Wiederbelebung nach Festnahme: 27-Jähriger kämpfte im Polizeigewahrsam um sein Leben

Polizei Dortmund

Polizei und Notarzt haben einen 27-Jährigen in der Zelle wiederbeleben müssen. Der Mann war nachts in der Dortmunder Innenstadt festgenommen worden und leistete offenbar ab da Widerstand.

Dortmund

, 06.09.2021, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einer Polizeizelle in Dortmund müssen sich in der Nacht auf Samstag dramatische Szenen abgespielt haben. Laut Mitteilung der Polizei vom Montag habe dort ein 27-Jähriger „plötzlich das Bewusstsein verloren“.

Dieser Szene ging eine längere Geschichte voraus. Die begann gegen 0.30 Uhr auf dem Platz der Deutschen Einheit, also in der Nähe von Hauptbahnhof und Fußballmuseum, heißt es im Polizeibericht. Dort habe der Mann, der in der Gemeinde Möhnesee im Kreis Soest wohnt, eine „körperliche Auseinandersetzung“ mit einer 16-jährigen Dortmunderin gehabt, so die Polizei.

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Polizei findet den 27-Jährigen am Königswall

Laut Zeugen habe der 27-Jährige versucht, „die junge Frau mit einer Flasche zu schlagen, bevor er ihr mit der Faust gegen den Kopf schlug und beide zu Boden stürzten“. Es seien „weitere Schläge“ gefolgt, „wodurch die Dortmunderin leicht verletzt wurde“. Zeugen seien dazwischengegangen und hätten so die Auseinandersetzung beendet.

Polizisten hätten den 27-Jährigen am Königswall gefunden und kontrolliert. Der „scheinbar alkoholisierte Mann“ sei aber aggressiv gewesen und sich auch nicht ausweisen wollen. Schon hier sei er nach Darstellung der Polizei unberechenbar gewesen.

Mann „spannte immer wieder seinen Körper an“

„Bei seiner anschließenden Durchsuchung drehte sich der Tatverdächtige ruckartig um und ging schreiend auf die Beamten zu.“ Gegen die Festnahme habe er sich so heftig gewehrt, dass er zusammen mit einem Polizisten auf den Boden gestürzt sei. Erst nachdem weitere Polizisten eingegriffen hätten, habe man den 27-Jährigen fixieren und ins Gewahrsam bringen können.

„Auf der Fahrt sowie im Gewahrsam selbst zeigte der Mann aus Möhnesee ein äußerst sprunghaftes Verhalten“, so die Polizei weiter. Aufforderungen sei er nicht nachgekommen. „Ebenso sperrte er sich massiv gegen die polizeilichen Maßnahmen - spannte immer wieder seinen Körper an, versuchte aufzustehen und auf die Beamten zuzugehen.“

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Notarzt versuchte, den Verdächtigen zu untersuchen

Dann begannen die dramatischen Szenen. Hätten die Polizisten zuvor „durch Eingriffstechniken“ noch alle Angriffe des Mannes unterbinden können, habe der 27-Jährige dann plötzlich das Bewusstsein verloren.

Polizisten hätten sofort „Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet“, sodass der Mann wenig später wieder bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen sei. Während der Untersuchung durch einen alarmierten Notarzt sei der 27-Jährige „ein weiteres Mal reanimationspflichtig“ geworden.

Ein Rettungswagen brachte den 27-Jährigen in ein Krankenhaus. Der Notarzt vermutete, dass eine Mischung aus Alkohol und Drogen diese körperlichen Reaktionen beim 27-Jährigen verursacht haben dürften.

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