Die Zahl der Wohnungseinbrüche macht in Dortmund in den vergangenen Jahren eine extreme Entwicklung durch. © dpa (Symbolbild)
Jahresbilanz

Wohnungseinbrüche in Dortmund: „Das ist ein echter Hammer“

Bei der Zahl der Wohnungseinbrüche in Dortmund setzte sich 2020 der Trend der vergangenen Jahre fort - und brach einen Rekord. Die Polizei freut sich über die Entwicklung.

Polizeipräsident Gregor Lange ist als seriöser Behördenleiter bekannt, nicht unbedingt als Mann für flapsige Sprüche. Bei der Vorstellung der aktuellen Kriminalstatistik gab es aber einen Punkt, an dem er es nicht anders ausdrücken konnte als: „Das ist ein echter Hammer, was da in den letzten Jahren passiert ist.“

Gemeint ist die Zahl der Wohnungseinbrüche, die seit inzwischen fünf Jahren immer weiter rückläufig ist. Während andere positive Trends zuletzt einen leichten Dämpfer erlitten, ist die Nachricht, die die Einbruchszahlen vermitteln, weiter sehr positiv. Exakt 1000 Taten sind im Jahr 2020 in Dortmund angezeigt worden: deutlicher Tiefstwert mindestens seit 2011. Weiter in die Vergangenheit lassen die aktuellen Statistiken nicht blicken.

Im Jahr 2015 wurden 3357 Einbrüche angezeigt

Das sind 181 weniger als im Vorjahr, der Höchstwert aus dem Jahr 2015 war mehr als dreimal so hoch wie die aktuelle Zahl. Damals, „und das sind wir ja in der Stadt des Fußballs eigentlich immer gerne“, so Lange, sei Dortmund bundesweit Tabellenführer gewesen beim Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden.

Die Pandemie habe sicherlich den Einbrechern einige Tatgelegenheiten genommen, weil die Bewohner häufig zu Hause waren: „Aber dies erklärt nicht die gesamte zurückliegende Zeit seit 2015“, so Lange. Heute könne er mit einem gewissen Stolz sagen: „Das Risiko, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, ist unter den großen Städten Nordrhein-Westfalens in Dortmund am geringsten.“ Und mit einem Lächeln fügte er hinzu: „Da sind wir ganz gerne Tabellenletzter.“

Ein weiterer Grund zur Freude: Zu einem immer größeren Anteil der Einbrüche ermittelt die Polizei auch Tatverdächtige. Die Aufklärungsquote ist in diesem Bereich von rund sechs Prozent im Jahr 2011 auf zuletzt 17 Prozent gestiegen. Der Einsatz einer neuen Tatortgruppe im Jahr 2016 führte dazu, dass man die Spuren der Täter nun besser sichern und nachverfolgen kann.

Bei rund der Hälfte bleibt es beim Versuch

Ein Lob geht dabei auch an die Bürgerinnen und Bürger: Viele hätten die Präventionsberatung der Polizei in Anspruch genommen und in die Sicherheitstechnik ihrer Wohnhäuser investiert. 48 Prozent aller Wohnungseinbrüche blieben im vergangenen Jahr beim Versuch – etwa weil die Täter an Türen oder Fenstern scheiterten oder verschreckt wurden.

Ausruhen will man sich bei der Polizei auf diesen Erfolgen allerdings nicht. „Wir haben viele positive Entwicklungen. Aber wir haben auch noch viel vor uns und viel zu tun“, so Lange: „Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden könnte.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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