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Wilfried Gerds ist der neue Organist in Huckarde

rnSt. Urbanus Huckarde

Mit 56 Jahren hat Wilfried Gerds noch einmal seinen Arbeitsplatz gewechselt. Der neue Organist der St.-Urbanus-Gemeinde nennt mehrere Gründe, warum er sich in Huckarde so wohl fühlt.

Huckarde

, 13.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Lern erstmal was Vernünftiges, sagen viele Eltern. Wilfried Gerds hat auf seine Eltern gehört. Der neue Organist der Gemeinde St. Urbanus könnte auch Autos reparieren, wenn er zwischen Gottesdiensten, Kasualien (Taufe, Kommunion, Hochzeit und Begräbnis) und Chorproben noch Zeit hätte.

Es war ein langer Weg, der Wilfried Gerds nach Dortmund und schließlich nach Huckarde führte. Der Weg begann 1963 in einem kleinen Dorf bei Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. Von Kindheit an hatte Wilfried Gerds zwei Leidenschaften: „Erst habe ich am Motorrad meines Vaters herumgebastelt und dann bin ich mit schwarzen Händen zum Klavierunterricht gegangen.“

Wilfried Gerds Jugend in einer religiösen Familie war nicht typisch für die DDR. Er kann sich nicht daran erinnern, mit den negativen Seiten der Diktatur in Berührung gekommen zu sein. Er hat überwiegend gute Erinnerungen an diese Zeit.

Künstlerisches Orgelspiel in Berlin gelernt

„In den 25 Jahren, die ich in der DDR gelebt habe, hatte ich vor allem mit dem Bildungssystem zu tun, und da war alles möglich und alles praktisch kostenlos.“ So kam er nach Abschluss seiner Ausbildung zum Auto-Mechaniker in den Genuss eines Studiums in Berlin im Fach Künstlerisches Orgelspiel. Doch er fühlte sich noch nicht komplett ausgebildet. Mittlerweile hatte die Wende die DDR überrollt und ihm standen die westdeutschen Hochschulen offen. Um Kirchenmusik zu studieren, kam er deshalb Anfang der 90er-Jahre nach Dortmund.

Dass er die Orgel als Instrument so lieb gewonnen hat, führt er auf die Kirchgänge in seiner Kindheit zurück. „Das muss mich geprägt haben.“ In seinen Augen gibt es kein Instrument, das eine so große Vielfalt bietet. „Mit einer Orgel hat man alle Instrumente und kann jede Musik spielen“, sagt Wilfried Gerds.

Seine Entscheidung, nach 17 Jahren als Organist in der Dortmunder Gemeinde Heilige Dreikönige, nach Huckarde zu wechseln, fiel, als aus der Nordstadt-Gemeinde eine Großpfarrei wurde.

Nachfolger von Beate Hohmann

Wilfried Gerds folgt Beate Hohmann, die nach 30 Jahren als Organistin der Gemeinde ihren wohlverdienten Ruhestand begonnen hat. Als er die Stellenausschreibung entdeckte, besuchte Wilfried Gerds Huckarde und war begeistert. Mitten in der Großstadt hatte er einen Vorort mit ausgeprägten dörflichen Strukturen entdeckt. „Ein richtiges Dorfzentrum, und ein wunderbares Ensemble von Kirche, Gemeindehaus und Pfarrhaus“, sagt Gerds.

Und noch etwas lockte ihn, sich zu bewerben: „In Huckarde gibt es eine lange Tradition sommerlicher Orgelkonzerte.“ Diese Tradition will Wilfried Gerds aufrechterhalten. Und er hat auch schon eine Liste mit Namen im Hinterkopf, die er als Gäste einladen möchte. „Ich hatte eine Menge Kommilitonen, die jetzt über ganz Deutschland verstreut sind“, sagt Gerds.

Freude über überdurchschnittliche Orgel

Nachdem er den Anruf bekommen hatte, dass er die Stelle bekommen habe, wuchs auch seine Vorfreude auf die Orgel selbst. Die hat es nämlich in sich. „Das ist eine Franz-Breil-Orgel“, berichtet Gerds, „leicht überdimensioniert für diese Kirche, aber mit 36 Registern sehr klangreich.“

Seit dem 1. April spielt Wilfried Gerds die St. Urbanus-Orgel und hat mit dem Osterfest und der Erstkommunion bereits ein paar Highlights des Kirchenjahres gemeistert. Und nach den ersten Proben mit dem Kirchenchor kann er verraten, dass er nicht nur das Dorf, sondern auch seine Bewohner lieb gewonnen hat. „Ich bin hier vielen, sehr netten Menschen begegnet.“

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