Zu laut: "Festi Ramazan" steht auf der Kippe

Ramadan-Festival

Das "Festi Ramazan" steht auf der Kippe: Die Stadt soll ihre Tochter SBB darauf drängen, die Parkplätze E1 und E2 an den Westfalenhallen nicht mehr an das größte Ramadanfestival Europas zu vermieten. Während des Festes gab es in 30 Nächten Anwohner-Beschwerden über Müll und Lärm.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 25.09.2013, 00:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hunderttausende Muslime feierten während des Fastenmonats Ramadan beim "Festi Ramazan" erstmals auf dem Parkplatz an den Westfalenhallen. Geht es nach den Anwohnern, soll die Premiere gleichzeitig das letzte Fest seiner Art auf dem Parkplatz sein.

Hunderttausende Muslime feierten während des Fastenmonats Ramadan beim "Festi Ramazan" erstmals auf dem Parkplatz an den Westfalenhallen. Geht es nach den Anwohnern, soll die Premiere gleichzeitig das letzte Fest seiner Art auf dem Parkplatz sein.

An dieser Stelle – und nur an dieser – widersprach Heinrich Bornkessel vom Umweltamt: Sein Amt habe für 5 von 30 Festival-Tagen höhere Lärmpegel genehmigt. Den Spielraum habe der Veranstalter nicht genutzt.Auch an den übrigen 25 Tagen seien die per Gesetz vorgeschriebenen Grenzwerte (40 Dezibel in der Nacht) nicht überschritten worden. Allerdings gab es bei Kontrollen auch ein Messproblem: Das „Grundrauschen der B1“ habe das Messergebnis beeinträchtig, berichtete Bornkessel. 

Anwohner beklagten am Dienstag erneut die Probleme, die für den Vermieter SBB und den „Festi Ramazan“-Veranstalter nicht mehr beherrschbar waren: Verkehrslärm mit Hupkonzerten während der Anfahrt zwischen 21 und 23 und während der Abreise teilweise bis 3 Uhr – und das an 30 Nächten. Nachbarn der Brünninghauser Straße berichteten in der Bezirksvertretung auch von Fäkalien-Geschäften in Büschen und viel Müll auf den Parkplatz-Zufahrten. Ein Anwohner: „SBB hat die eigenen Parkplätze gereinigt. Die Wege, die dort hinführen, aber nicht.“

Jürgen Feuser vom Tiefbauamt sagte zum Lärm, der teilweise auch in Barop und Schönau zu hören war: „Das ist nicht so abgelaufen, wie es festgelegt worden ist.“ Heinrich Bornkessel brachte das Problem auf den Punkt: Die Grenzwerte seien eingehalten worden, aber „niemand hat die Begleiterscheinungen einberechnet“. Rechtlich hat die Stadt nichts in der Hand. Sie muss so ein Festival nicht einmal genehmigen. Aber die Stadt-Tochter SBB soll auch nicht immer ihre Parkplätze vermieten.

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