"Wir wissen nicht, wohin mit unseren Kindern"

Nach Kita-Wasserrohrbruch

Die Eltern sind verzweifelt. Die Kinder aus dem Alltag gerissen. Das Haus an der Beurhausstraße, in dem die Kita beheimatet war, mieft nach feuchtem Putz. Vor eineinhalb Wochen gab es dort einen Wasserrohrbruch. Jetzt haben die Eltern damit begonnen, die heil gebliebenen Möbel aus dem Gebäude zu holen. Eine Ersatz-Kita für ihre Kinder gibt es noch nicht.

DORTMUND

, 09.11.2015, 03:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Wir wissen nicht, wohin mit unseren Kindern"

Nach dem Wasserschaden haben die Eltern am Samstag das Haus, in dem die Kita an der Beurhausstraße beheimatet war, ausgeräumt. Viele große Möbel sind zum Glück nicht beschädigt. Die Schäden am Haus sind umso schwerer.

"Es ist eine Katastrophe. Einfach eine Katastrophe", murmelt eine junge Mutter vor sich hin. Sie läuft quer durch den Raum, in den Händen hält sie Spielzeug. In dem Haus an der Beurhausstraße 75 tropft es zwar nicht mehr von der Decke - in manchen Räumen steht aber immernoch das Wasser.

"Es war dieses kleine Rohr", sagt Vater Matthias Klems und zeigt auf den Abfluss eines Kinder-Waschbeckens in der zweiten Etage. "Im schlimmsten Fall hat es am Freitag angefangen zu laufen und das ganze Wochenende über nicht aufgehört." Am vergangenen Montag waren dann die Erzieherinnen gekommen, "und da schwappte ihnen schon die Flutwelle entgegen".

Kinderbetreuung wird privat organisiert

Sofort gab es eine Telefonlawine, alle Kinder blieben zu Hause. "Seit einer Woche organisieren wir uns jetzt privat", sagt Jennifer Schulz-Wolf, Mitglied des Kindergarten-Vorstandes. Sie ist beim Auszug vor Ort, wird überall gebraucht, ihr Telefon klingelt ständig. "Manche Eltern nehmen drei bis vier Kinder zu sich nach Hause und betreuen sie da. Bisher hat es geklappt, aber wir sind echt an der Grenze."

Die Lösungen, die Kinder in einer alten Grundschule oder im Dietrich-Keuning-Haus unterzubringen, haben sich zerschlagen. Jetzt sind die Eltern auf sich allein gestellt. "Wir wissen nicht, wohin mit unseren Kindern", sagt Schulz-Wolf. "Wahrscheinlich dauern die Sanierungsarbeiten weit über drei Monate. Wir sind echt hilflos. Bei manchen von uns löst das Existenzängste aus." 

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