Würge-Angriff und Prügel: Werden die Maskenverweigerer immer brutaler?

rnÖffentliche Verkehrsmittel

Zwei brutale Angriffe hat es jüngst auf Mitarbeiter der DSW21 gegeben - nicht die ersten Handgreiflichkeiten, bei denen es um den Mund-Nasen-Schutz geht. Nehmen die Attacken zu?

Dortmund

, 27.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Nacht zum Sonntag (25. Oktober) wurde ein Mitarbeiter der Dortmunder Stadtwerke körperlich in der Dortmunder Innenstadt attackiert, weil er einen 40-jährigen Mann darauf hinwies, seine Maske zu tragen. Laut Polizei schlug er auf den Geschädigten ein und würgte den Mitarbeiter. Gegen den 40-Jährigen wurde Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet.

Der DSW21-Beschäftigte hat sich inzwischen schon wieder von dem Angriff erholt. „Dem betroffenen Mitarbeiter geht es gut. Er hat bei dem Vorfall keine größeren Blessuren davongetragen“, teilte DSW21-Pressesprecher Marc Wiegand am Montag (26. Oktober) mit.

„Umgangston ist rüde“

Es ist nicht die erste Attacke in jüngster Zeit: So prügelten drei Männer einen Stadtmitarbeiter an einer Nordstadt-Haltestelle vergangene Woche krankenhausreif, weil dieser sie auf die Maskenpflicht hinwies.

Zuvor waren Anfang Oktober drei Bahnmitarbeiter am Dortmunder Hauptbahnhof von zwei Männern angegriffen worden, nachdem sie diese auf die Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes aufmerksam machten. Zudem gab es zuletzt auch noch weitere Attacken auf Polizisten oder Mitarbeiter der Stadt.

Unterm Strich: Die Fälle, in denen es an ÖPNV-Haltestellen zu körperlichen Auseinandersetzungen wegen der Maskenpflicht kommt, scheinen sich in der jüngeren Vergangenheit zu häufen. DSW21-Sprecher Wiegand sagt jedoch: „Handgreifliche Auseinandersetzungen mit hartnäckigen Maskenverweigern wie am vergangenen Wochenende sind die absolute Ausnahme.“

Aufgefallen sei allerdings: „Der Umgangston dieser Fahrgast-Gruppe ist häufig jedoch relativ rüde.“

Grundsätzlich setze die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste die Maskenpflicht in den Bussen und Bahnen gewissenhaft um, haben die Stadtwerke in den vergangenen Wochen und Monaten festgestellt. „Von denjenigen Fahrgästen, die wir ermahnen müssen, zeigen sich die meisten einsichtig. Es gibt demnach nur eine kleine Minderheit, die sich unsolidarisch verhält und gar keine Einsicht zeigt“, hat Wiegand beobachtet.

Auch die regelmäßigen Kontrollen der Maskenpflicht durch die DSW stößt auf ein positives Echo: „Wir erhalten insgesamt viel Zuspruch für die Durchführung der Kontrollen. Die Fahrgäste begrüßen das Durchgreifen und unser Engagement in diesem Bereich“, sagt der Pressesprecher.

Deeskalationstrainings und Workshops als Gegenmittel

Und was passiert, wenn es dann doch mal zu einer Auseinandersetzung kommt? Sind die Sicherheitsmitarbeiter von Bussen und Bahnen geschult, wenn es zu einem Aufeinandertreffen mit einem Fahrgast kommt, der die Mund-Nasen-Bedeckung nicht trägt?

„Unsere Mitarbeiter werden mit verschiedenen Schulungen auf Ihre Einsätze vorbereitet. Dazu gehören unter anderem Deeskalationstrainings und Workshops zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz, die in regelmäßigen Zeitabständen wiederholt werden“, beschreibt Pressesprecher Marc Wiegand die Lage bei den Dortmunder Stadtwerken. Die Corona-Situation sei dabei Teil der Schulungen. Spezielle vorbereitende Seminare dazu gebe es aktuell jedoch bei DSW21 nicht.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt