Zwei Überfälle in einer Woche: Räuber wird zu Therapie verurteilt

Raststätte Lichtendorf

Im März hat ein 23-jähriger Dortmunder gleich zweimal die Raststätte Lichtendorf an der A1 überfallen. Seine Strafe soll er nicht im Gefängnis, sondern in einer Therapieeinrichtung absitzen.

Dortmund

, 27.09.2018, 12:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach zwei Überfällen auf die Raststätte Lichtendorf auf der Autobahn 1 hat das Dortmunder Landgericht einen 23-jährigen Mann zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte die Überfälle als eine Art Kurzschlussreaktion bezeichnet. Er sei zum Tatzeitpunkt im März schwer drogenabhängig gewesen und habe deshalb immer Geld gebraucht.

Als er dann an einem Geldautomaten in der Autobahnraststätte seine letzten Münzen verzockt habe, habe er den dummen Entschluss gefasst, die Angestellte zu bedrohen und zur Herausgabe des Kasseninhalts aufzufordern.

Schmerzensgeld für die Angestellte

Im Prozess hatte sich der 23-Jährige bei der Frau entschuldigt und ihr die Zahlung von 500 Euro Schmerzensgeld in Aussicht gestellt. Die Richter werteten diesen Umstand positiv, stellten aber auch fest: „Die Summe reicht natürlich bei weitem nicht aus.“ Die Angestellte leidet bis heute an Schlafstörungen und konnte im Anschluss an den zweiten Überfall, der sich nur eine Woche nach dem ersten ereignete, fünf Wochen lang nicht arbeiten.

Zukunftsperspektive für den Angeklagten

Mit dem Urteil zeigten die Richter dem Angeklagten eine echte Perspektive für die Zukunft auf. Denn sie ordneten an, dass er statt in einem Gefängnis in einer geschlossenen Therapieeinrichtung untergebracht werden soll. Ein Gutachter hatte dem 23-Jährigen gleich mehrere Abhängigkeiten attestiert. Neben illegalen Drogen hatte der Räuber vor den Überfällen auch regelmäßig viel Alkohol getrunken.

Schafft er es im Laufe der nun anstehenden zweijährigen Entwöhnungsbehandlung, dauerhaft von den Giften loszukommen, kann der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

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