Wohnungslosenhilfe kritisiert Pläne für Obdachlosenheim

Adlerstraße

Die baulich marode Übernachtungsstelle für obdachlose Männer an der Unionstraße soll durch einen Modul-Neubau ersetzt und deutlich erweitert werden. Für die etwa einjährige Bauzeit will die Stadt ersatzweise die alte Abendrealschule an der Adlerstraße zur Unterkunft für Obdachlose machen. Doch das stößt auf Kritik.

DORTMUND

, 08.06.2017, 01:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wohnungslosenhilfe kritisiert Pläne für Obdachlosenheim

Die ehemalige Abendrealschule an der Adlerstraße wurde bereits als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt. Jetzt soll hier eine Unterkunft für Obdachlose entstehen,

Die Wohnungslosenhilfe des gemeinnützigen Vereins Bodo befürchtet, dass sich in der Adlerstraße die Bedingungen für die Nutzer verschlechtern. „Wir begrüßen, dass für die marode Männerübernachtungsstelle eine Lösung gefunden wurde“, sagt „bodo“-Vertriebsleiter Oliver Philipp.

Den Ausweichstandort in der Adlerstraße sieht er aber kritisch: „Trotz der Nähe zur Innenstadt und den wichtigen Versorgungseinrichtungen bleibt es ein Schulgebäude, das für die Unterbringung von Menschen nicht ausgerichtet ist.“ Ein Jahr lang soll die Schule als Unterkunft genutzt werden.

Flüchtlingsunterkunft

Bis vor wenigen Monaten wurde die frühere Schule als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt. Bis zu zehn Menschen lebten in einem Klassenzimmer. „Das ist nicht nur für Geflüchtete eine Zumutung, sondern auch für Wohnungslose, deren Belastungen häufig vielschichtig sind“, meint Philipp. Über Details wie Belegungszahlen und Betreuungspersonal verhandelt die Stadt noch mit dem Betreiber European Homecare, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage bestätigt.

„Wir wünschen uns eine Lösung im Sinne der Betroffenen, schließlich bleibt rund die Hälfte der Nutzer länger als ein halbes Jahr. Das hat mit Notversorgung nicht viel zu tun“, erklärt Philipp.

Konzept nötig

Nicht zuletzt sei ein langfristiges Konzept zum Umgang mit Wohnungslosen nötig. Bei einer Fachdiskussion mit dem Sozialamt haben zahlreiche Organisationen der Wohnungslosenhilfe Defizite, Forderungen und Wünsche klar gemacht. „Wir hoffen, dass diese Erkenntnisse bald in das angekündigte Konzept fließen, um Menschen bei der Rückkehr in die eigene Wohnung und ein geordnetes Leben zu unterstützen“, sagt Oliver Philipp.

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