Martin und Sabine blicken auf die Anzeigetafel im Dortmunder Hauptbahnhof. Sturmtief "Ignatz" hatte ihre geplante Reise nach Hamburg durcheinander gebracht. © Julian Preuß
Sturm

Zugausfall versaut Paar am Dortmunder Hauptbahnhof besondere Reise

Die Deutsche Bahn hatte ihren Fernverkehr am Donnerstag (21.10.) wegen des Sturmtiefs „Ignatz“ in NRW zeitweise eingestellt. Reisende steckten fest - beispielsweise auf dem Weg in den Geburtstagsurlaub.

Einige umgefallene Bäume, beschädigte Autos und ein Ast im Gleisbett in Kirchhörde: Bis zum späten Donnerstagvormittag (21.10.) waren die Folgen von Sturmtief „Ignaz“ in Dortmund „vergleichsweise harmlos“, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Dann stelltet die Deutsche Bahn den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen (NRW) gegen 11.30 Uhr vorübergehend ein.

Vor dem Info-Schalter bilden sich lange Schlangen

Am Dortmunder Hauptbahnhof sorgte diese Situation zeitweise für lange Schlangen am Infoschalter sowie für bange Blicke auf Anzeigetafeln und Smartphones. Reisende warteten auf eine Auskunft, wie es für sie weitergehen sollte.

Sabine und Martin aus Wuppertal standen ebenfalls in der Menschenmenge. Beide wollten ihren Nachnamen nicht nennen. „Ich habe Geburtstag und wir wollten eigentlich nach Hamburg fahren“, erzählt Sabine. Sie hält ihr Smartphone in der Hand und sucht nach einer Ersatzverbindung. Um 19.30 Uhr sollte es ins Musical gehen. In welches, verriet Martin nicht. „Das ist eine Überraschung“, sagt er und ergänzt: „Noch liegen wir in der Zeit.“

Eigentlich wollten sie die Reise vom Essener Hauptbahnhof aus antreten. „Da ist aber nichts gefahren. Deshalb sind wir nach Dortmund gekommen“, erläutert Martin. Er befürchtete, nicht einmal mehr nach Wuppertal zurückzukommen. Von dort habe die Tochter ebenfalls nach einer passenden Zugverbindung in die Hansestadt gesucht.

Die Menschen im Dortmunder Hauptbahnhof suchten Informationen an den beiden Schaltern in der Bahnhofshalle. © Julian Preuß © Julian Preuß

Fahrgast kritisiert Kommunikation der Deutschen Bahn

Dorthin wollte auch Marco, der auf der anderen Seite der Bahnhofshalle stand. Auch er wollte seinen Nachnamen nicht nennen. Der Bochumer hatte ein ähnliches Problem wie Sabine und Martin. Der ICE nach Hamburg war ausgefallen. Überrascht habe ihn dies aber nicht. „Ich habe mir gestern schon gedacht, dass es nach dem Sturm zu Problemen kommen kann“, sagt Marco. Da könne die Deutsche Bahn allerdings nichts für. Dennoch bemängelte er, wie die Ausfälle kommuniziert wurden.

Auf der Anzeigetafel in der Bahnhofshalle waren am Donnerstagmittag der Hinweis zu sehen, dass es aufgrund des Sturms zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr kommen kann. © Julian Preuß © Julian Preuß

„Die App der Deutschen Bahn funktioniert nicht mehr richtig“, berichtete Hanna Buss. Die Oldenburgerin befand sich zum Arbeiten in Arnsberg und wollte nun zurück in die niedersächsische Heimat. Der Sturm hatte sie überrascht. Mit zwei Koffern stand sie vor dem Bahnhofseingang. Vier Stunden hätte die Fahrt über Bremen gedauert – wenn denn die Züge gefahren wären. „Wie es weitergeht, weiß ich nicht. Vielleicht muss ich mir ein Hotel nehmen“, erzählte Buss weiter.

Gut zwei Stunden nachdem der Fernverkehr in NRW eingestellt worden war, folgte die gute Nachricht für alle Reisenden: Die Züge rollen wieder. Trotzdem kam es in der Folge zu vielen Ausfällen und noch mehr Verspätungen. Davon betroffen war auch der ICE 928 nach Hamburg. Geplant war die Abfahrt für 15.22 Uhr. Erfolgen soll sie um 19.01 Uhr. Ankunft am Hamburger Hauptbahnhof: 21.53 Uhr. Zu spät für die Musical-Aufführung von Sabine und Martin.

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