Zechenbahn durch den Wald

HUSEN Bis 1950 hat es den Plan gegeben, nördlich von Husen eine große Zeche zu errichten. Das hat Heimatforscher Wilhelm Nüsperling (Foto) herausgefunden.

17.01.2008, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zechenbahn durch den Wald

Nach der Schließung der Kokerei in Kurl im Jahre 1928 und der Stilllegung der Zeche in Husen drei Jahre später stellte die Harpener Bergbau AG während des Zweiten Weltkriegs Überlegungen an, eine Großschachtanlage im Grenzviereck von Husen, Methler, Lanstrop und Kurl zu errichten, um das Grubenfeld Kurl besser erschließen zu können.

Dann sollte eine Anschlussbahn an den Bahnhof Scharnhorst, nicht Kurl, gebaut werden. Vorgesehen war auch eine spätere Verbindung der geplanten Großschachtanlage über die ehemalige Zeche Preußen II zum Lippe-Kanal in Lünen.

In die Planungen einbezogen waren die Reichsbahn-Direktion Essen, das Reichsbahn-Betriebsamt Dortmund 1 und der Ruhr-Siedlungs-Verband in Essen.

Marshallplan

Nach 1945 fanden weitere Besprechungen statt, die sich bis 1950 hinzogen. Im Zuge des Marshallplans sollten im Oberbergamtsbezirk Dortmund insgesamt 15 neue Zechen erschlossen werden.

Auf einem Messtischblatt sind die geplante Zeche und die Anschlussbahn zum Bahnhof Scharnhorst eingezeichnet. Die Bahn wäre durch den Kurler Busch, dann über die Kurler und Greveler Straße weiter durch das Waldstück Buschei geführt worden.

Der Ruhr-Siedlungs-Verband schlug eine andere Linienführung vor, um das wertvolle Waldgebiet nicht zu zerschneiden: über den Weg Im Ostfeld und vorbei an der Bergarbeiter-Siedlung am Ende der Plaßstraße zur Hauptstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn bis zum Übergabe-Bahnhof Scharnhorst.

In einer Stellungnahme der Reichsbahn-Direktion Essen wurde festgehalten, dass die Großschachtanlage nicht an den Bahnhof Kurl angeschlossen werden sollte, da dieser sonst vollständig umgebaut werden müsste.

Stadt nicht beteiligt

"In all diese Überlegungen war die Stadt Dortmund nicht einbezogen", berichtet Wilhelm Nüsperling. "Zudem hätte es manchen Protest aus den Gebieten von Husen, Methler, Lanstrop und Kurl gegeben."

Die weitere Planung der Zeche ist nach 1950 aufgegeben worden. "Und das war richtig", findet der Husener Heimatforscher. "Ohnehin ist das Gebiet von Husen und Kurl von Gleisen und Straßen zerschnitten und nicht mehr zusammenhängend."

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