Zwei Kerzen erinnern an den in seiner Wohnung in Dortmund verstorbenen Rock‘n‘Roll-Star Ted Herold und an seine Frau. © Nick Kaspers
Tod von Schlagerstar

Zwei Kerzen, Ruß und Stille an Ted Herolds ehemaliger Wohnung in Dortmund

Wenig Menschen, viel Stille und zwei Kerzen: Am Montag lässt sich nur erahnen, dass am Samstag (20.11.) in Ted Herolds ehemaliger Wohnung in Dortmund die Flammen gewütet haben.

Im Obergeschoss sind alle Fenster gekippt, unten die Rollläden heruntergelassen. Es ist still. Nur der Brunnen eines Nachbarn und die vorbeifahrenden Autos durchbrechen die Stille.

Zwei Kerzen erinnern an Ted Herold und seine Frau

Zwei Tage, nachdem Rock’n‘Roll-Star Ted Herold (†79) und seine Frau bei einem Brand in ihrer Wohnung an der Ostkirchstraße in Dortmund gestorben sind, erinnern am Montagmittag (22.11.) zwei Kerzen an die beiden.

Die Grabkerzen stehen auf einem Kasten aus Waschbeton vor dem Weg zum Hauseingang. Der Docht ist verbrannt, die Kerzen erloschen. Auch ohne Flamme stechen die knallroten Kerzen vor dem mit grünen Büschen bestückten Vorgarten ins Auge.

Ruß an der Hauswand weist auf Brand hin

Von außen kann man nur erahnen, dass im ersten Obergeschoss am Samstag (20.11.) die Flammen gewütet haben. Am linken Fenster hängen noch Vorhänge. Die Hausfassade sieht auch intakt aus, lediglich etwas verrußt. Hinter den gekippten Fenstern wird es schwarz und dunkel.

Das sah am Samstag noch ganz anders aus. Dichter Brandrauch stieg aus dem rechten Fenster im ersten Stock. Gegen 18.20 Uhr traf die Feuerwehr ein. 65 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Der 79-jährige Ted Herold – mit bürgerlichem Namen Harald Schubring – und seine 48-jährige Frau Manuela waren da schon tot.

Wenig los vor dem Haus am Montag

Menschen zeigten sich am Montag vor Ted Herolds ehemaliger Wohnung kaum. Manche fuhren mit Autos langsam vorbei und schauten aus dem Fenster. Eine TV-Reporterin nahm Video-Material auf. Passanten hielten sich bedeckt, wechselten die Straßenseite und gingen schnell weiter.

Sprechen wollte mit unserem Reporter vor Ort auch kaum jemand. Mehrere Spaziergänger meinten, sie hätten vom Brand nichts mitbekommen. Eine Frau sagte, sie habe davon gehört, wolle sich aber nicht äußern. Und auch die Nachbarn blieben im Haus.

Nur eine Spaziergängerin fragte unseren Reporter, was es mit den Brandspuren am Haus auf sich hat. Den Namen „Ted Herold“ hat sie noch nie gehört – ebenso wenig vom Brand am Samstag.

Technischer Defekt oder persönliches Fehlverhalten als Brandursachen möglich

Am Montag äußerte sich die Staatsanwaltschaft gegenüber unserer Redaktion bezüglich möglicher Brandursachen. Ein Kurzschluss könnte den Brand ausgelöst haben, vermutlich an einer Stereoanlage. Aber auch der „fahrlässige Umgang mit einem glimmenden Gegenstand“ kommt laut Staatsanwalt Henner Kruse in Betracht.

Herold galt in den 50er und 60er-Jahren als „deutscher Elvis“ und veröffentlichte unter anderem deutsche Cover-Versionen von Presleys Songs.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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