Wird der B1-Ausbau gestoppt? So hat das Gericht entschieden

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Seit mehr als einem Jahr läuft der Ausbau der Bundesstraße 1 zur A40 im Dortmunder Osten. Eine Klägerin wollte das Vorhaben stoppen. Jetzt hat das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden.

Dortmund

, 11.09.2019, 14:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gebaut wird schon längst. Seit Frühjahr 2018 wird an einer neuen Brücke über die B1 an der Anschlussstelle Sölde gebaut, in Holzwickede entstehen neue Lärmschutzwände. Das sind die ersten Vorzeichen für den großangelegten Aubau der Bundesstraße 1 zur A 40 im Dortmunder Osten.

Wird der B1-Ausbau gestoppt? So hat das Gericht entschieden

Der Bau der neuen Brücke über die B1 am Buddenacker ist die erste Baumaßnahme zum B1-Ausbau auf Dortmunder Gebiet. © Oliver Volmerich

Der kann nun weitergehen. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat am Mittwoch die Klage der Eigentümerin eines Grundstücks in Holzwickede gegen das Planfeststellungsverfahren für den B1-Ausbau abgewiesen.

Ihr gehört das Grundstück einer Tankstelle nahe der Ausfahrt Holzwickede/Flughafen, die mit dem Ausbau zur Autobahn hinter einer sechs Meter hohen Lärmschutzwand verschwinden soll - und dann keinen Anschluss mehr an die B1 hat.

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Tankstellen ohne Anschluss

So wie in Holzwickede geht es auch zwei Tankstellen an der B1 auf Dortmunder Gebiet, nämlich an der Marsbruchstraße und an der Emschertalstraße. Die Grundstückseigentümer beziehungsweise Betreiber hatten ebenfalls Einspruch gegen die Planungen erhoben, ihre Klagen allerdings zurückgezogen. So blieb am Ende nur die Klage zur Esso-Tankstelle in Holzwickede, die nun aber keinen Erfolg hatte.

Wird der B1-Ausbau gestoppt? So hat das Gericht entschieden

Die Eigentümerin des Grundstücks der Esso-Tankstelle an der B1 nahe der Ausfahrt Holzwickede/Flughafen hatte gegen den B1-Ausbau geklagt. © Oliver Volmerich

Die wirtschaftlichen Einbußen für die Klägerin seien zwar unstreitig, müssten aber über ein Entschädigungsverfahren geregelt werden, erklärte das Gericht. Auch wenn kleinere Verfahrensfehler, die die Klägerin gerügt hatte, bestätigt wurden, ändere dies nichts an der Rechtmäßigkeit der Planfeststellung.

Verzögerung bei Brückenbau

Damit kann wie geplant weitergebaut werden. Im Fokus steht aktuell noch der Ersatzneubau für die Brücke über die B1 an der Anschlussstelle Sölde. Dabei hat es bereits erste Verzögerungen gegeben.

Statt, wie vor Baustart angekündigt, Mitte 2019, ist die Freigabe der neuen Brücke jetzt für November dieses Jahres geplant, erklärte eine Sprecherin von Bauherr Deges auf Anfrage unserer Redaktion. Der Baugrund sei sehr zerklüftet gewesen und musste erst verfüllt werden.

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Der eigentliche erste Bauabschnitt zur Verbreiterung der B1 soll dann Mitte 2020 beginnen. Dann wird der Ausbau auch für die Autofahrer zum ersten Mal richtig spürbar, weil der Verkehr zwischen Marsbruchstraße und Holzwickede dann über verengte und verschwenkte Fahrspuren durch die Baustelle rollen muss und das über etwa drei Jahre. Gebaut wird auch schon im Bereich Holzwickede, wo die Vorbereitungen für den Bau der neuen Lärmschutzwände getroffen werden.

Streit um Lärmschutz

Lärmschutz spielt generell eine große Rolle beim Ausbau der B1. Ursprünglich hatte es deshalb noch weitere Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss gegeben, die aber ebenfalls vorzeitig zurückgezogen wurden. Die Stadt und die Stadtkrone-Ost-Entwicklungsgesellschaft wollten damit den drohenden Bau von Lärmschutzwänden direkt an der Stadtkrone-Ost verhindern.

Inzwischen zeichnet sich ab, dass die im Plan festgeschriebene Lärmschutzwände durch Bürobauten ersetzt werden können, die das dahinterliegende Wohngebiet vom B1-Lärum abschirmen - so wie aktuell schon das ADAC-Gebäude an der Stadtkrone-Ost. Wie berichtet, will unter anderem die Continentale Versicherungsgruppe eine neue Unternehmenszentrale an der B1 bauen.

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