Wilo-Park: Bis Sommer sollen wichtige Bauabschnitte fertig werden

rnNortkirchenstraße

Das Unternehmen Wilo baut seine Zentrale in Hörde aus. „Wilo-Park“ heißt das Riesenprojekt. Neben den Wilo-Mitarbeitern soll auch die Natur etwas davon haben – und vielleicht auch BVB-Fans.

Dortmund

, 19.02.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer über die B54 fährt, kommt gar nicht umhin, Dortmunds größte Baustelle zu sehen und vielleicht mal einen Blick zu riskieren. Der Pumpenhersteller Wilo baut seine Unternehmenszentrale an der Nortkirchenstraße in Hörde zu einem riesigen Campus aus – dem Wilo-Park.

Die Planungen laufen seit Jahren, die Arbeiten seit Monaten. Sie haben nicht nur eine Verlegung der Nortkirchenstraße zur Folge. Alte Gebäude verschwinden, neue entstehen, darunter auch eine riesige und hochmoderne Produktionshalle mit dem Namen Smart Factory.

Bis zum Sommer soll im Wilo-Park noch viel passieren

Ende 2022, pünktlich zum 150. Geburtstag von Wilo, soll alles fertig sein. Der Zeitplan bis dahin ist eng gestrickt. Das sind die nächsten Schritte:

März 2020: Bis dahin will Wilo den Umzug von 50 Produktionsbereichen in die Smart Factory abgeschlossen haben. Das erklärt Wilo-Technologievorstand Georg Weber im Gespräch mit dieser Redaktion: „Wir sind sehr gut im Plan.“

Auch ein Großteil der Verwaltung soll bis dahin von der Florianstraße an die Nortkirchenstraße gezogen sein, ebenso wie zum Beispiel die Elektronikproduktion aus Oestrich im Dortmunder Nordosten.

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So sieht es in der Smart Factory von Wilo aus

An der alten Nortkirchenstraße baut der Pumpenhersteller Wilo seine Unternehmenszentrale zum Wilo-Park aus. Ein wesentlicher Bestandteil: die Smart Factory, eine riesige Halle mit Platz für Produktion, Verwaltung und Besucher.
27.01.2020
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Links alt, rechts neu, dazwischen die alte Nortkirchenstraße: Die Smart Factory und ihre Ausmaße sind schon gut erkennbar. Hinten links steht ein Kran am neuen Verwaltungsgebäude, die davor liegenden Hallen und Gebäude werden nacheinander abgerissen. Stattdessen entsteht ein zentraler Platz mit den ungefähren Ausmaßen des Friedensplatzes.© Schaper
2014 hat Wilo mit der Planung zum Ausbau seiner Firmenzentrale begonnen, wie Martin Linge-Boom erklärt. Er ist beim Pumpenhersteller zuständig für die Entwicklung des Wilo-Parks. Von einem Gang direkt unter der Decke ist ein Blick auf das Innere der Smart Factory möglich. Unter anderem ist hier die eigenen Angaben zufolge modernste Lackiererei Europas untergebracht.© Schaper
Die Smart Factory kann man sich als große Fabrikhalle vorstellen. Bis auf wenige Ausnahmen ist kein bauliches Element fest eingebaut. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Smart Factory etwas für die nächsten 50 Jahre sein muss", sagt Wilo-Technologievorstand Georg Weber. Arbeitsplätze wie diese lassen sich ohne großen Aufwand versetzen.© Schaper
Sogenannte "Automatic Guided Vehicles" bringen die benötigten Materialien dann wie automatisch fahrende Gabelstapler von einem Fließband zum anderen. Qualitätsmanager haben ihre Büros nun auch in Büroräumen innerhalb der Smart Factory. Auch eine Kantine, Aufenthaltsräume für Mitarbeiter, eine Waschkaue, der Empfang und eine Lehrwerkstatt werden am Ende hier beheimatet sein.© Schaper
An der Wand links wird eine riesige LED-Wand entstehen, ebenso eine an der Außenfassade. Besucher und Mitarbeiter erhalten darüber Infos aus erster Hand. Im Oktober 2019 ist die erste Pumpe in der Smart Factory von Band gelaufen, im März 2020 soll der Umzug der gesamten Produktion in Dortmund hier hin abgeschlossen sein. Das komplette Projekt Wilo-Park soll 2022 fertig werden.© Schaper
Ein Gang unter der Decke führt auch Besucher durch die Smart Factory. Sobald hier alles fertig ist, bietet Wilo wieder Führungen an.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Innen ist entsprechend viel Platz.© Schaper
Die Außenfassade der Smart Factory ist gut 1,5 Kilometer lang. Ein Teil davon wird durch eine LED-Wand abgedeckt.© Schaper

April 2020: In diesem Monat soll die neue Nortkirchenstraße fertig werden. Sie verläuft nun genau zwischen dem Phoenix-West- und dem Wilo-Gelände. Die alte Nortkirchenstraße bekommt einen neuen Namen und eine neue Funktion. Als „Wilo-Park“ wird sie zukünftig verkehrsberuhigte Werksstraße, die tagsüber für Fußgänger und Radfahrer sowie den Busverkehr frei sein wird.

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Läuft alles glatt, könne die neue Nortkirchenstraße im Mai freigegeben werden, erklärte Martin Linge-Boom, bei Wilo zuständig für die Entwicklung des Wilo-Parks, noch Anfang Januar.

Die Smart Factory soll bis dahin fertig sein. Für den 23. April (Donnerstag) plant Wilo die offizielle Eröffnung, am 25. April (Samstag) soll es für die 1800 Mitarbeiter und ihre Familien ein Fest und einen Tag der offenen Tür geben.

Juni/Juli 2020: Der Mitarbeiter-Parkplatz für rund 800 Fahrzeuge soll im Sommer nutzbar sein. Naturschutzverbände hatten die Anzahl der Stellplätze und die in ihren Augen unnötige Versiegelung kritisiert. Bei einem Ausbau dieser Größe ist die Zahl der Parkplätze rechtlich vorgegeben.

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„Wir haben in Zukunft weniger versiegelte Fläche“, sagt Technologie-Vorstand Georg Weber. Waren auf dem zuvor flächenmäßig kleineren Firmengelände – Wilo musste einige benachbarte Grundstücke dazukaufen – über 200.000 Quadratmeter Fläche versiegelt, werden es in Zukunft 180.000 sein. Einen wesentlichen Teil dazu trage die Dachbegrünung der neuen Gebäude bei, so Weber.

Außerdem habe Wilo zwar 290 Bäume fällen müssen, dafür aber 420 neu gepflanzt.

Auf der neuen Nortkirchenstraße in Dortmund soll im Frühjahr der Verkehr zwischen B54 und Hörde rollen.

Auf der neuen Nortkirchenstraße soll im Frühjahr der Verkehr zwischen B54 und Hörde rollen. © Oliver Schaper

„Wir reduzieren unseren Energiebedarf um 40 Prozent“, erklärt Weber. 3500 Tonnen CO2 will Wilo unter anderem über eine 10.000 Quadratmeter große Fotovoltaik-Anlage und Blockheizkraftwerke erreichen, in denen die eigene Abwärme genutzt werden soll.

„Wenn wir die Energie aus der Fotovoltaik-Anlage nicht verwenden, stellen wir sie dem städtischen Netz zur Verfügung“, sagt Weber. Das Regenwasser werde zudem in den Pferdebach geleitet.

Wilo will seine Mitarbeiter unter anderem mit ÖPNV-Tickets dazu motivieren, möglichst selten aufs Auto zu setzen. Fahrgemeinschaften bekommen die besten Parkplätze.

Sollte der Parkplatz leer bleiben, so Martin Linge-Boom, könne er vielleicht auch bei Heimspielen für BVB-Fans geöffnet werden.

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