Wuppertaler OB Mucke: „Wir springen gern für Dortmunder Tatort ein“

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Zwar glaubt keiner, dass der Dortmund-Tatort über die Wupper geht, doch Andreas Mucke, OB von Wuppertal, würde ihn gern von Dortmund übernehmen. Ein Brief an den WDR ist schon unterwegs.

Dortmund

, 24.01.2019, 17:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Aus dem Streit zwischen Oberbürgermeister Ullrich Sierau und WDR-Intendant Tom Buhrow über den jüngsten Dortmund-Tatort „Zorn“ will sich Andreas Mucke (SPD), OB in Wuppertal, zwar heraushalten. Aber er nutzt die Gelegenheit, eine Bewerbung für Wuppertal als Tatort-Stadt beim WDR abzugeben. Ein Brief an Buhrow sei unterwegs, teilte Mucke auf Anfrage mit.

In seinem Zorn hatte Dortmunds OB Sierau unter anderem an Buhrow geschrieben: „Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn Sie den Dortmund-Tatort einstellen und Kommissar Faber und sein Team in den vorzeitigen Ruhestand schicken würden.“

„Ich fänd es toll, wenn für Wuppertal eine Stelle als Tatort-Stadt frei würde“, sagte Mucke mit Blick auf die Äußerung Sieraus, „ich begreife es als Chance, unsere Stadt bundesweit in Szene zu setzen.“ Wuppertal habe viele schöne Filmkulissen wie die Schwebebahn, das bergische Land und viele Gründerzeitvillen.

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„Da bin ich nicht bang vor“

Ob er nicht Sorge habe, dass seine Stadt wie Dortmund etwa in der Folge „Zorn“ düster rüberkomme? „Jeder weiß doch, dass jede Stadt nicht nur schöne Ecken hat“, sagt der bekennende Tatort-Fan, „da bin ich nicht bang vor.“ Jeder wisse, dass es in Dortmund keine Zechen mehr gebe. „Das ist Fiktion.“ Ansonsten komme Dortmund im Tatort doch meist ganz gut weg.

Der Tatort sei zudem nicht nur Kulisse, sondern lebe auch von den Darstellern. Mucke: „Das ist eine tolle Marke, mit der man Stadtmarketing betreiben kann.“

Kommentar von Gaby Kolle

Das passt nicht zusammen

Wie hoch will OB Ullrich Sierau seine Tatort-Kritik noch hängen? Er, der Rächer der Enterbten, stürzt sich auf die Tatort-Macher und glaubt, so Drehbücher ändern zu können. Er hat ein Thema gefunden, bei dem er viele Dortmunder hinter sich sieht. Man muss den Tatort – zumal als Dortmunder – nicht gut finden. Doch man sollte die Kirche im Dorf lassen. Der Tatort ist und bleibt ein Fernseh-Krimi. Erst jüngst beim Neujahrsempfang der Stadt hat Sierau die Erfolge Dortmunds in den höchsten Tönen gelobt. Menschen aus aller Welt kämen nach Dortmund, um zu erfahren, wie toll die Stadt den Strukturwandel gemeistert hat, 2018 ausgezeichnet als digitalste Stadt Deutschlands, gewürdigt mit dem deutschen Städtebaupreis und dem Schulbaupreis NRW. Darauf kann man als OB zu Recht stolz sein. Doch wie können bei diesem nationalen und internationalen Echo, das der OB in jeder Rede wie eine Monstranz vor sich herträgt, zwei Tatortfolgen im Jahr das Image der Stadt nachhaltig zerstören? Das passt nicht zusammen. Besser einmal tief durchatmen und auf den nächsten Dortmund-Tatort warten. Der spielt unter Ärzten.
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