Wohnungen statt Klassenräume: Spar- und Bauverein will die frühere Abendrealschule umbauen

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Für den Spar- und Bauverein wäre es die „ideale Ergänzung“: Die Genossenschaft möchte das Gebäude der früheren Abendrealschule im Unionviertel kaufen. Aber es gibt mehrere Interessenten.

Dortmund

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit einem Bestand von rund 1000 Wohnungen ist der Spar- und Bauverein der Platzhirsch unter den Vermietern im Unionviertel in der westlichen Innenstadt. Dort steht auch das Gebäude der früheren Abendrealschule an der Adlerstraße 44. Die Immobilie, etwas versteckt in einem Hinterhof, diente zuletzt als Unterkunft für Flüchtlinge. Inzwischen steht das Haus leer. Offenbar hat sich herumgesprochen, welche Nachfolgenutzung geplant ist: „Da sollen doch Wohnungen entstehen, Studenten-WG und so“, sagt ein junger Mann, der aus der gegenüberliegenden Bäckerei kommt.

Ganz klar ist die Sache noch nicht. Der Spar- und Bauverein, der hohes Interesse an der städtischen Immobilie hat, strebt eine Mischung an. „Wir haben der Stadt ein Angebot für den Kauf des Hauses vorgelegt“, bestätigt Vorstandsvorsitzender Franz-Bernd Große-Wilde. „Die Immobilie würde unseren Bestand im Unionviertel perfekt ergänzen.“ Nach einem ersten Konzept sieht die Wohnungsgenossenschaft den Bau von rund 20 Mietwohnungen in dem ehemaligen Schulgebäude vor. Die einzelnen Klassenzimmer, schätzt Große-Wilde, böten Raum für 70 bis 75 Quadratmeter große Apartments.

Denkmalschützer reden ein Wörtchen mit

Auch die Quertrakte lassen sich in Wohnraum umwandeln: Große-Wilde sieht ein Potenzial für 100-Quadratmeter-Wohnungen, die entweder als Familienwohnungen oder als Studenten-WG zur Miete am Markt angeboten werden könnten. Wie die ehemalige Sporthalle im Souterrain genutzt werden kann, sei noch unklar, so der Vorstandschef des Spar- und Bauvereins. Ihm schwebt eine Mischung aus freifinanzierten und öffentlich geförderten Wohnungen vor. Preiswert sollen sie in jedem Fall sein. „Wir möchten Innenstadt-nahes Wohnen zu moderaten Preisen bieten“, sagt Große-Wilde.

Zur den Umbaukosten mochte er sich aktuell nicht äußern. Wie etliche Immobilien in Dortmund, steht auch das frühere Schulgebäude in Teilen unter Denkmalschutz, wie die Stadt auf Anfrage bestätigt. „Das klopfen wir gerade ab“, sagt Große-Wilde. Das ursprüngliche Baujahr datiert aus 1913. Später von Kriegsschäden zerstört, wurde das Gebäude 1954 wieder aufgebaut.

Der Spar- und Bauverein ist allerdings nicht der alleinige Interessent. Wie die städtischen Liegenschaftler wissen lassen, gibt es mehrere Bewerber, die die alten Schulräume in Wohnungen umwandeln wollen. Wer am Ende den Zuschlag erhält? Geplant sei, dem Rat der Stadt vor der Sommerpause einen Vorschlag zu unterbreiten. Der Spar- und Bauverein jedenfalls steht an der Startlinie. „Wir könnten 2020 mit dem Umbau beginnen“, sagt Große-Wilde.

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