Zoff um "Out 4 Fame" im Revierpark: Darum geht es

Fragen und Antworten

Verkehrschaos, Lärmbelästigung, schlechte Organisation: Das Hip-Hop-Festival „Out 4 Fame“ im Revierpark Wischlingen sorgt für Diskussionen. Mehrere Anwohner aus dem Umfeld des Revierparks fühlen sich nach jahrelanger Toleranz über Gebühr belastet. Unzufrieden sind auch einige Besucher des Festivals. Das sind die Probleme, um die es geht.

WISCHLINGEN

, 21.08.2017, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zoff um "Out 4 Fame" im Revierpark: Darum geht es

Am Rande des Festivalgeländes wurden unzählige Knöllchen verteilt.

Welche Kritik gibt es?

Von Freitag bis Sonntag traten Künstler aus dem Genre Hip-Hop auf. Pro Tag waren zwischen 6500 und 8000 Besucher im Park. Bereits am Freitag gab es Beschwerden über zugeparkte Wohngebiete und volle Straßen. Im Verlauf des Wochenendes wuchs die Zahl der Beschwerden weiter – dann wegen der Lautstärke. Auf der anderen Seite stehen viele Kritikpunkte von Besuchern, die von schlechtem Sound bis zu Abzocke beim Pfandsystem reichen.

Carlos Wind von der Veranstalterfirma Out 4 Fame räumt logistische Probleme bei der Premiere im Revierpark ein. „Da sind wir unserem eigenen Anspruch nicht gerecht geworden. Wir werden alle Probleme angehen und optimieren. Es gibt bei einem Festival immer Dinge, die man anders plant, als sie dann passieren.“

Was sagen die Park-Nachbarn genau?

„Ich finde es frech und rücksichtslos, wie mit den Anwohnern umgegangen wird und die Gutmütigkeit und Toleranz ausgenutzt wird. Wir haben das Recht als Anwohner in einem Naherholungsgebiet auf Ruhe und Erholungsphasen an den Wochenenden“, schreibt Anwohnerin Beate Gramsch an diese Redaktion.

Mehrere Anwohner berichten von „dreitägiger Dauerbeschallung“, die mit den Aftershow-Partys in der Eishalle noch bis in den frühen Morgen weitergegangen sei. Manfred Kirchner aus dem Oskarweg: „Wenn ich in meinem Garten eine Feier habe, steht spätestens um 22.01 die Polizei vor der Tür und hier muss man eine derartige Beschallung hinnehmen.“

Der Grundtenor vieler Kommentare: Nach jahrelanger Toleranz sei mit diesem Festival eine Grenze der Zumutbarkeit überschritten worden.

Warum gingen die Konzerte so lange?

Stadtsprecher Maximilian Löchter sagt: „Auf Grundlage des Landesimmissionsschutzgesetzes und des Freizeitlärmerlasses NRW wurde seitens der Stadt Dortmund eine Ausnahmegenehmigung für Freitag und Samstag bis 24 Uhr und für Sonntag bis 22 Uhr erteilt. Dies ist auch bei anderen Veranstaltungen im Revierpark – und nicht nur dort – so.“ 

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Veranstalter Carlos Wind dazu: „Es gibt in Dortmund klare Dezibel-Vorgaben, die wir auch eingehalten haben.“

Was war das Problem mit den Parkplätzen?

Viele Anwohner fanden ihre Straßen zugeparkt vor. Etliche Besucher hatten dafür Strafzettel hinter der Windschutzscheibe. Am Freitag schrieb das Ordnungsamt laut Maximilian Löchter 249, am Samstag 123 Verwarnungen. 

Carsten Grimpe, Leiter des Revierparks, sagt: „Eigentlich war das Industriegebiet Höfkerstraße zum Parken vorgesehen.“ Da hätten die Ordner aber keinen guten Job gemacht. „Leider wurde dann der Wischlinger Weg zugeparkt.“ Carlos Wind bestätigt, dass viele Besucher die eingeplanten Parkplätze nicht angenommen hätten.

Gibt es mehr Veranstaltungen im Revierpark als in der Vergangenheit?

Carsten Grimpe: „Wir haben in diesem Jahr fünf große Veranstaltungen. Das sind genau so viele wie im vergangenen Jahr.“ Durch die Feiertage im Mai konzentrierten sich diese jedoch stärker auf die anderen Sommermonate.

Die Stadt Dortmund teilt mit, dass 2017 insgesamt 15 Ausnahmegenehmigungen erteilt worden seien. 18 sind erlaubt. Ein finanzieller Ausgleich für die entstandenen Schäden im Park ist in den Verträgen mit den Veranstaltern geregelt.

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