Wieder Reparaturen an der Schleuse: Dortmunds Hafen erneut ohne Schiffsverkehr

rnLogistik in Dortmund

Dortmunds Hafen wird einmal mehr vom Schiffsverkehr abgeschnitten: Ab Samstag (15. Juni) wird die Henrichenburger Schleuse gesperrt - länger als geplant. Und es kommt noch schmerzhafter.

Dortmund

, 11.06.2019, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hiobsbotschaft erreichte die Dortmunder Hafen AG Anfang 2019. Per E-Mail ließ die Duisburger Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wissen: Die Henrichenburger Schleuse, einziger Zufahrtsweg für Schiffe zum und aus dem Dortmunder Hafen, muss wegen weiterer Reparaturarbeiten 2019 sechs Wochen außer Betrieb genommen werden; vom 15. Juni bis 31. Juli 2019. Und damit zwei Wochen länger, als in der vorherigen Planung vorgesehen war. Nun ist es soweit.

Notbetrieb ab August

Und es kommt noch schmerzhafter für die Hafen AG und die ansässigen Betriebe: Auch nach dem 31. Juli können Schiffe zumindest tagsüber weiterhin nicht geschleust werden. Ab 1. August 2019 läuft die Schleuse für zwei Monate nur per Notbetrieb, den Schiffe lediglich abends und nachts für acht bis zehn Stunden nutzen können. Dieser Notbetrieb soll bis Ende November 2019 dauern. Als Begründung führt das Duisburger Amt jetzt „Reparaturarbeiten an der Elektrik“ an.

Anfang 2019 hatte es noch geheißen, die Sperrung sei notwendig, weil sich Arbeiten am Korrosionsschutz verschoben hätten, die man eigentlich im Jahr zuvor hatte erledigen wollen. Zur Erinnerung: Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hatte die extrem störanfällige Schleuse bereits im September 2018 für mehrere Wochen vom Netz genommen.

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Dabei habe man unerwartet Risse am Untertor entdeckt, hieß es damals. Diese Risse habe man repariert – und den eigentlich geplanten Korrosionsschutz auf 2019 verschoben.

Forderung an den Bund

Schon jetzt steht fest: 2020 muss die Schleuse ein drittes Mal innerhalb von drei Jahren länger vom Netz. Laut Ankündigung der Schiffahrtsverwaltung soll das Bauwerk vom 9. Mai bis 19. Juni 2020 erneut außer Betrieb genommen werden, um die Instandsetzungsarbeiten abzuschließen. Nach Angaben der Hafen AG sind von der Sperrung täglich rund sechs Schiffe betroffen. Pro Jahr steuern rund 2.200 Schiffe den Dortmunder Hafen an und schlagen im Schnitt 2,5 Millionen Tonnen Güter um: darunter Container, Baustoffe, Mineralöle und Schrott.

Das Nachsehen haben vor allem Hafenbetriebe, die auf Schiffsumschlag angewiesen sind. Jede Sperrung wirbelt die Logistik durcheinander. Die Betriebe müssen umdisponieren und den Transport über Straße und Schiene abwickeln. Folge: Die Kosten steigen und mit ihnen die Umweltbelastung. Hafen-Vorstand Uwe Büscher läuft seit geraumer Zeit Sturm gegen die extrem anfällige Schleuse. Er will erreichen, dass der Bund, zuständig für die Infrastruktur der Kanäle, die Schleuse modernisiert und die Ausfallzeiten durch den Bau einer zweiten Schleusenkammer deutlich verringert. Der Rat der Stadt hat sich auf Antrag der CDU-Fraktion der Forderung vor Kurzem angeschlossen und eine Resolution an den Bund gesandt.

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