Abschied von Gerda Kieninger: „Ein großes Awo-Herz hat aufgehört zu schlagen“

Trauerfeier in Eving

Familienangehörige, Freunde und Weggefährten haben am Donnerstag in einer Trauerfeier Abschied von der am 22. Januar gestorbenen Awo-Vorsitzenden Gerda Kieninger genommen.

Dortmund, Eving

, 30.01.2020, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der St. Barbara-Kirche in Eving nahm eine große Trauergemeinde Abschied von der am 22. Januar gestorbenen Awo-Vorsitzenden Gerda Kieninger.

In der St. Barbara-Kirche in Eving nahm eine große Trauergemeinde Abschied von der am 22. Januar gestorbenen Awo-Vorsitzenden Gerda Kieninger. © Schaper

Die Totenwache im Altarraum der Evinger Barbara-Kirche hielt ein Bergknappe in Uniform – ein gutes Symbol für die Bodenständigkeit, die Gerda Kieninger als Poltikerin und Awo-Vorsitzende immer ausgezeichnet hat. Aus dem Lautsprecher klang „Du fehlst“ von Herbert Grönemeyer.

Und so empfanden wohl alle Teilnehmer der Trauerfeier am Donnerstagvormittag (30.1.) in der überfüllten St. Barbara Kirche. Auch viele prominente politische Weggefährten wie Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Ex-Minister Thomas Kutschaty waren dazu nach Eving gekommnen.

Mitten aus dem Leben gerissen

„Gerda Kieninger ist mitten aus dem Leben gerissen worden“, sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau als einer der Trauerredner. Am 22. Januar hatte die 68-Jährige eine Sitzung im Awo-Unterbezirk, deren Vorsitzende sie seit 17 Jahren war, kurz für ein Telefonat verlassen – und war nicht mehr zurückgekehrt. „Sie wird fehlen als Ratgeberin und Macherin“, stellte Sierau fest.

Zahlreiche Trauergäste verabschiedeten sich in der Kirche St. Barbara von Gerda Kieninger.

Zahlreiche Trauergäste verabschiedeten sich in der Kirche St. Barbara von Gerda Kieninger. © Julian Reimann

In den Reden wurde an den Werdegang von Gerda Kieninger erinnert, die fest in Eving verwurzelt war. Hier begann sie als Bezirksvertreterin für die SPD. Hier wurde sie zur Landtagsabgeordneten gewählt. 22 Jahre – von 1995 bis 2017 – vertrat Gerda Kieninger die Interessen des Dortmunder Nordens im Landtag. „Sie hat viel für die Menschen in Dortmund getan“, sagte Sierau. „Und sie wollte die Welt vielfältiger, toleranter und bunter machen.“

Vor allem aber hat Gerda Kieninger die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Dortmund geprägt, deren Vorsitzende sie seit 2002 war. „Gerda war die Awo, die Awo war Gerda“, sagte Sierau.

Kieninger war immer nah bei den Menschen

„Sie hat das Bild der Awo maßgeblich geprägt, war immer nah bei den Menschen, an den Mitgliedern und Mitarbeitern“, erklärte Cordula von Koenen als Vertreterin des Awo-Unterbezirks. „Alles, was Gerda Kieninger angepackt hat, war ihr eine Herzensangelegenheit.“

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„Ein großes Awo-Herz hat aufgehört zu schlagen“, sagte der Awo-Bezirksvorsitzende Michael Scheffler. „Gerda Kieninger hat ihr Leben dem Wohlergehen anderer gewidmet. Und sie hat es geschafft, Menschen für ein gemeinsames Ziel zu begeistern.“

Der evangelische Pfarrer Friedrich Reiffen erinnerte aber auch an die private Gerda Kieninger, die ihren Garten liebte, eine liebevolle Mutter und Großmutter war. Ihrer Familie, das wurde in seiner Traueransprache deutlich, wird sie besonders fehlen.

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