.000 im Juli.

„Im März waren wir quasi bei Null“, hatte Sigrun Späte von Dortmund-Tourismus bei der letzten Cityrunde des Oberbürgermeisters rückblickend berichtet. Ihr Fazit: „Die Lage ist nicht rosig und nach wie vor sehr angespannt, aber besser als noch vor einigen Wochen.“

„Es geht nach oben, aber in einer erschreckend niedrigen Dimension“, beschreibt Dortmund-Tourismus-Geschäftsführer Matthias Rothermund die aktuelle Lage. Man sei bei etwa einem Drittel der normalen Auslastung. Was fehle, seien vor allem größere Tagungen, Kongresse und Messen.

Werbekampagne für Dortmund

Dortmund-Tourismus versucht, aktiv gegenzusteuern und wieder Gäste nach Dortmund zu locken. „Wir versuchen, Corona-konforme Formate zu entwickeln“, berichtete Sigrun Späte. 2021 werde eine neue Kampagne für den Geschäftsreise-Tourismus gestartet.

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Dortmund als Freizeitziel versucht man mit der Kampagne „Dolidays“ schmackhaft zu machen. Geworben wird dabei mit Slogans wie „Ruhrwald statt Urwald“ oder „Westfalenpark statt Central Park“. Über Soziale Medien habe man damit schon mehr als eine Million Menschen erreicht, berichtete Sigrun Späte.

Gleichwohl fürchtet sie, dass es noch lange dauern wird bis die Krise überwunden ist. „Wir gehen davon aus, dass sich die Zahlen erst wieder in ein bis zwei Jahren auf das Niveau von 2019 entwickeln“, sagte Sigrun Späte.

Matthias Rothermund ist sogar noch skeptischer. Es sei fraglich, ob man überhaupt wieder auf das alte Niveau komme. „Denn das Reiseverhalten der Menschen hat sich durch Corona verändert“, stellt er fest: „Das macht schon Sorgen.“

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