Zeche Zollern II/IV: Jugenstil-Maschinenhalle wird saniert

"Seien sie bitte nicht enttäuscht, es gibt leider nicht viel zu sehen." Mit diesen für eine Museumsführung ungewöhnlichen Worten begrüßte Dr. Anne Kugler die Besucher am Sonntag auf Zeche Zollern II/IV. Die Historikerin vom Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen- Lippe hatte zur Führung durch die Maschinenhalle eingeladen.

von Von Johannes Franz

, 18.01.2009, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Anne Kugler zeigt den Besuchern frühe Zeichnungen aus dem Planungsstadium der Maschinenhalle Anfang des 20. Jahrhunderts.

Dr. Anne Kugler zeigt den Besuchern frühe Zeichnungen aus dem Planungsstadium der Maschinenhalle Anfang des 20. Jahrhunderts.

Seit Oktober 2007 ist das Herzstück der Zeche wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Am Sonntag gab es aber einen Einblick in die Arbeiten. Zu sehen war in der Tat nicht viel. Statt dessen bat Anne Kugler die Gäste in ihr "Weihnachtsdorf". So wird die Halle inzwischen genannt, weil sämtliche Maschinen zum Schutz "eingehaust" worden sind. Knusperhäuschen anstatt Maschinen aus Zeiten des frühen 20. Jahrhunderts.Einzelne Schritte der Sanierung wurden erläutert

Dennoch folgten deutlich mehr Hobby-Historiker und ehemalige Kumpel der Einladung, als erwartet. Sie ließen sich in die einzelnen Schritte der Sanierung einführen. "Zum Beispiel wurde an einer Wand jede Schicht Schritt für Schritt abgetragen und jeder Stein umgedreht." So konnten die Experten genau erkennen, mit welchen Materialen damals gebaut wurde und so die originalgetreue Wiederherstellung garantieren.

"Außerdem erfuhren wir so, mit welchen Gefahrenstoffen damals noch gearbeitet wurde", erklärt Anne Kugler. Das interessiert heute vor allem jene, die unmittelbar an den Sanierungsarbeiten beteiligt sind.Beim Bau dachte niemand an langfristigen Feuchtigkeits-Schutz

Zwar sollte die Zeche damals durch ihre prachtvolle Bauweise Industrie und Kultur verbinden. "Dennoch blieb es ein Industriebauwerk, bei dem man gedacht hatte, es werde nach 30 Jahren stillgelegt", so Anne Kugler. Mit Maßnahmen zum langfristigen Schutz gegen Feuchtigkeit hatte man daher nicht geplant. "Und das macht uns heute inzwischen schwer zu schaffen."

Land und Landschaftsverband stecken sieben Millionen Euro in die Sanierung. 2011 soll die Halle wieder öffnen. Dann auch mit einer Rekonstruktion der einst prächtigen, in Blei eingefassten Fenster.

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