Wucherpreise? Rewe wehrt sich gegen Vorwurf eines Dortmunders

rnRewe Dortmund

Mit dem Coronavirus sind auch die Wucherpreise gekommen – so sehen es zumindest einige Kunden. Jetzt verteidigt sich Rewe – und legt die Gründe für höhere Preise offen.

Huckarde

, 06.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von manchen Produkten wie Mehl oder Toilettenpapier scheinen die Dortmunder beim Einkaufen ebenso wie alle Deutschen derzeit nicht genug bekommen zu können. Doch inzwischen werden viele Beschwerden laut, weil manche Waren teurer angeboten werden als normalerweise.

Rewe Mankel in Dorstfeld musste sich in den vergangenen Wochen einige Vorwürfe gefallen lassen, unter anderem Wucherpreise zu verlangen. Jetzt schießt ein Dortmunder gegen einen anderen Rewe-Markt: Amshove in Huckarde.

„Dort wird ein Paket mit acht Rollen holländischem Toilettenpapier, einfachste zweilagige Qualität, für 3,99 Euro verkauft“, wettert der Dortmunder, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte.

Rewe-Sortiment ist nicht teurer geworden

Zum Vergleich: Zehn Rollen vierlagiges Toilettenpapier der Rewe-Eigenmarke „Ja“ kosten nur 3,35 Euro. „Es gibt seit Tagen keinerlei Alternativen zu dem holländischen Toilettenpapier. Dies ist ein definitiver Fall von Wucher auf Kosten der Kunden“, sagt der Dortmunder.

Rewe-Sprecherin Ann-Christin Geers widerspricht: „Die Preise für Toilettenpapier aus dem regulären Rewe-Sortiment, Marken- wie Eigenmarkenartikel, hat Rewe in jüngster Zeit nicht erhöht und wird dies auch in den kommenden Wochen nicht machen“, sagt sie.

Jedoch habe die deutlich erhöhte Nachfrage, auch bedingt durch „Hamsterkäufe“, dazu geführt, dass Artikel wie Toilettenpapier oder Mehl zeitweise nicht im Regal verfügbar seien. Die Kundennachfrage bei Toilettenpapier liege aktuell über den Produktionskapazitäten in Deutschland.

„Das hat die Toilettenpapier-Bestände in den Handelslagern kleiner werden lassen, sodass aktuell kleinere Mengen in die Märkte geliefert werden“, erklärt Ann-Christin Geers.

Rewe-Markt-Betreiber kaufen Toilettenpapier zu

Vereinzelt kaufen deshalb selbstständige Rewe-Markt-Betreiber wie Amshove oder Mankel in Eigenregie Produkte hinzu. In diesem Fall erwirbt der Händler die Ware nicht zum Großhandelspreis der Rewe-Artikel, sondern deutlich teurer.

Die höheren Beschaffungskosten werden dann in den Verkaufspreis einkalkuliert.

Komplett freie Hand haben die Markt-Betreiber hier jedoch nicht. „Bei jedem Einzelfall, der uns bekannt wird, prüfen wir die Preiskalkulation auf Angemessenheit und würden andernfalls intervenieren. In der Regel wird zum Selbstkostenpreis angeboten“, sagt Ann-Christin Geers.

Wichtig sei allerdings, dass alle Rewe-Lieferanten weiterhin produzieren und liefern. Die Mengen werden bis zur Kapazitätsgrenze hochfahren. Bei manchen Herstellern werde sogar im Dreischicht-Betrieb 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche produziert.

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