Workshop zum „Urban Gardening“ in Dortmund: Grüne Oasen mit einfachen Mitteln

rnNatur in der Stadt

Gärtnern in der Stadt wird auch „Urban Gardening“ genannt. Wie das mit einfachen Mitteln funktioniert, zeigen drei praxisnahe Angebote im Union-Gewerbehof.

Unionviertel

, 31.01.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Endlose Häuserzeilen, versiegelte Flächen, das Grün weit draußen: So empfinden viele Menschen das Leben in der Großstadt. In Zeiten des Klimawandels und eines wachsenden Bewusstseins für grüne Oasen heben einige mittlerweile den „grünen Daumen“: Urban Gardening heißt das Zauberwort. Aber, was ist das überhaupt und wie geht das?

Eine nur auf den ersten Blick ungewöhnliche Kooperation gibt darauf Antworten, macht Angebote. Die Urbanisten und das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe (EBW) gehen neue Wege in Sachen grüner Bildung: mit drei sehr praxisorientierten Angeboten. Allesamt finden sie in der Urbanisten-Manufaktur, Huckarder Straße 10-12, statt.

Schrebergärtner machen das schon immer

„Grüne Inseln und summende Hotels“: So heißt ein Praxis-Workshop in Urban Gardening am 15. Februar (Samstag, 10 bis 16 Uhr). „Es gibt viele Möglichkeiten, in der Stadt zu gärtnern“, heißt es in der Einladung, „auf dem Balkon, im Schrebergarten, auf der Vereinswiese, auf dem Gemeindegrundstück“.

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Florian Artmann leitet den Workshop. „Jeder Schrebergärtner lacht über den Begriff Urban Gardening“, sagt er, „die machen das ja immer schon“. Viele naturbewusste Städter aber eben auch noch nicht. Und weil alle Theorie grau ist, geht es beim Workshop gleich in die grüne Praxis.

Die Aquaponik-Anlage ist ein geschlossener Kreislauf, der die Aufzucht von Fischen und den Anbau von Pflanzen kombiniert.

Die Aquaponik-Anlage ist ein geschlossener Kreislauf, der die Aufzucht von Fischen und den Anbau von Pflanzen kombiniert. © Uwe von Schirp

Ein Beispiel finden die Teilnehmer direkt auf dem Union-Gewerbehof. Dort steht in einem Gewächshaus eine Aquaponic-Anlage. In einem geschlossenen Kreislauf wird die Aufzucht von Fischen mit dem Anbau von Pflanzen kombiniert. Richtig praktisch wird es im dritten Teil des Workshops mit dem Bau von Nistkästen, Futterhäusern und Insekten-Hotels.

Manufaktur bietet alle Möglichkeiten

Ein Blick in die Manufaktur verrät etwas von den Möglichkeiten und der geballten Kompetenz, die hier lagert. Zig Schraubstöcke hängen an den Wänden. Elektrowerkzeug liegt in hallenhohen Regalen. In Boxen lagern die schon zugeschnittenen Bausätze für die hölzernen Behausungen von Vögeln und Insekten.

„Mit dem Akkuschrauber in der Hand sollen sich die Teilnehmer über Insekten unterhalten“, sagt Florian Artmann. „Und dann mit dem fertigen Ding herausgehen. Das ist für viele junge Leute cool.“ Denn alles, was die Teilnehmer an dem Samstag bauen, nehmen sie mit nach Hause.

An der Wand der Manufaktur hängen fertige Modelle von Vogelhäusern, Futterstellen und Insektenhotels.

An der Wand der Manufaktur hängen fertige Modelle von Vogelhäusern, Futterstellen und Insektenhotels. © Uwe von Schirp

Am 28. März (Samstag, 10 bis 16 Uhr) bieten EBW und Urbanisten einen Werkstatt-Tag rund um passgenaue Hochbeete und Pflanzkästen an. „Pimp your Balkon“ ist der Titel. Die Teilnehmer bauen passgenaue Behältnisse für Blumen, Kräuter und Gemüse für den eigenen Balkon.

Seed-Bombs bringen Blütenpracht an graue Orte

Die dritte Veranstaltung richtet sich an Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen. Beim Praxistag am 5. Mai (Dienstag, 10 bis 16 Uhr) rund um den Kita-Garten steht das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund: „Wir schützen, was wir lieben.“ Am Beispiel eines Kita-Gartens setzen sich die Teilnehmenden mit der Frage auseinander, was Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein konkret im Alltag bedeuten.

Auch mit begrenzten Mitteln lässt sich ein Garten umsetzen: Eingeladen sind auch diejenigen, bei denen ein Garten aus Platzgründen nicht möglich ist. Im praktischen Teil lernen sie den Bau von kleinen Seed-Bombs (Samen-Bomben), die „ein wenig Blütenpracht an graue Orte bringen“.

Erwachsenenbildung mit Frontalunterricht – das war einmal. Darin sind sich das Evangelische Erwachsenenbildungswerk und die Urbanisten einig. Und sie sehen gemeinsame Zielgruppen. „Wir sind ja nicht nur konfessionell orientiert“, sagt Gesine Lübbers vom EBW. „Uns ist wichtig, Angebote zu machen, die für jeden zugänglich sind.“ Und das an neuen Lernorten, wie der Urbanisten-Manufaktur.

Kosten und Anmeldung

Die Kosten für den Praxis-Workshop Urban Gardening am 15. Februar und den Werkstatt-Tag „Pimp up your Balkon“ betragen 89 Euro (inklusive der Bausätze). Für junge Leute unter 25 Jahren gibt es einen Rabatt: Sie zahlen nur 39 Euro. Die Teilnahmegebühr für den Praxistag rund um den Kita-Garten beträgt 95 Euro. Anmeldungen und weitere Infos: Tel. (0231) 540942 oder auf der Internetseite des EBW.
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