Wohnen im Schatten des Kirchturms?

LINDENHORST Was braucht Lindenhorst, und wie lockt man Investoren hierher? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Planungsgruppe Stadtbüro sowie die Architekten Kroos und Schlemper, seit feststeht, dass die evangelische Kirchengemeinde ihren Standort im Dorf aufgibt.

04.06.2008, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Mehrgenerationenhaus? Betreutes Wohnen? Ein Stadtteilzentrum mit Gastronomie? Oder eine Trauerhalle? Die ersten Entwürfe für die Gutachten liegen vor und sollen den Bürgern des Stadtbezirks am Samstag (7.6.) bei der Großveranstaltung "Wir in Eving" an einem Stand vorgestellt werden.

"Favorisiert werden schon das betreute Wohnen und ein Mehrgenerationenhaus, aber beides braucht eine bestimmte Größe, um Investoren zu locken", sagt Natalie Römert von der Planungsgruppe Stadtbüro. Sprich: Das Gemeindehaus mit neuem Anbau müsste wahrscheinlich überplant werden.

Gegen ein Stadtteilzentrum mit Gastronomie sprechen die vergleichbaren Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft: das Nachbarschaftshaus an der Herrekestraße, das Vereinshaus St. Barbara und das Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz. "Die Konkurrenz wäre einfach für die Etablierten zu groß'", so Römert. Und in Sachen Trauerhalle "bewegen wir uns auf dem dünnsten Eis".

Die Planer möchten die Nutzungsideen mit den Bürgern diskutieren, weil es um das gesamte Gelände der evangelischen Kirche (mit Ausnahme des Friedhofs) geht. "Es ist ein sensibles Thema, wir möchten die Menschen auffordern, an unseren Stand zu kommen, ihre Wünsche und Ideen auf Kärtchen zu schreiben, die wir an die Pinwand hängen. Vielleicht gibt es abends schon erste Tendenzen", hofft Römert.

Das größte Problem ist die alte evangelische Kirche selbst. Der Turm ist seit Jahren eingerüstet und verfällt immer mehr. 500 000 Euro für eine Sanierung kann die Gemeinde selbst mit Hilfe nicht stemmen. "Deshalb denken wir über eine alternative Sanierung nach, einen transparenten Wetterschutz, eventuell eine Glasfassade, die dichter am Gemäuer wäre als das jetzige Gerüst", sagt Natalie Römert. Petra Frommeyer

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