Kevin arbeitet nebenberuflich als Callboy - nicht immer buchen ihn seine Kundinnen aber für sexuelle Abenteuer. © Jessica Will
Dortmunder Callboy

Wofür Frauen Callboy Kevin buchen – außer Sex

Kevin bietet sich als Callboy an - wird aber längst nicht nur für Sex gebucht. Oft geht es um ganz andere Bedürfnisse als sexuelle Befriedigung. Manchmal sogar um einen Vertragsabschluss.

Wer Kontakt zu einem Callboy aufnimmt, dem geht es um Sex. Oder? So einfach ist es nicht, sagt Kevin. Der 41-Jährige bietet seine Dienste als Callboy an – und natürlich gehe es vielen Frauen oder Pärchen, die ihn buchen, um Sex. Aber eben nicht nur.

Dortmund gibt er als seine „Homebase“ (übersetzt etwa „Heimatstützpunkt“) an – er ist aber deutschlandweit und sogar in der Schweiz und Österreich unterwegs. Einmal hat ihn sein Nebenjob sogar bereits nach Dubai verschlagen. Und sein Einsatz bescherte einer Frau auch schon eine neue Wohnung in Dortmund.

Nur Gesellschaft oder auch Sex

Wer Kevin bucht, hat grundsätzlich die Wahl zwischen „Sweet time“ und „Social time“, erklärt er. Der Unterschied? Bei der „Sweet time“ ist Sex mit eingeschlossen. Bei der „Social time“ geht es oft um Begleitungen zu Events, bei denen die Kundin nicht alleine sein möchte.

Das kann ganz Alltägliches sein: „Das kann einfach ein netter Abend im Restaurant sein – oft sind das Damen, die beruflich in einer fremden Stadt sind und nicht alleine Essen gehen wollen“, sagt Kevin. Aber auch spazieren gehen, Kino, tanzen gehen kommt vor. „Oft geht es darum, dem Alltag allein zu entfliehen.“

Auch wenn das von der Stimmung her oft in Richtung „erstes Date“ gehe, würden das auch Frauen buchen, die in einer Beziehung leben, aber eben gerade nicht zu Hause seien.

Callboy spielt bestimmte Rolle

Manchmal wird der Callboy auch mit dem ganz klaren Auftrag gebucht, für andere einen ganz bestimmten Eindruck zu vermitteln. „Es kommt relativ oft vor, dass ich als Hochzeitsbegleitung gebucht werde. Oft sind die Frauen genervt von der Frage: ,Hast du immer noch keinen Partner?` Dann werde ich als neuer Partner vorgestellt, spiele den Lebensgefährten.“

„Da muss man sich im Vorfeld sehr gut briefen, vorab ausführlich telefonieren“, so Kevin. Wo und wie hat man sich kennengelernt, wie sieht der Alltag der Kundin aus – die Details müssen stimmen, damit der Eindruck perfekt ist.

Um einen guten Eindruck ging es auch bei einer Buchung, die für den 41-Jährigen so bisher einmalig war: Eine Frau, die weit von Dortmund weg wohnte, aber hier eine Wohnung suchte, buchte ihn für eine Wohnungsbesichtigung.

Buchungen gegen die Einsamkeit

„Ich war für sie bei der Wohnungsbesichtigung, habe Fotos und Videos der Räume gemacht und ihr nachher geschickt. Vor dem Vermieter habe ich mich als ihr Lebensgefährte ausgegeben, weil sie sich davon bessere Chancen versprach, die Wohnung zu bekommen.“

Kevin legt Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Hygiene, Outfit, alles muss passen, wenn er eine Kundin besucht.
Kevin legt Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Hygiene, Outfit, alles muss passen, wenn er eine Kundin besucht. © Jessica Will © Jessica Will

Nicht die Aussicht auf einen Vertragsabschluss, sondern der Wunsch nach Gesellschaft bringt dem Callboy oft Buchungen an Weihnachten ein. „Vielleicht ist das eine besonders traurige Zeit, wenn ein Partner an der Seite fehlt. Da werde ich des Öfteren als Gesellschaft für einen Abend gebucht.“

Begleitung für einen kompletten Urlaub

Wem ein paar Stunden Gesellschaft nicht reichen, der kann Kevin auch deutlich länger buchen: Sogar für einen kompletten Urlaub. An der Ostsee hat er so schon Zeit mit einer Kundin verbracht, aber auch Dubai war unter den Zielen.

Neben den Kosten für den Urlaub kommt bei einer Woche auch ein sattes Honorar zusammen: 6000 Euro berechnet der Callboy dafür. Wer sich das gönne, dem gehe es dabei allerdings auch um Sex, sagt Kevin. Aber eben nicht nur.

Alle Infos und Kontaktinformationen von Kevin gibt es unter anderem unter www.callboyz.net/callboys/callboy-kevin.

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1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
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Jessica Will