Wildwuchs unter der Schnettkerbrücke: „Die Äste schlagen einem beim Fahren ins Gesicht“

rnEmscherradweg

Wer von der Uni in Richtung Dorstfeld radelt, wird derzeit von Brombeersträuchern und anderen Pflanzen ausgebremst. Der Emscherradweg unter der Schnettkerbrücke ist komplett zugewachsen.

von Fatima Talalini

Dorstfeld

, 16.08.2018, 16:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er musste sich zwar nicht um Passierschein A38 kümmern, mit dem sich der beliebte Asterix-Comic über die Bürokratie lustig macht, trotzdem hat Eckard Ruttkowski eine lange Korrespondenz mit verschiedenen Behörden hinter sich. Eigentlich möchte der 68-jährige pensionierte Verwaltungsbeamte nur eins: Fahrradfahren.

Das ist im Moment aber gar nicht so einfach, jedenfalls nicht, wenn man den Teil des Emscherradweges passieren möchte, der unter der Schnettkerbrücke herläuft und in der Kleingartenanlage im Wiesengrund endet. Links und rechts des Radweges wachsen die Pflanzen und halten sich natürlich nicht an Wegbegrenzungen.

Pflanzen behindern die Sicht

Zwei Fahrräder passen nicht mehr nebeneinander auf den Weg – wenn einem jemand entgegenkommt, müssen beide anhalten, um nicht in die Büsche zu fahren. „Mich stört am meisten, dass einem beim Fahren die Äste ins Gesicht schlagen, wenn man nicht aufpasst“, sagt Eckard Ruttkowski. Aber auch die Verkehrssicherheit sei eingeschränkt. „Man sieht durch die Pflanzen erst sehr spät, ob einem jemand entgegenkommt.“

Wildwuchs unter der Schnettkerbrücke: „Die Äste schlagen einem beim Fahren ins Gesicht“

Links und rechts bahnen sich die Pflanzen langsam ihren Weg. © Fatima Talalini

Mit diesem Anliegen wandte er sich an die Emschergenossenschaft in Essen, die für den Emscherradweg zuständig ist. Diese verwies ihn an das Tiefbauamt der Stadt Dortmund, an die die Pflege des Weges übertragen wurde.

Fahrradfahrer wartete vier Wochen

Die Zuständigkeiten direkt unter der Brücke sind verteilt: Der Radweg gehört zum Emscherradweg, für die Pflege ist die Stadt Dortmund zuständig. Die Pflanzen auf der einen Seite stehen laut Eckard Ruttkowski auf dem Grund der Deutschen Bahn. Dazwischen liegen große Kabel und eine umgestürzte Verkehrsbake. Auf der anderen Seite sind Pflastersteine verlegt, die nach Ruttkowskis Recherchen zu Straßen.NRW gehören, da sie Teil der Autobahnbrücke sind. Die Steine liegen aber nicht an Ort und Stelle, sondern teilweise lose am Wegesrand.

“Vor vier Wochen hat mir das Tiefbauamt der Stadt versichert, dass sie sich um die Beschneidung der Pflanzen kümmern“, sagt Ruttkowski. Passiert ist bis jetzt noch nichts. Bis die Pflanzen nicht beschnitten sind, bleibt nur eins: Langsam fahren.

Auf unsere Anfrage hat die Stadt Dortmund bis Donnerstagnachmittag nicht reagiert.

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