Unterricht in der Corona-Krise: Realschule gerät unter Beschuss

rnSchul-Aufgaben

Eltern, deren Kinder die Wilhelm-Busch-Realschule besuchen, haben ihrem Unmut Luft gemacht. Der Vorwurf: Die Betreuung in der Krise sei eine Katastrophe. Die Schulleiterin sieht das anders.

Dorstfeld

, 15.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 13. März (Freitag) sind die Schulen für den regulären Unterricht in Dortmund geschlossen. Die meisten Schüler lösen seitdem zu Hause Aufgaben. Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können, gehen in die Notbetreuung der Schulen.

Wegen der Schulaufgaben für zu Hause ist die Wilhelm-Busch-Realschule (WBR) in Dortmund jetzt in die Kritik geraten. Auf Facebook haben Eltern ihrem Unmut Luft gemacht. Die Aufgaben seien zu spät bei den Schülern eingegangen und deshalb bis zu Beginn der Osterferien kaum zu schaffen gewesen.

Ihre Kinder säßen deshalb auch in den Ferien am Schreibtisch, so die Klage. Zudem gebe es keine Erklärungen oder Hilfen von den Lehrern, selbst wenn neuer Unterrichtsstoff Teil der Aufgaben sei. Eine Kontrolle der Lösungen gebe es nicht.

Lehrer werden nicht von Schülern kontaktiert

Simone Linnewerth, Schulleiterin der WBR, hat sich nun zu den Vorwürfen geäußert. Sie kann die Kritik der Eltern nicht nachvollziehen. „Da sich bereits einen Tag vor dem offiziellen ‚Schul-Shutdown‘ angekündigt hatte, dass die Schulen geschlossen werden könnten, hatten bereits einige Kollegen Kommunikationswege mit ihren Schülern abgesprochen.“

Per E-Mail und telefonisch seien Aufgaben samt Erklärungen durchgegeben worden. Zudem hätten die meisten Lehrer der WBR dienstliche E-Mail-Adressen, die auf der Homepage der Schule einzusehen seien. Schüler könnten darüber Nachfragen stellen und bearbeitete Aufgaben einreichen.

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Seien Lehrer nicht per E-Mail erreichbar, könnten sich Eltern und Schüler per E-Mail oder Telefon direkt an die Schule wenden. Auch in den Briefkasten der WBR könnten erledigte Aufgaben oder schriftlich formulierte Fragen eingeworfen werden.

„In einigen Fällen funktioniert dies auch wirklich gut“, sagt Simone Linnewerth. „Andere Kollegen beklagen jedoch, dass sich bisher kaum oder gar keine Schüler gemeldet haben.“

Lernangebote stehen zur Verfügung

Ob die Aufgaben richtig gelöst sind, könnten Schüler aber nicht nur über die Nachfrage bei den Lehrern erfahren. Teils gebe es auch Lösungen, mit denen Schüler ihre Ergebnisse vergleichen können.

Zusätzlich zu den Aufgaben, die die Schüler lösen müssen, gebe es Lernangebote zur Vertiefung des Stoffes auf der Homepage der Schule, so Simone Linnewerth. Zudem gebe es dort Informationen zu Prüfungen, Notbetreuung und Erreichbarkeit der Schule.

Prüfungen sind eine weitere Sorge der Eltern. Was, wenn neuer Unterrichtsstoff während der Corona-Krise nicht richtig verstanden und dann prüfungsrelevant wird? „Inhalte, die in der unterrichtsfreien Zeit be- und erarbeitet wurden, dürfen laut Ministerium nicht Gegenstand von Prüfungen sein“, sagt Simone Linnerwerth. „Daran werden wir uns natürlich halten.“

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