Wissen am Wegesrand: Fünf Tafeln erzählen die Geschichte des „Rheinischen Esels“

rnRheinischer Esel

Am Rad- und Wanderweg „Rhenischer Esel“ erzählen fünf große Infotafeln ab sofort von der Geschichte und Umgebung der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Dortmund und Bochum.

von Marc Dominic Wernicke

Löttringhausen

, 01.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer auf dem Rad- und Wanderweg „Rheinischer Esel“ unterwegs ist, kann dort ab jetzt im Vorbeigehen mehr über dessen Hintergrund erfahren: Am Mittwoch (31. Juli) wurden im Abschnitt zwischen Löttringhausen und Kruckel fünf Schilder mit wissenswerten Informationen enthüllt.

„Diese Tafeln entstanden durch großen Einsatz und bringen die Verbundenheit zu diesem Gebiet und seiner Geschichte zum Ausdruck“, sagte der Hombrucher Bezirksbürgermeister Hans Semmler vor den rund 50 Anwesenden am östlichen Ende des „Esels“ in Löttringhausen. Sein Lob galt dabei den Geschichtsforschern Gerhard Brune, Thilo Cramm und Helmut Kaufung, die die Inhalte der Tafeln recherchiert haben

Wissen am Wegesrand: Fünf Tafeln erzählen die Geschichte des „Rheinischen Esels“

Gerhard Brune (v.l.), Thilo Cramm und Helmut Kaufung haben für die Inhalte der fünf Tafeln umfangreiche Recherchen angestellt. © Marc D. Wernicke

„Schon vor einigen Jahren hatte meine Frau die Idee, am renaturierten Rüpingsbach Tafeln mit Informationen über die Landschaft aufzustellen“, so der Bergbauhistoriker Thilo Cramm. „Nun möchten wir den Menschen auch die Geschichte des Rheinischen Esels näher bringen.“

Infos und QR-Codes

So enthält jede der fünf hochwertig gestalteten Tafeln informative Texte, Landkarten und Farbfotos über die nähere Umgebung in Löttringhausen, an der Großholthauser Mark, im Ortsteil Großholthausen, am Ballroth und in Kruckel. Neben historischen Fakten werden dabei auch die natürlichen und geologischen Besonderheiten der Landschaft dargestellt. Weitere Informationen können außerdem mit Mobilgeräten aus QR-Codes abgerufen werden.

Wissen am Wegesrand: Fünf Tafeln erzählen die Geschichte des „Rheinischen Esels“

Neben Texten und Bildern enthält jede der fünf Tafeln einen QR-Code, über den mit einem Mobilgerät zusätzliche Informationen angefordert werden können. © Marc D. Wernicke

Der moderne Rad- und Wanderweg führt über eine Strecke von 11,5 Kilometern von Dortmund-Löttringhausen bis nach Bochum-Langendreer. Ursprünglich handelte es sich dabei um eine Eisenbahnlinie, die im Dezember 1880 eröffnet wurde. „An der Strecke Löttringhausen bis Langendreer lagen zunächst nur die drei Zwischenbahnhöfe Annen-Süd, Witten-Stockum und Witten-Ost. Hauptkunden waren die Zechen Gottessegen, Hamburg, Constanze und Vereinigte Wallfisch sowie einige Wittener Industriebetriebe“, weiß Thilo Cramm.

Wissen am Wegesrand: Fünf Tafeln erzählen die Geschichte des „Rheinischen Esels“

Die rund 50 Teilnehmer konnten im Anschluss an die Tafel-Enthüllung bei einem Vortrag im nahegelegenen Möllershof mehr über die Hintergründe erfahren. © Marc D. Wernicke

Mit der Neuausrichtung des Schienennetzes Ende der 1970er Jahre wurde die Bahnstrecke stillgelegt. Damals war es der Heimatforscher Willi Garth, der als Erster vorschlug, die ehemalige Schienentrasse in einen Rad- und Wanderweg umzuwandeln. Dieser führt seit 2012 vom Dortmunder Südwesten über Witten bis nach Bochum.

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Doch wie kam der Rheinische Esel an seinen skurrilen Namen? „Das ist nicht genau bekannt, es gibt aber zwei mögliche Erklärungen“, so Cramm. „Einerseits könnte das Schnaufen der Dampfloks die Menschen früher an einen Esel erinnert haben. Andererseits haben die Arbeiter und Marktfrauen die Bahn womöglich mit einem Tragtier verglichen. Die Bezeichnung stammt aber eher aus dem Wittener Raum und war in Hombruch früher nicht geläufig.“

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