Der größte Teil der Neuinfektionen der vergangenen vier Wochen in Dortmund ist im familiären Umfeld passiert (Symbolbild). © picture alliance/dpa
Gesundheitsamt

Wo sich die Dortmunder in der vierten Corona-Welle angesteckt haben

Wie viele Dortmunder haben sich zuletzt in der Familie angesteckt, wie viele auf der Arbeit und wie viele in der Kita? Ein aktueller Bericht beantwortet diese Fragen. Auch Impfdurchbrüche sind Thema.

Die Corona-Neuinfektionen in Dortmund haben sich in den vergangenen Wochen mehr oder weniger auf ein Plateau eingependelt. So steht es in einem aktuellen Bericht der Stadtverwaltung, der den Zeitraum vom 14. September bis zum 13. Oktober erfasst. Aus dem Bericht geht auch hervor, wo diese Neuinfektionen wahrscheinlich passiert sind.

Generell sind die Fallzahlen in Dortmund aktuell höher als zur gleichen Zeit vor einem Jahr – auch wenn sie eben aktuell nicht weiter ansteigen. Mit Einsetzen des Winters könnte das allerdings passieren.

Großteil der Ansteckungen passiert in der Familie

Schon mit dem Ende der Herbstferien könnte es mehr Neuinfektionen geben, weil über die Ferien mehr Menschen verreist sind. In den vergangenen Wochen waren Infektionen als Folge von Reisen allerdings kaum eine relevante Größe. Sie machten nur fünf Prozent der gezählten Neuinfektionen aus.

Die weitaus meisten Ansteckungen passierten laut dem Bericht im familiären Umfeld: 65 Prozent der Neuinfektionen gehen darauf zurück. Besonders wenn kein ausreichender Impfschutz bestehe, könne sich das Coronavirus im familiären Umfeld ausbreiten.

In den betrachteten vier Wochen sei es zudem zu auffällig vielen Ansteckungen im familiären Umfeld bereits bekannter Fälle gekommen.

Acht Prozent der Neuinfektionen entfielen auf den Arbeitsplatz, drei Prozent auf Kindertagesstätten und 14 Prozent auf „sonstige Gemeinschaftsunterkünfte“. Bei den restlichen Fällen sei der Ansteckungsort aus Gesprächen mit den Betroffenen nicht zu rekonstruieren gewesen.

Vermehrt Durchbruchsinfektionen bei älteren Menschen

Anders als die Zahl der Neuinfektionen insgesamt, stieg die Zahl der Neuinfektionen in stationären Pflegeeinrichtungen laut dem Bericht an. Impfdurchbrüche haben demnach dort zugenommen.

Die Stadtverwaltung nimmt das zum Anlass, um die Bedeutung von Booster-Impfungen (dritte Impfung nach sechs Monaten) für alle Menschen ab 70 und insbesondere in Pflegeeinrichtungen zu betonen. In der Breite sind Covid-19-Patienten aktuell hingegen eher jünger.

Hygienemaßnahmen in Schulen meist ausreichend

In den Dortmunder Schulen gab es in den vier Wochen, die der Bericht umfasst, 492 Infektionsfälle, wobei darunter 106 Fälle waren, die in dem Zeitraum, in dem sie vor der Quarantäne hätten andere anstecken können, nicht in der Schule waren.

Bei den verbleibenden 386 Fällen, die als ansteckende Corona-Infizierte in Schulen waren, waren laut der Stadtverwaltung in den meisten Fällen die Hygienemaßnahmen der jeweiligen Schule ausreichend. Nur in 15 Fällen sei eine Quarantäne für Kontaktpersonen ausgesprochen worden, in vier Fällen sei eine Klasse vorübergehend geschlossen worden.

In Kindertagesstätten kam es vom 14. September bis zum 13. Oktober zu 68 Infektionsfällen, von denen 45 nicht in der ansteckungsrelevanten Zeit anwesend waren. In den verbleibenden 22 Fällen wurden Quarantänen jeweils nur für die positiv getesteten Personen ausgesprochen.

Vierte Infektionswelle hat sich selbst reguliert

Insgesamt bewertet die Stadtverwaltung die vierte Infektionswelle als vorüber. Sie sei die erste, die sich ohne Lockdown selbst begrenzt habe.

Wesentlich für das weitere Infektionsgeschehen sei es, weitere Fortschritte bei den Impfungen zu machen, da im Winter die Kontaktdichte und – Häufigkeit in Innenräumen wieder zunehmen.

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Redaktion Dortmund
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Bastian Pietsch