Wird Hollstein auch OB-Kandidat der Grünen? So sehen Dortmunds Grüne den CDU-Mann

rnKommunalwahl 2020

Nachdem bekannt geworden ist, dass Dr. Andreas Hollstein OB-Kandidat der Dortmunder CDU werden soll, gibt es erste Reaktionen. In Altena führt er eine schwarz-grüne Koalition.

Dortmund

, 22.11.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Andreas Hollstein (56), fast 20 Jahre hauptamtlicher Bürgermeister mit CDU-Parteibuch im sauerländischen Altena, will als CDU-Kandidat für das Oberbürgermeisteramt in Dortmund kandidieren. Den Segen der Dortmunder CDU-Spitze hat er, auch die Unterstützung der Landespartei. Jetzt muss er noch vor Ort offiziell nominiert werden. Das soll am Montag (25.11.) im Kreisvorstand und der Vorsitzendenkonferenz geschehen.

In Altena führt Hollstein seit 2014 eine schwarz-grüne Koalition. Könnte das auch für Dortmund eine Option sein? Schließlich gab es bereits Gespräche zwischen CDU und Grünen zu dem Thema. Hollstein hat gegenüber dieser Redaktion erklärt, er könne Brücken bauen und sei als Mann der Mitte auch für Wähler außerhalb der CDU wählbar.

Grüne: Gemeinsamer OB-Kandidat wäre falsches Signal

Die Reaktion der Grünen allerdings ist bislang ablehnend. Julian Jansen, Sprecher der Partei in Dortmund, sagt auf Anfrage: „Zu keinem Zeitpunkt stand es zur Diskussion, dass wir einen Kandidaten mit CDU-Parteibuch unterstützen.“ Zudem habe die CDU dazu beigetragen, dass sich Dortmund in Sachen Mobilität und Klimaschutz „aktuell in keiner guten Ausgangslage“ befinde.

Die liberale Flüchtlingspolitik, für die Hollstein bzw. die Stadt Altena ausgezeichnet wurden, sei nur ein Thema von vielen, das im Kommunalwahlkampf von Bedeutung sei, so Jansen. Bei anderen Themen wie Mobilität und Wohnungspolitik glaube er nicht, dass Grüne und CDU zusammenkommen könnten. Jansen: „Außerdem wäre es das falsche Signal in einer Zeit, in der Leute sich politisieren, wenn Grüne einen CDU-Kandidaten unterstützen wollten.“

Jetzt lesen

Die Grünen in Dortmund haben zurzeit viel Zulauf. Im Dezember werden sie 40 Jahre alt, begrüßen ihr 500. Mitglied und haben ihre Zahl damit in den letzten zwei Jahren fast verdoppelt. „Es wird einen grünen OB-Kandidaten oder eine OB-Kandidatin geben“, kündigt Jansen an. Es gebe mehrere Personen, die zur Kandidatur bereit seien, „doch es gibt noch nicht die eine Person“. Und die werde von der Mitgliederversammlung Anfang Januar gewählt.

Facebook-Kommentar der SPD

CDU-Parteichef Steffen Kanitz habe „durchweg positive Reaktionen“ zum Kandidaten Hollstein bekommen, sagte er am Donnerstag. Kritik kommt erwartungsgemäß von der SPD, die ihren Kandidaten Thomas Westphal (52), Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung, ebenfalls noch offiziell nominieren muss.

Man frage sich schon, heißt es in einem Facebook-Kommentar der SPD, ob es im kompletten CDU-Kreisvorstand in einer Stadt mit 600.000 Einwohnern keinen kompetenten Kandidaten gebe. Und weiter: „Aber unsere Chancen hängen nicht vom Gegenkandidaten ab. Das taten sie vor dieser Nominierung nicht und das tun sie auch jetzt nicht.“

Lesen Sie jetzt