Wiederholungswahl und SPD-Streit einfach erklärt

Lach- und Sachgeschichte

Rund um die Wiederholungswahl frönen die Politiker ihrem neuen Volkssport: Sie klagen. Die Bürger verstehen nur noch Bahnhof. Nach dem Vorbild der berühmten WDR-Maus erklären wir einmal ganz einfach das Wahlchaos und den Streit um die Verwendung von Fraktionsgeldern für Anwaltskosten.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 06.02.2012, 15:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach dem Vorbild der berühmten WDR-Maus hat RN-Redakteurin Gaby Kolle versucht, das Wahlchaos und den Streit um die Verwendung von Fraktionsgeldern für Anwaltskosten einmal ganz einfach zu erklären.

Nach dem Vorbild der berühmten WDR-Maus hat RN-Redakteurin Gaby Kolle versucht, das Wahlchaos und den Streit um die Verwendung von Fraktionsgeldern für Anwaltskosten einmal ganz einfach zu erklären.

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Das Chaos um die Wahlwiederholung und die Dortmunder SPD einfach erklärt

Nach dem Vorbild der berühmten WDR-Maus hat RN-Redakteurin Gaby Kolle versucht, das Wahlchaos und den Streit um die Verwendung von Fraktionsgeldern für Anwaltskosten einmal ganz einfach zu erklären.
06.02.2012
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Das ist der Ernst. Er sieht nicht spaßig aus. Muss er auch nicht; denn er hat zurzeit nicht viel zu lachen. Der Ernst ist nämlich der Chef von der SPD im Rathaus. Und die SPD hat drei Chefs. Versteht ihr nicht? Macht nichts, erklär' ich euch.
Das ist der Franz-Josef. Sieht ganz lustig aus. Isser aber nicht, denn er ist der Chef von der SPD in ganz Dortmund. Und das ist eine ernste Sache. Schon wegen dem Ernst. Alle, die in der SPD sind, nennen sich Genossen. Der Franz-Josef ist der Genosse vom Ernst.
Das ist der Ulli. Der sieht oft böse aus. Muss er auch; denn der Ulli ist auch in der SPD und der Chef von der ganzen Stadt. Kennt ihr doch. Der Ulli ist der Oberbürgermeister und der Genosse vom Ernst und vom Franz-Josef.
Alle drei sind Parteifreunde. Das heißt aber nicht, dass sie wirklich Freunde sind. Sie sind nur in einer Partei. Die drei streiten sich öfter darum, wer der eigentliche Chef ist. Haben sie gerade auch wieder gemacht.
Warum? Ich erklär's euch. Ist ganz einfach. Erst mal ärgern sich alle drei über den Gerhard. Der Gerhard ist nämlich der frühere Chef von der Stadt, der Vorgänger vom Ulli. Der hat nämlich vielen Genossen verheimlicht, dass die Stadt gar kein Geld mehr hat und sogar einen Schuldenberg so hoch wie der Fernsehturm. Immer wenn Politiker anderer Parteien gefragt haben, ob das Geld der Stadt reicht, hat der Gerhard immer ja gesagt. Aber das stimmte gar nicht. Das hat er nur gesagt, damit die Dortmunder die SPD und den Ulli wählen. Das haben die Dortmunder auch gemacht und einen Tag später hat der Gerhard gesagt: Ätsch, bätsch, ist doch kein Geld mehr da.
Da waren alle in Dortmund sauer, sogar die Genossen, dass der Gerhard so gelogen hat. Auch der Ulli hat gesagt, dass er nicht wusste, dass die Stadt kein Geld mehr hat. Ihr kennt das ja. Daraufhin haben fast alle, sogar ein paar Genossen, im Rathaus beschlossen: Die Dortmunder müssen den Oberbürgermeister und die Politiker im Rathaus und die in den zwölf Stadtbezirken noch einmal wählen.
Der Ulli hat sich auch gleich noch mal wählen lassen. Aber von den Genossen im Rathaus haben zehn mit dem Fuß aufgestampft und gesagt, wir können nichts dafür, dass der Gerhard alle belogen hat, wir haben niemanden belogen. Ihr kennt das ja. Deshalb wollten die zehn Genossen auch nicht, dass noch einmal gewählt wird. Vielleicht hatten sie auch nur Angst, dass keiner mehr die Genossen wählen will, weil der Gerhard doch auch ein Genosse ist. Und dass die Dortmunder denken könnten, dass alle Genossen lügen.
Jedenfalls sind die zehn Genossen vors Gericht gezogen und haben verlangt, dass der Richter entscheidet, ob noch mal gewählt werden muss. Dafür haben sich die zehn einen Rechtsanwalt genommen, der viel Geld kostet. Musste auch so sein, sagen sie, weil die übrigen Politiker im Rathaus schließlich auch einen so teuren Rechtsanwalt haben.
Das Geld, um den Rechtsanwalt zu bezahlen, haben die Genossen aber nicht aus dem eigenen Portemonnaie genommen. Nein, der Ernst hat es ihnen gegeben. Er hat es aus einer Geldkiste genommen, aus der er die Arbeit für die Politik im Rathaus bezahlen soll, zum Beispiel die Sekretärin und das Papier, auf das sie schreibt. Das Geld dafür hat er von den Dortmundern bekommen. Der Ernst glaubt aber, dass er davon auch den teuren Rechtsanwalt für seine zehn Genossen bezahlen darf.
Am Anfang war der Rechtsanwalt auch gut. Jedenfalls hat der Richter ihm Recht gegeben und gesagt, dass in Dortmund nicht noch einmal gewählt werden muss.
Das hat den anderen Politikern im Rathaus aber gar nicht gefallen. Dann könne sie ja jetzt der Ulli oder jeder andere Oberbürgermeister belügen. Nach Strich und Faden. Ohne Strafe. Das wollten sie sich nicht gefallen lassen. Ihr kennt das ja. Deshalb haben sie dem Chef von dem Richter gesagt, dass er noch mal entscheiden soll, ob die Wahl wiederholt wird.
Und der hat dann entschieden, dass noch mal gewählt werden muss. Und dass jetzt Schluss ist mit dem Streit vor Gericht, dass die zehn Genossen jetzt keinen anderen Chef-Richter mehr anrufen dürfen. Und dass sie das Geld für ihren Rechtsanwalt nun doch aus eigener Tasche bezahlen müssen. Auch wenn der Ernst ihnen etwas anderes versprochen hat und das kein Spaß war.
Der Schatzmeister von der Stadt hatte dem Ernst das Geld sogar erst geliehen, doch der Ernst musste es wieder zurückgeben. Der Richter hatte das verlangt. Und jetzt soll der Ernst auch noch das Geld an die Stadt zurückgeben, was er dem Rechtsanwalt schon aus seiner Geldkiste gezahlt hat.
Die Kiste ist jetzt aber leer. Damit das keiner merkt, sitzt der Ernst auf der Kiste und lässt noch nicht mal den Ulli reingucken, der das unbedingt wollte. Der Ulli meint nämlich, das Geld für den Rechtsanwalt gehört den Dortmundern und die müssen das auf jeden Fall zurückbekommen. Da kennt der Ulli auch beim Ernst keinen Spaß. Beim Geld hört die Freundschaft auf, sagt er, selbst unter Genossen.
Zwei von ihnen, dem Olaf und dem Hans-Peter, ist es egal, was der Chef-Richter gesagt hat. Sie wollten weiterhin, dass die Dortmunder nicht noch einmal wählen. Deshalb haben sie sich beim Chef vom Chef-Richter beschwert. Also, dem allerhöchsten Chef von allen Richtern. Und der soll jetzt dem Richter sagen, dass er noch mal neu entscheiden muss. Der Olaf und der Hans-Peter wollen die Richter so lange arbeiten lassen, bis ihnen das Urteil passt.
So lange wie das dauert, darf keiner in seine Geldkiste gucken, sagt der Ernst. Und so lange darf eigentlich auch der Ulli kein Geld zurückverlangen, das der Rechtsanwalt bekommen hat. Meint der Ernst. Ist aber egal. Der Franz-Josef meint das nämlich nicht. Und der Ulli auch nicht. Und deshalb musste der Ernst neu nachdenken.
Der Ulli sagt, der Ernst soll sich das Geld von den zehn Genossen erst mal geben lassen. Die könnten ja dann später den Richter noch einmal fragen, ob sie den Rechtsanwalt wirklich selbst bezahlen müssen. Der Chef vom Ulli, der Gerd (nicht Gerhard), sagt das auch. Der Gerd guckt, ob der Ulli auch aufpasst, dass das Geld der Dortmunder nicht zum Fenster rausgeworfen wird.
Der Ernst meint, dass der Ulli deshalb in ihre Geldkiste gucken will, weil der Mario das auch will. Klingt komisch? Ist aber so. Der Mario ist auch ein Politiker. Der ist bei den Grünen. Er ist sogar der Chef von den Grünen im Rathaus, wie der Ernst von der SPD. Und der Mario sagt immer, dass die Grünen die ehrlichsten sind. Der Ulli meint aber, dass er der oberehrlichste ist. Und der Bestimmer. Deshalb will er nicht, dass der Mario dem Ernst sagt, dass er in seine Geldkiste gucken will. Das will er selbst dem Ernst sagen.
Ist aber auch egal: Der Franz-Josef ist erst mal sauer, dass der Ernst so lange bockig ist. Der Franz-Josef hat Sorge, dass jetzt alle Dortmunder denken, die Genossen lügen nicht nur, sondern die streiten sich auch noch dauernd und rennen gleich zum Richter. Macht aber nichts, denn er Franz-Josef sagt auch, dass die zehn Genossen ja den Richter noch mal fragen können, ob die Stadt nicht ihren Rechtsanwalt bezahlen muss.
Versteht ihr nicht? Macht nichts. Ich erklär's euch: Der Gerhard hat doch als Oberbürgermeister bei der Stadt gearbeitet, als er nicht die Wahrheit über das Geld gesagt hat. Deshalb muss die Stadt den Rechtsanwalt der Genossen bezahlen. Denn der Gerhard hat an allem schuld. Deshalb kann sich die Stadt, also alle Dortmunder, das Geld vom Gerhard wiederholen. Meint der Franz-Josef.
Diesen Vorschlag findet der Enst auch ganz gut, aber er müsste dafür ja erst einmal das Geld aus seiner Kiste vorstrecken. Doch da ist wohl nichts mehr hin.
Und der Ulli sagt, er will das Geld sofort sehen, weil der Gerd (nicht der Gerhard) das auch meint. Und was Ullis Chef sagt, muss gemacht werden. Wenn der Ernst nicht gehorcht, geht der Ulli auch wieder zum Richter, hat er gesagt.
Der Ernst ist zwar immer noch bockig und sagt, er ist im Recht. Aber er weiß auch, dass der Ulli und sein Chef Gerd die Bestimmer sind. Und da hat der Ernst zu seinen Genossen gesagt, gut, dann müsst ihr eben doch bezahlen. Aber nicht so viel, wie der Anwalt gekostet hat. Um dem Ernst und seinen Genossen aus der Klemme zu helfen, sollen andere Genossen jetzt echte Parteifreunde sein und den zehn Genossen Geld schenken, damit die den Anwalt bezahlen können.
Damit ist das Durcheinander aber noch nicht fertig. Die 21 Genossen in den Stadtbezirken, die auch nicht noch mal wählen lassen wollen, sind ebenfalls zum Richter gelaufen. Sie warten jetzt aber erst einmal ab, was der oberste Richter von allen Richtern den beiden Genossen Olaf und Hans-Peter sagt. Das soll dann auch für alle Genossen in den Stadtbezirken gelten.
Ach ja, das hätte ich beinahe vergessen. Jetzt warten alle gespannt, wann der Ernst die Geldkiste aufmacht und den Dortmundern das Geld zurückgibt. Er darf es wohl auch in Raten abstottern, hat der Ulli gesagt. Und der Gerd, der Chef vom Ulli, prüft zurzeit, ob und wie tief der Ulli überhaupt in die Kassen der Rathaus-Politiker gucken darf.
Nun hoffen alle Genossen, dass sich der Ernst, der Ulli und der Franz-Josef vorerst nicht mehr streiten. Klingt komisch? Nun, ob das tatsächlich so kommt, das erfahrt ihr ein anderes Mal...

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Das Chaos um die Wahlwiederholung und die Dortmunder SPD einfach erklärt

Nach dem Vorbild der berühmten WDR-Maus hat RN-Redakteurin Gaby Kolle versucht, das Wahlchaos und den Streit um die Verwendung von Fraktionsgeldern für Anwaltskosten einmal ganz einfach zu erklären.
06.02.2012
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Das ist der Ernst. Er sieht nicht spaßig aus. Muss er auch nicht; denn er hat zurzeit nicht viel zu lachen. Der Ernst ist nämlich der Chef von der SPD im Rathaus. Und die SPD hat drei Chefs. Versteht ihr nicht? Macht nichts, erklär' ich euch.
Das ist der Franz-Josef. Sieht ganz lustig aus. Isser aber nicht, denn er ist der Chef von der SPD in ganz Dortmund. Und das ist eine ernste Sache. Schon wegen dem Ernst. Alle, die in der SPD sind, nennen sich Genossen. Der Franz-Josef ist der Genosse vom Ernst.
Das ist der Ulli. Der sieht oft böse aus. Muss er auch; denn der Ulli ist auch in der SPD und der Chef von der ganzen Stadt. Kennt ihr doch. Der Ulli ist der Oberbürgermeister und der Genosse vom Ernst und vom Franz-Josef.
Alle drei sind Parteifreunde. Das heißt aber nicht, dass sie wirklich Freunde sind. Sie sind nur in einer Partei. Die drei streiten sich öfter darum, wer der eigentliche Chef ist. Haben sie gerade auch wieder gemacht.
Warum? Ich erklär's euch. Ist ganz einfach. Erst mal ärgern sich alle drei über den Gerhard. Der Gerhard ist nämlich der frühere Chef von der Stadt, der Vorgänger vom Ulli. Der hat nämlich vielen Genossen verheimlicht, dass die Stadt gar kein Geld mehr hat und sogar einen Schuldenberg so hoch wie der Fernsehturm. Immer wenn Politiker anderer Parteien gefragt haben, ob das Geld der Stadt reicht, hat der Gerhard immer ja gesagt. Aber das stimmte gar nicht. Das hat er nur gesagt, damit die Dortmunder die SPD und den Ulli wählen. Das haben die Dortmunder auch gemacht und einen Tag später hat der Gerhard gesagt: Ätsch, bätsch, ist doch kein Geld mehr da.
Da waren alle in Dortmund sauer, sogar die Genossen, dass der Gerhard so gelogen hat. Auch der Ulli hat gesagt, dass er nicht wusste, dass die Stadt kein Geld mehr hat. Ihr kennt das ja. Daraufhin haben fast alle, sogar ein paar Genossen, im Rathaus beschlossen: Die Dortmunder müssen den Oberbürgermeister und die Politiker im Rathaus und die in den zwölf Stadtbezirken noch einmal wählen.
Der Ulli hat sich auch gleich noch mal wählen lassen. Aber von den Genossen im Rathaus haben zehn mit dem Fuß aufgestampft und gesagt, wir können nichts dafür, dass der Gerhard alle belogen hat, wir haben niemanden belogen. Ihr kennt das ja. Deshalb wollten die zehn Genossen auch nicht, dass noch einmal gewählt wird. Vielleicht hatten sie auch nur Angst, dass keiner mehr die Genossen wählen will, weil der Gerhard doch auch ein Genosse ist. Und dass die Dortmunder denken könnten, dass alle Genossen lügen.
Jedenfalls sind die zehn Genossen vors Gericht gezogen und haben verlangt, dass der Richter entscheidet, ob noch mal gewählt werden muss. Dafür haben sich die zehn einen Rechtsanwalt genommen, der viel Geld kostet. Musste auch so sein, sagen sie, weil die übrigen Politiker im Rathaus schließlich auch einen so teuren Rechtsanwalt haben.
Das Geld, um den Rechtsanwalt zu bezahlen, haben die Genossen aber nicht aus dem eigenen Portemonnaie genommen. Nein, der Ernst hat es ihnen gegeben. Er hat es aus einer Geldkiste genommen, aus der er die Arbeit für die Politik im Rathaus bezahlen soll, zum Beispiel die Sekretärin und das Papier, auf das sie schreibt. Das Geld dafür hat er von den Dortmundern bekommen. Der Ernst glaubt aber, dass er davon auch den teuren Rechtsanwalt für seine zehn Genossen bezahlen darf.
Am Anfang war der Rechtsanwalt auch gut. Jedenfalls hat der Richter ihm Recht gegeben und gesagt, dass in Dortmund nicht noch einmal gewählt werden muss.
Das hat den anderen Politikern im Rathaus aber gar nicht gefallen. Dann könne sie ja jetzt der Ulli oder jeder andere Oberbürgermeister belügen. Nach Strich und Faden. Ohne Strafe. Das wollten sie sich nicht gefallen lassen. Ihr kennt das ja. Deshalb haben sie dem Chef von dem Richter gesagt, dass er noch mal entscheiden soll, ob die Wahl wiederholt wird.
Und der hat dann entschieden, dass noch mal gewählt werden muss. Und dass jetzt Schluss ist mit dem Streit vor Gericht, dass die zehn Genossen jetzt keinen anderen Chef-Richter mehr anrufen dürfen. Und dass sie das Geld für ihren Rechtsanwalt nun doch aus eigener Tasche bezahlen müssen. Auch wenn der Ernst ihnen etwas anderes versprochen hat und das kein Spaß war.
Der Schatzmeister von der Stadt hatte dem Ernst das Geld sogar erst geliehen, doch der Ernst musste es wieder zurückgeben. Der Richter hatte das verlangt. Und jetzt soll der Ernst auch noch das Geld an die Stadt zurückgeben, was er dem Rechtsanwalt schon aus seiner Geldkiste gezahlt hat.
Die Kiste ist jetzt aber leer. Damit das keiner merkt, sitzt der Ernst auf der Kiste und lässt noch nicht mal den Ulli reingucken, der das unbedingt wollte. Der Ulli meint nämlich, das Geld für den Rechtsanwalt gehört den Dortmundern und die müssen das auf jeden Fall zurückbekommen. Da kennt der Ulli auch beim Ernst keinen Spaß. Beim Geld hört die Freundschaft auf, sagt er, selbst unter Genossen.
Zwei von ihnen, dem Olaf und dem Hans-Peter, ist es egal, was der Chef-Richter gesagt hat. Sie wollten weiterhin, dass die Dortmunder nicht noch einmal wählen. Deshalb haben sie sich beim Chef vom Chef-Richter beschwert. Also, dem allerhöchsten Chef von allen Richtern. Und der soll jetzt dem Richter sagen, dass er noch mal neu entscheiden muss. Der Olaf und der Hans-Peter wollen die Richter so lange arbeiten lassen, bis ihnen das Urteil passt.
So lange wie das dauert, darf keiner in seine Geldkiste gucken, sagt der Ernst. Und so lange darf eigentlich auch der Ulli kein Geld zurückverlangen, das der Rechtsanwalt bekommen hat. Meint der Ernst. Ist aber egal. Der Franz-Josef meint das nämlich nicht. Und der Ulli auch nicht. Und deshalb musste der Ernst neu nachdenken.
Der Ulli sagt, der Ernst soll sich das Geld von den zehn Genossen erst mal geben lassen. Die könnten ja dann später den Richter noch einmal fragen, ob sie den Rechtsanwalt wirklich selbst bezahlen müssen. Der Chef vom Ulli, der Gerd (nicht Gerhard), sagt das auch. Der Gerd guckt, ob der Ulli auch aufpasst, dass das Geld der Dortmunder nicht zum Fenster rausgeworfen wird.
Der Ernst meint, dass der Ulli deshalb in ihre Geldkiste gucken will, weil der Mario das auch will. Klingt komisch? Ist aber so. Der Mario ist auch ein Politiker. Der ist bei den Grünen. Er ist sogar der Chef von den Grünen im Rathaus, wie der Ernst von der SPD. Und der Mario sagt immer, dass die Grünen die ehrlichsten sind. Der Ulli meint aber, dass er der oberehrlichste ist. Und der Bestimmer. Deshalb will er nicht, dass der Mario dem Ernst sagt, dass er in seine Geldkiste gucken will. Das will er selbst dem Ernst sagen.
Ist aber auch egal: Der Franz-Josef ist erst mal sauer, dass der Ernst so lange bockig ist. Der Franz-Josef hat Sorge, dass jetzt alle Dortmunder denken, die Genossen lügen nicht nur, sondern die streiten sich auch noch dauernd und rennen gleich zum Richter. Macht aber nichts, denn er Franz-Josef sagt auch, dass die zehn Genossen ja den Richter noch mal fragen können, ob die Stadt nicht ihren Rechtsanwalt bezahlen muss.
Versteht ihr nicht? Macht nichts. Ich erklär's euch: Der Gerhard hat doch als Oberbürgermeister bei der Stadt gearbeitet, als er nicht die Wahrheit über das Geld gesagt hat. Deshalb muss die Stadt den Rechtsanwalt der Genossen bezahlen. Denn der Gerhard hat an allem schuld. Deshalb kann sich die Stadt, also alle Dortmunder, das Geld vom Gerhard wiederholen. Meint der Franz-Josef.
Diesen Vorschlag findet der Enst auch ganz gut, aber er müsste dafür ja erst einmal das Geld aus seiner Kiste vorstrecken. Doch da ist wohl nichts mehr hin.
Und der Ulli sagt, er will das Geld sofort sehen, weil der Gerd (nicht der Gerhard) das auch meint. Und was Ullis Chef sagt, muss gemacht werden. Wenn der Ernst nicht gehorcht, geht der Ulli auch wieder zum Richter, hat er gesagt.
Der Ernst ist zwar immer noch bockig und sagt, er ist im Recht. Aber er weiß auch, dass der Ulli und sein Chef Gerd die Bestimmer sind. Und da hat der Ernst zu seinen Genossen gesagt, gut, dann müsst ihr eben doch bezahlen. Aber nicht so viel, wie der Anwalt gekostet hat. Um dem Ernst und seinen Genossen aus der Klemme zu helfen, sollen andere Genossen jetzt echte Parteifreunde sein und den zehn Genossen Geld schenken, damit die den Anwalt bezahlen können.
Damit ist das Durcheinander aber noch nicht fertig. Die 21 Genossen in den Stadtbezirken, die auch nicht noch mal wählen lassen wollen, sind ebenfalls zum Richter gelaufen. Sie warten jetzt aber erst einmal ab, was der oberste Richter von allen Richtern den beiden Genossen Olaf und Hans-Peter sagt. Das soll dann auch für alle Genossen in den Stadtbezirken gelten.
Ach ja, das hätte ich beinahe vergessen. Jetzt warten alle gespannt, wann der Ernst die Geldkiste aufmacht und den Dortmundern das Geld zurückgibt. Er darf es wohl auch in Raten abstottern, hat der Ulli gesagt. Und der Gerd, der Chef vom Ulli, prüft zurzeit, ob und wie tief der Ulli überhaupt in die Kassen der Rathaus-Politiker gucken darf.
Nun hoffen alle Genossen, dass sich der Ernst, der Ulli und der Franz-Josef vorerst nicht mehr streiten. Klingt komisch? Nun, ob das tatsächlich so kommt, das erfahrt ihr ein anderes Mal...

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