Zwei große Ziegen warten an einer Bank in der Innenstadt auf ihre Gäste

rnAktion im Kreuzviertel

„Jeder Straße ihre Sitzbank“ ist das Motto einer echten Bürgerinnen-Initiative im Kreuzviertel. 19 Sitzbänke wurden inzwischen aufgestellt. Und das wurde nun auf besondere Weise gefeiert.

Dortmund

, 31.08.2020, 07:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nein. Da gibt es eigentlich nichts zu meckern. Auch, wenn das so die Art ist von Janis und Jago. Die beiden Ziegenböcke waren am Samstag (29.8.) tierische Ehrengäste beim zweiten „Bank-in“ im Kreuzviertel.

Es ist eine echte Erfolgsgeschichte, die vor gut zwei Jahren ihren Anfang nahm. Kreuzviertel-Bewohnerin Marie Wolf ärgerte sich darüber, dass eine Sitzbank in ihrem Wohnquartier verschwunden war und regte in der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung Innenstadt-West an, doch lieber mehr Bänke aufzustellen.

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Sie stieß nicht nur bei Politik und Verwaltung auf offene Ohren, sondern löste geradezu eine richtige Begeisterungswelle für Sitzbänke aus. 19 Sitzbänke wurden von der Bezirksvertretung finanziert und inzwischen vom städtischen Tiefbauamt aufgebaut.

Paten übernehmen die Bank-Pflege

Und es ist sogar sichergestellt, dass die Bänke gehegt und gepflegt werden. Denn Marie Wolf machte sich erfolgreich auf die Suche nach Paten oder „Buddys“ („Kumpel“) für die Bänke.

Anfangs sprach sie dazu einfach Menschen an, die sich auf die Bänke gesetzt hatten, fragte, ob sie in der Nähe wohnen und sich um die Bänke kümmern könnten. Auch über ihre Homepage und Nachbarschaftsforen im Internet fand sie Unterstützer.

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Und schließlich übernahmen auch Geschäfte und andere Einrichtungen in der Nachbarschaft der neuen Bänke Patenschaften - vom Friseursalon über eine Eisdiele bis zur Fabido-Kita und der Peter-Vischer-Grundschule.

Und der Erfolg musste natürlich gefeiert werden. Am 22. August fand unter dem Titel „Jeder Straße ihre Sitzbank“ das erste „Bank-in“ als Einweihungsfest für die neuen Bänke statt. Das zweite „Bank-in“ folgte an diesem Samstag (29.8.) - als Rundgang durch das Quartier zwischen Lindemannstraße und Kuithanstraße, wo 8 der 19 Bänke aufgestellt wurden.

Das Wir-Gefühl gestärkt

Knapp zwei Dutzend Bank-Fans waren dabei unterwegs und machten an den einzelnen Bänken Station. Und überall gab es besondere Aktionen. „An zwei Bänken wurde gelesen“, berichtet Marie Wolf: „Einmal sogar eine Geschichte, die die Bank-Patin selbst geschrieben hatte.“

An anderen Bänken wurden Kreide-Bilder gemalt und eine Bank wurde mit Efeuzweigen geschmückt. Zwischendurch wurde Müll gesammelt - auch das ist ein wichtiges Anliegen der Bank-Initiative.

„Die Bänke sollen Orte zum Innehalten sein“, wünscht sich Marie Wolf. Und das „Bank-in“ zeigte auch, dass die Aktion das Miteinander im Viertel stärkt. „Es war ein richtiges Wir-Gefühl“, freut sich Marie Wolf.

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