Zeugin: Kevin Großkreutz hat keine Frau angegriffen

Entlastung für Ex-BVB-Star

Kevin Großkreutz hat wegen eines Handgemenges am Sportplatz des VfL Kemminghausen Ärger mit der Justiz - jetzt entlastet ihn eine Zeugin des Vorfalls: Der Ex-BVB-Spieler habe keine Frau angegriffen, geschweige denn getreten. Die Zeugin erzählt eine ganz andere Version des Vorfalls.

KEMMINGHAUSEN

, 04.12.2015, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kevin Großkreutz trainierte in der vergangenen Woche bei Westfalia Wickede mit.

Kevin Großkreutz trainierte in der vergangenen Woche bei Westfalia Wickede mit.

Der Streit, der die ganze Geschichte auslöst, fängt am 2. November gegen 17.45 Uhr auf dem Sportplatz des VfL Kemminghausen an. Kevin Großkreutz' Mutter Pia liefert sich ein Wortgefecht mit zwei Frauen. Worum es geht, ist nicht bekannt, Großkreutz wird später vage von "familiären Problemen" reden. Es entwickelt sich ein kurzes Handgemenge, bei dem Kevin Großkreutz - gerade auf Heimaturlaub - und andere Menschen eingreifen.

Am Ende gibt es mehrere Strafanzeigen wegen Körperverletzung, auch gegen Kevin Großkreutz. Anfangs behauptet die Hauptkontrahentin von Pia Großkreutz - eine 32-jährige Dortmunderin - gegenüber der Polizei, der Ex-BVB-Spieler habe sie in den Bauch getreten, später ist sie nicht mehr sicher, ob Großkreutz tatsächlich der Angreifer war.

Kathrin Hundshagen hat den ganzen Vorfall hautnah miterlebt, wurde von der Polizei als Zeugin vernommen. Sie sagt gegenüber unser Redaktion: "Kevin Großkreutz hat die Frau nicht angegriffen!" Das angebliche Opfer - die 32-jährige Dortmunderin - sei die Angreiferin gewesen.

"Die waren echt aggressiv!"

Hundshagen erzählt die Geschichte so: Sie steht an einem Stehtisch am Rande des Sportplatzes und schaut an diesem 2. November ihrem Sohn beim D-Jugend-Training zu. Als Pia Großkreutz am Vereinsheim vorbeigeht, sagen zwei Frauen, die auf einer nahen Bank sitzen, etwas zu ihr - "was genau, konnte ich nicht verstehen, ich stand zu weit weg". Großkreutz bleibt stehen. Die beiden Frauen - die 32-jährige Dortmunderin und ihre 56-jährige Begleiterin - springen auf. "Die waren echt aggressiv", sagt Hundshagen. Die 56-Jährige stößt Pia Großkreutz mit den Armen.

Das wird Hundshagen zu wild: Sie will dazwischen gehen. "Zwei gegen eine, das geht doch nicht", will sie den beiden Frauen gesagt haben. Doch die beiden hören nicht auf sie - im Gegenteil: Die 32-jährige Hauptkontrahentin von Pia Großkreutz greift jetzt Hundshagen an, zieht ihr an den Haaren. Auch Hundshagen mischt mit, schubst die 32-Jährige, weil sie einen weiteren Angriff verhindern will, die fällt zu Boden.

Und erst hier kommt in Kathrin Hundshagens Version Kevin Großkreutz ins Spiel. Der Noch-Galatasaray-Spieler, der gerade ein paar Trainingsrunden auf der Tartanbahn gedreht und den Streit mitbekommen hat, läuft zum Handgemenge und greift ein: "Er hat mich zurückgehalten, um die Situation zu beruhigen, mehr hat er nicht gemacht." Die Rangelei ist vorbei, nun sind die gegnerischen Parteien damit beschäftigt, sich gegenseitig bei der Polizei anzuzeigen - auch Hundshagen und die 32-Jährige erstatten Anzeige.

Kevin Großkreutz: "Würde niemals eine Frau schlagen"

Hundshagens Version des Vorfalls deckt sich mit den Aussagen aus dem Großkreutz-Lager: Mutter Pia hatte gegenüber der Polizei ausgesagt, sie sei von der 56-Jährigen angegriffen worden. Kevin wiederum beteuerte öffentlich auf Instagram, er würde "niemals eine Frau schlagen". Er sei lediglich "dazwischen gegangen, um das Handgemenge (bei dem insgesamt 6 Personen beteiligt waren) zu unterbinden/beenden". 

Die 32-Jährige will derzeit nicht mit unserer Redaktion sprechen, ihr Anwalt Marco Ostmeyer sagte auf Nachfrage, er werde Hundshagens Version nicht kommentieren.

Staatsanwaltschaft muss entscheiden

Die Polizei hat jüngst die Ermittlungen abgeschlossen, nachdem sie alle Beteiligten und Zeugen vernommen hatte. Wie es mit dem Fall weitergeht oder ob das Verfahren gegen Großkreutz eingestellt wird, entscheidet nun die Staatsanwaltschaft. Staatsanwalt Henner Kruse konnte am Freitag dazu noch nichts sagen, weil die Akte noch nicht bei ihm angekommen war.

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