Zwei Dortmunder setzen sich für Fernsehbeiträge Todesängsten aus

rnFZ Filmwerkstatt

Die Dortmund Produktionsfirma „FZ Filmwerkstatt“ setzt einen Schwerpunkt auf teils lebensgefährliche Einsatzorte und Themen. Einer der Filmemacher erfuhr erst später von Wetten auf seinen Tod.

Dortmund

, 05.02.2020, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gangs in Rio de Janeiro, die Rettung von Wasserschildkröten auf Costa Rica, der Schutz von Nashörnern in Namibia oder Brandrodungen im Regenwald – die Liste der TV-Beiträge der Dortmunder „FZ Filmwerkstatt“ ist lang. Die Produktionsfirma setzt dabei einen Schwerpunkt auf außergewöhnliche Einsatzorte.

Dabei spielen Leidenschaft, persönlicher Einsatz und ein Aufklärungsauftrag eine wichtige Rolle. Die beiden kreativen Köpfe hinter der FZ Filmwerkstatt, die ihren Sitz an der Rheinischen Straße hat, sind Johannes Felker und Anna Carina Zappe.

Duschkabine zum Einsprechen

Felker begann nach seinem Studium der Germanistik und Geschichte 2006 als Quereinsteiger mit einem Praktikum und einem Volontariat bei Sat1 und der Produktionsfirma Storyline in Dortmund. Zappe als studierte Journalistin arbeitete damals schon bei Sat1 sowie Storyline und so wurden sie zu Kollegen, die Beiträge und Geschichten für Sat1, N24, die ARD oder ZDF lieferten.

„Es stieg mehr und mehr der Wunsch auf, eigene Themen und Beiträge zu setzen und zu produzieren“, so Zappe. Und so entschieden sich die beiden für den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten 2014 die eigene Produktionsfirma FZ Filmwerkstatt.

„Wir haben zunächst aus meinem Wohnzimmer heraus gearbeitet, wo eine alte, umgebaute Duschkabine als Vertonerkabine zum schalldichten Einsprechen von Beiträgen diente“, erzählt Felker und muss schmunzeln. Die erste Zeit war hart, doch nach und nach kamen Aufträge von ZDF und 3Sat, später auch von weiteren Auftraggeber.

Die Menschen und ihre Geschichten stehen im Mittelpunkt

Wichtig ist den beiden bis heute, dass ihre Produktionen Geschichten von Menschen erzählen und sie damit etwas bewegen. Dabei spielen viele dieser Geschichten an Orten, die außergewöhnlich und teils auch gefährlich sind: Brasilien, Costa Rica, Namibia, Mosambik, Botswana, Kambodscha oder im März 2020 Australien.

In den Berichten geht es um Wilderei und Nashorn-Horn-Handel, Plastikmüll in den Meeren, Armut und Klimawandel oder um die von Menschen gelegten Buschbrände in Brasilien mit fatalen Folgen für die Umwelt.

Ein Drehtag dauert bis zu 14 Stunden

Das Drehteam ist vor Ort immer den gleichen Bedingungen ausgesetzt wie die Protagonisten. Man übernachtet auf dem Boden, in Holzhütten oder auf dem Autodach und wird von Mücken zerstochen. Und da sie viele Tage mit den Menschen verbringen, die sie filmen, entstehe eine ganz spezielle Nähe zu ihnen, so die Filmemacher.

Dabei kommt es immer wieder zu heiklen Situationen. Bei einer Massai-Hochzeit musste Felker erst mit freiem Oberkörper Bienenwaben ernten, bis er vom Dorf akzeptiert wurde.

2019 ging Felker ohne Team oder Guide alleine in eine Favela und wollte den dortigen Gangboss interviewen (siehe Foto). Er führte nicht nur das Interview, er überstand auch die Todesangst. Am Ende stellte sich sogar heraus, dass man auf seinen Tod gewettet hatte. „Grenzbereiche auszuloten ist schon eine Leidenschaft von mir“ so Felker.

Zwei Dortmunder setzen sich für Fernsehbeiträge Todesängsten aus

Beim Besuch und dem Interview mit dem Boss einer Gang in den Favelas in Rio de Janeiro 2019 wurde ihm alles gezeigt - auch die hochmoderne Ausrüstung. © FZ Filmwerkstatt

Die Themen und Geschichten dahinter sind immer gesellschaftlich aktuell, haben einen aufklärenden Charakter und insbesondere durch die intensiven Recherchen sowie kreativen Vor-Ort- und Post-Produktionen eine ganz eigene Handschrift.

Filme der FZ Filmwerkstatt sind im ZDF, auf Pro7, Sat1 und 3Sat zu sehen. Interessenten können sich auch per Mail an Johannes Felker und Anna Carina Zappe wenden: info@fz-filmwerkstatt.de

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