Zu Besuch bei den Osterlämmern auf Gut Königsmühle

Niedlicher Nachwuchs

Über niedlichen Nachwuchs freuen sich derzeit Bewohner und Besucher von Gut Königsmühle. Dort sind zwischen Ende Dezember und Ende März nämlich 23 Lämmer geboren. Zumindest die jüngsten sind damit sprichwörtliche Osterlämmer. Wir waren mit der Kamera in der tierischen Kinderstube.

ELLINGHAUSEN

, 15.04.2017 / Lesedauer: 3 min
Zu Besuch bei den Osterlämmern auf Gut Königsmühle

Auch die Lämmer fressen schon Heu und Kraftfutter. Bis sie ungefähr ein Jahr sind, dürfen sie aber auch bei den Muttertieren noch trinken.

Lammzeit ist auf Gut Königsmühle in Ellinghausen eigentlich immer rund um Weihnachten. Diesmal hatte sich der Zeitplan etwas geändert und so kam dort noch Ende März wolliger Nachwuchs zur Welt. Wir durften die sprichwörtlichen Osterlämmer am Donnerstag in ihrem Winterquartier besuchen. 23 Muttertiere und 25 Mini-Schafe leben dort mit „Chefin“ Theodora.

Theodora ist das einzige der 48 Rhönschafe, das einen Namen und ein Glöckchen trägt. Stolze 17 Jahre hat das Leitschaf bereits auf dem „Buckel“ und bekommt auf dem Gut sein Gnadenbrot. „Hier wird kein Schaf geschlachtet. Muttertiere wie Theodora, die uns so viele Lämmer geschenkt haben, dürfen hier bis zu ihrem natürlichen Tod leben“, sagt Ulrike Hartung, Leiterin der Christopherus-Wohn- und Lebensgemeinschaft Dortmund, der die Schafe gehören.

Tierwirtin mit der Fachrichtung Schafzucht

Theodora war 2016 schwer krank. „Wir haben sie aufgepäppelt und deshalb hat sie einen Namen bekommen“, erzählt Ulrike Hartung. Die Sozialarbeiterin und -pädagogin hat auch Tierwirtin mit der Fachrichtung Schafzucht gelernt. Gemeinsam mit Landwirt Lucien Besançon kümmert sie sich um die kleine Demeter-Schafherde – dazu gehören auch die Unterstützung während des Geburtsvorgangs, etwa bei Fehllagen, und das jährliche Scheren.

Zusätzlich haben auch die 14 Bewohner aus der Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung regelmäßig Stalldienst.

Ein Lämmchen ist ein Flaschenkind

Einer von ihnen habe ein so enges Verhältnis zu den Tieren, so Hartung, dass er sie alle unterscheiden könne und auch jede Mutter-Kind-Konstellation kenne. „Inoffiziell hat er ihnen Namen gegeben, sie heißen bei ihm Fee, Blackfuß oder Elfe“, berichtet Lucien Besançon. Zum aktuellen Nachwuchs, die Tragezeit beträgt 150 bis 160 Tage, gehören auch drei Zwillingspärchen. Was aber eher ungewöhnlich sei, sagt Besançon. 

 

Ein zarter Bock könne sich gegen seine Schwester beim Trinken nicht durchsetzen und müsse deshalb mit Extra-Portionen Lämmer-Milch gefüttert werden. Flaschenkind wird der Kleine liebevoll genannt. Um Inzucht zu vermeiden und die Herdengröße konstant zu halten, müssten die Schafböcke verkauft werden. „So schreiben wir zumindest schwarze Zahlen, Gewinn machen wir nicht“, sagt Ulrike Hartung.

Schwarze Köpfe sind typisch für Rhönschafe

Insgesamt seien Rhönschafe, Erkennungsmerkmal schwarze Köpfe, sehr freundlich, pflegeleicht und bei der Nahrung nicht sehr anspruchsvoll. „Wir haben uns ganz bewusst für sie entschieden, weil sie zu den gefährdeten und schutzwürdigen Rassen gehören“, erklärt Ulrike Hartung. Ihr Winterquartier, ein Stall mit angrenzender Wiese, werden die Schafe bald verlassen. Saftiges Gras auf drei Weiden wartet dann auf sie. Manchmal werden sie auch zum Beweiden, also zur Landschaftspflege, gebucht. „Mehr Ökologie geht nicht“, meint Lucien Besançon.

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