Wirtschaftsförderer erwägen Auszug aus Vorzeige-Gebäude an der Töllnerstraße

rnDortmunder Wirtschaftsförderung

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Wirtschaftsförderer Thomas Westphal prüft, die angestammte Adresse in der Töllnerstraße aufzugeben und seine Leute andernorts neu einzuquartieren.

Dortmund

, 15.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Auf den Fluren und in den Zimmern der Wirtschaftsförderung ist es zum Dauerthema geworden: Dortmunds oberster Wirtschaftsförderer Thomas Westphal ist seit Monaten dabei, einen neuen Standort für seine rund 100-köpfige Mannschaft zu suchen. Er möchte das seit Jahren angestammte Domizil an der Töllnerstraße 9 in der Innenstadt am liebsten aufgeben und seine Truppe unter einer gemeinsamen Adresse bündeln. Bislang sind die Wirtschaftsförderer über mehrere Standorte verteilt.

Das Gros der Mitarbeiter, rund 70 Leute, ist seit vielen Jahren im Gebäude an der Töllnerstraße untergebracht. Die Immobilie befindet sich im Eigentum der Stadt, und die Adresse hat sich seit Langem etabliert. Gleich nebenan, im Gebäude des früheren Straßenverkehrsamtes am Ostwall 60, arbeitet mit der kaufmännischen Abteilung eine weitere Einheit der Wirtschaftsförderer. Sie ist rund 13 Mitarbeiter stark. Die nächste Adresse gibt es am Friedensplatz: In der Betenstraße 19 (oberhalb des Restaurants L'Osteria) sitzen weitere rund 15 Mitarbeiter: Sie sind für das Geschäft der Firmenberatung zuständig.

Neue Adresse im Postgebäude?

Nach Monaten der Standortsuche zeichnet sich für viele Beschäftigte der Wirtschaftsförderung inzwischen ab, wohin die Reise gehen könnte: in den Verwaltungstrakt des Postgebäudes an der Grüne Straße 2 bis 6 auf der Nordseite des Hauptbahnhofs. In der Wertung befinden sich Räumlichkeiten im zweiten Obergeschoss. Dort gibt es 3500 Quadratmeter Büro- und Praxisfläche, die ab dem dritten Quartal 2019 bezogen werden kann. Die Fläche wird auch seit geraumer Zeit auf dem Markt angeboten.

Ob die Wirtschaftsförderer tatsächlich die gesamten Fläche benötigen (intern geht man von rund 2600 Quadratmetern aus) ist zurzeit ebenso offen wie die Frage nach notwendigen Umbauten. Westphal bestätigte auf Anfrage die Standortsuche. Ja, dabei sei „auch das Objekt Grüne Straße in der Wertung“. Man habe aber mehrere Objekte im Blick, sagte Westphal und betonte: „Eine endgültige Entscheidung gibt es zurzeit nicht.“ Möglicherweise aber bald. Westphal sagte, er gehe davon aus, den Ratsgremien im kommenden März einen Beschlussvorschlag zur Abstimmung vorzulegen.

Stadt steht vor Umzugskarussell

Zumindest für Teile der Politik käme der Vorstoß nicht mehr überraschend. „Ich weiß, dass über Standorte verhandelt wird und man offenbar geeignete Räumlichkeiten gefunden hat", sagt Franz-Josef Rüther, Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaftsförderung. Er sieht den gewünschten Wechsel im engen Zusammenhang mit der internen Umorganisation des Eigenbetriebs Wirtschaftsförderung. Es seien neue Teams gebildet worden, die themenübergreifend zusammenarbeiten. Das solle sich offenbar nun auch räumlich niederschlagen. „Ich stehe dem Ganzen im Grundsatz positiv gegenüber“, sagt Rüther. Offen sei freilich noch die Frage, wie sich ein Umzug finanziell auswirke.

Jörg Stüdemann, Stadtkämmerer und Dezernent für städtische Liegenschaften, sieht dem Ergebnis gelassen entgegen. Sollte es zu einem Auszug aus dem Gebäude an der Töllnerstraße kommen, „haben wir genügend Optionen für eine Nachnutzung“, sagt Stüdemann auf Anfrage.

Er erinnerte, dass die Verwaltung auf absehbare Zeit ohnehin ein größeres Umzugskarussell in Gang setzen müsse. Schon wegen der Rathaus-Sanierung, die nach der Kommunalwahl 2020 starten soll. Aber auch das Gebäudes des Jugendamtes am Ostwall 64 sei in hohem Maße sanierungsbedürftig, sagte Stüdemann. Ähnliches gelte für das ein oder andere Privatgebäude, in dem zurzeit noch städtische Ämter untergebracht seien.

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