Wizzair ist Wachstumsmotor am Flughafen

Geschäftsbericht 2014

Der Flughafen Dortmund konnte das Passagieraufkommen 2014 steigern. Besonderen Beitrag dazu leistete die Fluggesellschaft Wizzair. Und das, obwohl zahlreiche Strecken in die Ukraine eingestellt oder reduziert worden sind.

DORTMUND

, 27.08.2015, 16:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die osteuropäische Fluggesellschaft Wizz Air fliegt von Dortmund aus mittlerweile 18 Ziele an.

Die osteuropäische Fluggesellschaft Wizz Air fliegt von Dortmund aus mittlerweile 18 Ziele an.

Der Flughafen Dortmund steigerte im vergangenen Jahr das Passagieraufkommen um 2,2 Prozent. 1.965.802 Fluggäste wurden in 2014 in Dortmund abgefertigt (Vorjahr 1.924.313). Getragen wurde das Wachstum erneut von der Fluggesellschaft WizzAir, obwohl wegen des Ukrainekonflikts Strecken wie Donezk und Lemberg eingestellt und die Flüge nach Kiew reduziert wurden.

Das geht aus dem Geschäftsbericht 2014 hervor. Der Jahresfehlbetrag, der vom Mutterkonzern DSW21 ausgeglichen wird, beläuft sich auf 17,41 Millionen Euro (Vorjahr 18,10 Millionen Euro) und ist das geringste Defizit seit 2002. Doch im laufenden Geschäftsjahr wird wieder ein Jahresfehlbetrag von 19,2 Millionen Euro erwartet.

Spätestens 2024 Deckung der Betriebsaufwendungen

Nach den neuen EU-Leitlinien für Regionalflughäfen aus April 2014 muss der Flughafen aber aus eigener Kraft spätestens 2024 die volle Deckung seiner Betriebsaufwendungen erreichen. Ob das gelingt, hängt wesentlich von der künftigen Passagierentwicklung ab – für den Flughafen ein bestandsgefährdendes Risiko. Zumal im immer härter werdenden Wettbewerb insbesondere im Niedrigpreis-Segment Airlines unrentable Ziele aus ihren Streckennetzen nehmen. Dortmund gehört zu den Flughäfen, die einen hohen Anteil an Billigfluglinien haben. Ryanair belegt im Ranking des Dortmunder Flughafens Platz zwei hinter WizzAir, gefolgt von Germanwings.

Im Vergleich zu Wettbewerbsflughäfen gerät der Airport Dortmund auch aufgrund der vermeintlich zu kurzen Start- und Landebahn „zunehmend in eine kritische Marktposition“, stellt der Geschäftsbericht fest. Wie berichtet, hat der Aufsichtsrat deshalb beschlossen, Voruntersuchungen für eine Verlängerung der Start- und Landebahn in die Wege zu leiten.

Umsätze im Flugverkehr eher unterproportional

Während sich die Umsätze im unmittelbaren Flugverkehr mittelfristig eher unterproportional entwickeln werden, sind am Rande des Flugbetriebs Einnahmesteigerungen zu erzielen, etwa bei Mieterlösen, Parkeinnahmen und Einnahmen aus dem Pendelbusverkehr.

Nach dem Wirtschaftsplan des Flughafens für die Jahre bis 2024 könnte die operative Finanzierungslücke EU-konform nach und nach geschlossen werden. Bis 2019 soll das Defizit auf 12,1 Millionen Euro schrumpfen, einhergehend mit einer Steigerung des Passagieraufkommens auf 2,52 Millionen Passagiere. Dabei soll sich im nächsten Jahr die im Mai 2014 genehmigte Erweiterung der Betriebszeiten schon positiv auswirken.

Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse am Flughafen um 640.000 Euro auf 25,06 Millionen Euro (+2,6 Prozent).
Die Abschreibungen und Zinsaufwendungen stellen einen der größten Ausgabeposten dar und betrugen zusammen 10,80 Millionen Euro (Vorjahr 11 Millionen Euro, -1,8 Prozent) beziehungsweise 22,9 Prozent der Gesamtaufwendungen. 2014 beschäftigte der Flughafen 200 Mitarbeiter (201). Der 15-köpfige Aufsichtsrat erhielt Sitzungsgelder und Aufwandsvergütungen von insgesamt 43.900 Euro. Geschäftsführer Udo Mager erhielt an Vergütungen insgesamt 274.310,16 Euro.

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