Wo Dortmunds Studenten und Rentner wohnen

Daten-Serie "Heimatkunde"

Wie ist das Lebensgefühl in Dortmunds Vierteln? Geprägt wird es auch davon, wie viele Studenten und Auszubildende auf der einen und Rentner auf der anderen Seite in der Nachbarschaft wohnen. Für unsere Daten-Serie "Heimatkunde" zeigen wir in einer interaktiven Karte, wie sie sich über die Stadt verteilen.

DORTMUND

, 15.01.2016, 03:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laute WG-Feiern, feucht-fröhliche Kneipenabende und lange Nächte - bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren, die meistens im Studium oder in der Ausbildung sind, ist die Feierwütigkeit traditionell stark ausgeprägt. Menschen über 68 Jahre hingegen gehen es lieber ruhig an. Beides beeinflusst die Stimmung in der Nachbarschaft.

Wenig überraschend ist der Anteil der jungen Erwachsenen an der Gesamtbevölkerung rund um die TU besonders hoch. Wegen der vielen Studentenwohnheime ist mehr als jeder vierte Bewohner des statistischen Bezirks Eichlinghofen (zu dem auch Teile Barops und Salingen gehört) zwischen 18 und 25 Jahre alt. Das andere Extrem ist noch stärker ausgeprägt: Rund um den Rombergpark ist fast jeder dritte Einwohner über 68 Jahre alt. Dafür verantwortlich sind vor allem mehrere große Altersheime im Viertel.

Karte: Wie sieht es in Ihrem Viertel aus? Schauen Sie nach!

So funktioniert die Karte: Klicken Sie auf die "+/-"-Symbole oben links, um in die Karte hinein- oder aus ihr herauszuzoomen. Oben rechts können Sie zwischen den einzelnen Karten hin- und herschalten, um zu sehen, wo Dortmunds junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren und jene über 68 Jahren wohnen und wie sich ihr Anteil seit 2000 verändert hat. Klicken Sie auf die farbigen Flächen, um mehr Informationen zu den einzelnen Stadtteilen zu bekommen. 

 

Kein echtes Studentenviertel

Ein ausgesprochenes Studentenviertel wie zum Beispiel in Münster gibt es in Dortmund nicht, meint Susanne Linnebach vom Amt für Wohnen und Stadtentwicklung: "Dortmund ist immer noch eine Pendler-Uni“. Es gebe aber natürlich Stadtteile, die interessanter für Studenten sind als andere. Dazu gehören neben Eichlinghofen und Barop vor allem das Unionviertel, Dorstfeld, Hörde und die Nordstadt.

Der Südosten hingegen kann durchaus als Dortmunder Rentner-Hochburg gelten. Südlich von Hörde und östlich von Schüren ist mehr als jeder fünfte 68 Jahre oder älter. Vergreist der Südosten? Susanne Linnebach vom Amt für Wohnen gibt sich entspannt: "Um den Südosten mache ich mir keine Sorgen." Der Südosten sei deswegen älter als der Rest der Stadt, weil es dort einen höheren Eigentumsanteil gebe, auch seien dort die Einkommen höher als im Rest der Stadt.

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Der Leiter des Dortmunder Statistikamts, Berthold Haermeyer, ergänzt, dass viele Baugebiete im Südosten erst seit den siebziger Jahren entstanden seien. "Die sind immer noch von den Erstbeziehern bewohnt. Und die sind heute im Rentenalter." Dem Südosten stehe in den nächsten Jahren ein Generationenaustausch an.

Insofern verwundert es nicht, dass der Stadtteil mit dem am schnellsten wachsenden Anteil an Rentnern an der südöstlichsten Ecke Dortmunds liegt: In Sölderholz waren Ende 2014 fast 22 Prozent aller Einwohner 68 oder älter - 9,1 Prozentpunkte mehr als noch zur Jahrtausendwende.

City ist Nummer zwei bei den jungen Erwachsenen

Die Innenstadt hingegen wird immer jünger. Besonders in der City innerhalb des Walls ist der Anteil der 18- bis 25-Jährigen seit der Jahrtausendwende konstant gestiegen. Das Quartier liegt nun mit einem Anteil von 17,4 Prozent hinter Eichlinghofen auf Platz zwei bei den Junge-Erwachsenen-Vierteln - vor allem wohl wegen der zentralen Lage, der passenden Größe von Wohnungen und der vergleichsweise niedrigen Mieten.

Überraschend: Am stärksten seit der Jahrtausendwende gewachsen ist der Anteil junger Erwachsener in Kley. Dort hat sich eine kleine, feine Studentengemeinde gebildet. Kleys Vorteil: Von seinem S-Bahnhof erreicht man sowohl die TU Dortmund als auch die Ruhr-Uni Bochum schnell.

Unsere Serie Heimatkunde: Ein Daten-Porträt Dortmunds - das ist das Ziel unserer Serie "Heimatkunde". Dazu haben wir Dortmunds Bevölkerungsdaten seit der Jahrtausendwende ausgewertet. Wir beleuchten verschiedene Aspekte der Bevölkerungsentwicklung. Die Serienteile: "" (bereits erschienen), ""(bereits erschienen), "Das junge und das alte Dortmund" (bereits erschienen), "Stammesland - die Spuren der anderen Bundesländer in Dortmund" und "Kreuzviertel - wie hältst du's mit der Gentrifizierung?". Begleitet wird das Daten-Projekt von Reportagen in der Zeitung. Inspiriert wurde die Serie .

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