Wizz Air zieht seine drei stationierten Maschinen ab, landet und startet aber weiterhin am Dortmunder Flughafen. © RN
Dortmunder Flughafen

Wizz Air zieht Flieger aus Dortmund ab – Airportgegner hoffen auf Insolvenz

Die Airline Wizz Air löst ihre Basis am Dortmunder Flughafen auf. In Kürze ist es soweit. Die Flughafengegner freut das. Sie haben sich zum Abschied von der Basis etwas einfallen lassen.

Mitten in der Pandemie im August 2020 eröffnet, wird die Basis der ungarischen Airline Wizz Air am Dortmunder Airport wieder geschlossen. Am Sonntag (24.10.) macht Wizz Air die Ankündigung wahr: Um 6 Uhr morgens hebt die Basis-stationierte Maschine nach Charkow in der Ukraine vom Rollfeld ab. Die Flughafengegner wollen dabei sein.

Der Airport selbst sieht den Abzug der drei stationierten Flieger gelassen. Lediglich 15 Prozent der Wizz Air-Passagiere seien von der Basis gestartet, heißt es. Der weitaus größte Teil der Fluggäste steige in Dortmund in Maschinen, die Wizz Air im Ausland stationiert.

Zum Vergleich: Im Vor-Coronajahr 2019 (damals noch ohne Basis) waren 1,88 Millionen der insgesamt 2,72 Millionen Airport-Passagiere in die Wizz Air-Maschinen gestiegen. Dieses Volumen, sagt der Airport, gebe es auch weiterhin. Wenn sich der Flugbetrieb normalisiert habe, sei allein Wizz Air „für rund zwei Millionen Passagiere“ gut.

Wizz Air werde „ein starker Partner“ bleiben, heißt es. Allein im laufenden Winterflugplan 2021/2022 biete die Airline weit über 30 Ziele – und übertreffe damit sogar noch das Rekordniveau aus dem Winter 2019.

Mit Tüchern und Taschenlampen

Die Flughafengegner lassen solcherlei Rechnungen nicht gelten. Sie sehen darin eher Zweckoptimismus. Und fühlen sich durch die aktuelle Insolvenz des Flughafens Frankfurt-Hahn bestätigt.

Das Coronajahr 2020 hat auch Dortmunds Airport auf ein Betriebsergebnis von minus zwölf Millionen Euro zuückgeworfen – 2019 betrug das Minus knapp 400.000 Euro. Bis Ende 2023 (bzw. Ende des ersten Quartals 2024) muss das Ergebnis ausgeglichen sein. Auch in den Folgejahren dürfen keine Defizite mehr anfallen.

Das werde nicht zu schaffen sein, sagen die Flughafengegner. Und dann? Grüne und CDU im Rat wollen auf ein solches Szenario vorbereitet sein – und drängen auf ein Gutachten, das anstelle des Flughafens „alternative Nutzungen“ aufzeigen soll.

Für Flughafengegner Mario Krüger, Kopf der Schutzgemeinschaft Fluglärm, ist die Auflösung der Basis „ein Fingerzeig in die richtige Richtung“. Am Sonntag (24.10.) wollen sie demonstrieren, dass sie der Wizz Air-Basis „keine Träne nachweinen“.

Dazu wollen sich die Mitglieder der Schutzgemeinschaft um 5.30 Uhr morgens in der Frühe vor dem Terminal sammeln, auf die Besucher-Terrasse ziehen und von dort mit „Abschiedstüchern“ und Taschenlampen dem Flugzeug hinterherwinken. Und hinterher in Unna gemeinsam frühstücken.

Gut möglich allerdings, dass Wizz Air einige „Basis-Ziele“ 2022 eben doch wieder anbietet: Die Airline prüft, bestimmte Destinationen (etwa die griechischen Inseln) in den Sommerflugplan 2022 aufzunehmen. Auch ohne Basis. Die Entscheidung soll im November fallen.

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Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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