Zahl der Arbeitslosen so niedrig wie zuletzt 2011

Arbeitsagentur Dortmund

Gute Nachrichten von der Arbeitsagentur Dortmund: Die Zahl der Arbeitslosen ist so niedrig wie zuletzt im Jahr 2011. Am Dienstag hat die Arbeitsagentur die Zahlen für 2016 veröffentlicht. Wir fassen zusammen, was auf dem Arbeitsmarkt gut und weniger gut gelaufen ist und läuft.

DORTMUND

, 03.01.2017, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Arbeitslosenzahl/Quote:

Die Arbeitsagentur bilanziert in ihrem Bericht „ein gutes Jahr 2016“ für Dortmund. Die Zahl der Arbeitslosen ist in fast allen Personengruppen zurückgegangen. Und sie war in jedem Monat niedriger als 2015, im Schnitt waren 2016 35.940 Personen arbeitslos gemeldet (1474 weniger als 2015). Das Niveau ist freilich nach wie vor hoch, aber so „wenige“ Arbeitslose wie 2016 gab es zuletzt 2011. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank 2016 erstmals unter die 12-Prozent-Marke (11,8).

In den letzten Monaten 2016 habe der Arbeitsmarkt „einen Jahresendspurt hingelegt“, heißt es von Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ bei der Arbeitsagentur; bedingt durch den milden Winter seien Einbrüche bei witterungsabhängigen Branchen bisher ausgeblieben. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Dezember auf 33.773, die Quote auf 11,1 Prozent. Mehr Arbeitsmarktdaten für Dezember zeigt die Grafik rechts.

Beschäftigung: 

Ins positive Resümee der Agentur fließt auch die Entwicklung der Beschäftigung ein. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Dortmund lag im März 2016 bei 222.629 Personen (plus 5504 gegenüber 2015) – laut Agentur die aktuellste Zahl. Oberbürgermeister Ullrich Sierau nannte in seinem Grußwort zum Jahreswechsel die Zahl von inzwischen circa 225.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs und 330.000 Erwerbstätigen generell.

Positiv entwickelt hat sich laut Arbeitsagentur insbesondere die Teilzeitbeschäftigung (+ 4,7 Prozent), die Beschäftigung von Ausländern (+ 9,1 Prozent) und älteren Menschen zwischen 55 und 65 Jahren (+ 5,9 Prozent).

Arbeitskräfte-Nachfrage: 

21.129 Stellen meldeten Dortmunder Unternehmen und Behörden im Jahr 2016 der Arbeitsagentur (94,8 Prozent davon sozialversicherungspflichtig). Das war ein Plus von 3604 Stellen oder 20,6 Prozent gegenüber 2015. Die meisten Stellen wurden in der Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (4346), im Bereich Verkehr und Logistik (3982) sowie im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (3141) gemeldet.

Jugendarbeitslosigkeit: 

Arbeitsagentur und Jobcenter Dortmund berichten, die Jugendarbeitslosigkeit erfolgreich verringert zu haben. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen lag 2016 bei 3308 und damit auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren (zwei Prozent unter dem Stand von 2015).

Langzeitarbeitslosigkeit:

Knapp 14 800 Langzeitarbeitslose gab es im Dezember in Dortmund – Menschen, die seit mindestens einem Jahr keine Arbeit haben. Obwohl die Zahl seit Anfang 2016 um 1300 Menschen gesunken ist, seien 14.800 weiterhin „ein hohes Niveau“, weiß auch Annabelle Brandes. Die Langzeitarbeitslosigkeit als eines der Kernprobleme des Dortmunder Arbeitsmarktes sei „trotz positiver Entwicklung noch nicht gelöst“. 

Fehlende Qualifikation: 

Eines großes Problem ist nach wie vor, dass viele Arbeitslose in Dortmund unzureichend qualifiziert sind. 19 Prozent von ihnen verfügen über keinen Schulabschluss; fast zwei Drittel der Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Mit 60,1 Prozent liegt dieser Wert um fast vier Prozentpunkte höher als im Landesvergleich. Viele Arbeitslose können also zunächst nur Helfertätigkeiten erledigen. Doch lediglich 19 Prozent aller in Dortmund gemeldeten Arbeitsstellen richten sich an Helfer.

Laut Arbeitsagentur und Jobcenter haben 2016 879 Menschen eine Fortbildung mit dem Ziel eines Berufsabschlusses begonnen oder absolviert. Für 2017 seien 1000 „abschlussorientierte Qualifizierungen“ bei Arbeitsagentur und Jobcenter geplant.

Arbeitslose Ausländer: 

Seit Jahren steigt die Arbeitslosigkeit ausländischer Staatsangehöriger in Dortmund. 2016 waren im Schnitt 11.842 Ausländer arbeitslos – 399 oder 3,5 Prozent mehr als 2015. Für den Anstieg sorgten laut Agentur in den letzten Jahren vorrängig Zuwanderer aus Polen, Rumänien und Bulgarien, dieses Jahr vor allem Flüchtlinge. Gerade die Arbeitslosigkeit von Flüchtlingen aus Syrien stieg stark: Sie habe sich innerhalb des vergangenen Jahres verdoppelt, auf aktuell 1440 arbeitslose Syrerinnen und Syrer. 

Anstieg zu erwarten: 

Die Arbeitsagentur rechnet im Januar und Februar saisonal bedingt mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zudem werden 2017 viele Flüchtlinge Integrations- und Sprachkurse beenden. Auch sie werden sich arbeitslos melden, wenn sie nicht nahtlos eine Beschäftigung finden.

Lesen Sie jetzt