Seit fünf Jahren arbeitet und lebt Milena Schäfer in den USA. Ihre Familie ist damals in Dortmund geblieben. © Milena Schäfer
Corona-Pandemie

Zwei Jahre von der Familie in Dortmund getrennt: „Das ist verlorene Zeit“

Zwei Jahre ist es her, dass Milena Schäfer zuletzt ihre Familie gesehen hat. Eine harte Zeit für die gebürtige Dortmunderin. Doch das langersehnte Wiedersehen rückt in greifbare Nähe.

Als die Dortmunderin Milena Schäfer letztmals ihre Heimat besucht hat, gab es die Corona-Pandemie noch gar nicht. Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Zwei Jahre voller Hoffen und Bangen. Und vieler verpasster Erlebnisse.

Denn zuletzt war die 30-Jährige im Dezember 2019 in Deutschland. Die gebürtige Dortmunderin lebt in Atlanta in den USA, arbeitet dort für die Geschäftsleitung einer deutschen Softwarefirma. Vor fünf Jahren wanderte sie dazu aus. Zweimal im Jahr sei sie vor der Pandemie aber zurück nach Dortmund gekommen: einmal im Sommer, einmal zu Weihnachten.

Für die Deutsche galten andere Einreise-Regeln

Doch während der Pandemie war das lange Zeit für sie nicht möglich. „Ich bin mit einem Arbeitsvisum hier, dadurch galten für mich andere Regeln als für US-Bürger und Leute mit Greencard“, erklärt Milena Schäfer. Die hätten zurück in die USA gedurft. Wäre sie hingegen nach Deutschland gereist, hätte sie nicht zurück gekonnt. Eine schwierige Entscheidung. „Ich habe eine Wohnung hier und einen Freund, das wollte ich nicht aufgeben“, sagt sie.

Zwar habe es Sondergenehmigungen gegeben, diese seien aber sehr streng und nur für wichtige Berufe wie Mediziner oder Spezialisten gewesen. Also verharrte sie in Atlanta. Ein schwieriges Unterfangen für die Dortmunderin.

„Wenn meine Eltern jetzt Corona bekommen hätten und es wäre wirklich schlimm geworden, dann wäre ich auch zurückgekommen, das wäre mir egal gewesen“, sagt sie. Glücklicherweise sei allerdings in ihrer Familie niemand erkrankt.

„Irgendwie denkt man, dass die Zeit stillt steht“

Doch nicht nur ihre Familie konnte Schäfer zwei Jahre lang nicht sehen. Sie hat auch viel verpasst. Zwei ihrer besten Freundinnen hätten in der Zwischenzeit geheiratet. Die eine im September 2020, die andere im Mai 2021. Jeweils habe sie geglaubt, dass sie bis dahin wieder reisen dürfe. „Ich hab auch im April meine zweite Impfung bekommen und dachte, dass ich damit vielleicht die Erlaubnis bekomme, aber leider war das nicht so.“

Zudem sei gerade eine gute Freundin im achten Monat schwanger. Das sei besonders merkwürdig für Milena Schäfer – schließlich hat sie diese nie schwanger gesehen. „Irgendwie denkt man, dass die Zeit stillsteht. Man denkt, es habe sich nichts verändert, wenn man zurückkommt, dabei hat sich so viel verändert“, sagt sie.

Einmal in der Woche habe sie mit ihrer Familie geskypt, mit ihren Freunden hielt sie über Whatsapp Kontakt nach Deutschland. Dennoch sei es schwierig gewesen. „Es ist natürlich nicht das Gleiche, als wenn man die Leute in die Arme schließen kann.“

Ihr Flug nach Deutschland geht am 27. November

Doch bald kann Milena Schäfer dies wieder. Denn die Reisebeschränkungen wurden gelockert, die Einreise in die USA ist dann wieder möglich. Am 27. November ist ihr Flug nach Deutschland, bis nach Weihnachten bleibt sie dann. Schon jetzt ist es emotional.

„Meine Mutter weint schon jedes Mal, wenn sie nur daran denkt“, sagt Milena Schäfer. Ihre Mutter sei 68, ihr Vater 74 Jahre alt. „Sie werden auch nicht jünger. Das ist natürlich verlorene Zeit, wenn man sich gar nicht sehen kann“, sagt die 30-Jährige. Auch auf ihren Bruder freue sie sich.

Für die Einreise nach Deutschland braucht Milena Schäfer keinen besonderen Nachweis, da sie deutsche Staatsbürgerin ist. Für die Rückreise in die USA hingegen braucht sie dann den Nachweis über eine volle Impfung sowie einen Covid-Test. Doch nach zwei Jahren ohne Familie und Freunde ist das für sie ein einfaches Unterfangen.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick