Zweites Kirchenasyl in Dortmund ist beendet

Junger Mann aus Myanmar

Ein Flüchtling aus Myanmar hat neue Hoffnung auf einen Verbleib in Deutschland: Nach Ende seines Kirchenasyls in Dortmund beginnt für ihn ein neues Asylverfahren. Die Lydia-Gemeinde hatte ihn im August aufgenommen, weil er abgeschoben werden sollte.

DORTMUND

02.10.2015, 09:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Flüchtling aus Myanmar kam in einer evangelischen Kirchengemeinde in Dortmund unter.

Ein Flüchtling aus Myanmar kam in einer evangelischen Kirchengemeinde in Dortmund unter.

Im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund ist ein zweites Kirchenasyl erfolgreich beendet. Der asylsuchende Mann aus Myanmar (ehemaliges Burma) kann jetzt seinen Fall den deutschen Behörden vortragen. Ein neues Urteil des Verwaltungsgerichtes hält die geplante Abschiebung durch die Bundesbehörde für rechtswidrig, heißt es in einer Pressemitteilung des evangelischen Kirchenkreises.

Ende August hatte ihm die Lydia-Kirchengemeinde im Dortmunder Norden Kirchenasyl gewährt. Der Mann gehört der in Myanmar verfolgten Minderheit der Rohingya an. Mehrere seiner Familienangehörigen kamen bei Übergriffen in den vergangenen Jahren und auf der Flucht durch verschiedene Länder ums Leben, heißt es in der Mitteilung.

Kirche sah "besondere Gefährdungslage"

Die deutschen Behörden, heißt es in der Mitteilung, wollen ihn nach Frankreich abschieben, wo sein Asylantrag jedoch bereits abgelehnt worden sei. Daher drohe ihm die Abschiebung in sein Heimatland. Der Anwalt des Mannes habe erfolglos vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Gemeinde und Kirchenkreis waren deshalb davon überzeugt, dass „die besondere Gefährdungslage des Flüchtlings von den Behörden nicht angemessen gewürdigt wurde“, so Superintendent Ulf Schlüter. Das Bundesamt ist deshalb um eine erneute Überprüfung gebeten worden. 

Pfarrer Friedrich Laker von der Lydia-Kirchengemeinde freut sich über das erfolgreiche Kirchenasyl und bedankt sich bei allen Engagierten aus der Gemeinde und dem ehrenamtlichen Kreis der Flüchtlingshilfe. „Die großartige Unterstützung von vielen Seiten hat die Durchführung des Kirchenasyls leicht gemacht.“ „Das Kirchenasyl hat Zeit verschafft, um über den Fall neu nachzudenken und dem Asylsuchenden damit eine neue Chance gegeben“, so Friedrich Stiller, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung. Der Flüchtling kann jetzt seinen Fall erneut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vortragen.

Neonazis machten Online-Hetzjagd auf Flüchtlinge

Bereits im Frühjahr hatte eine Dortmunder Gemeinde einer Familie Kirchenasyl gewährt. Damals bewerteten die Behörden den Fall neu. Genauere Angaben zum jetzigen Kirchenasyl macht der Kirchenkreis aus Sicherheitsgründen nicht. Im Frühjahr hatten Neonazis eine Online-Hetzjagd gestartet, um herauszufinden, in welcher Gemeinde sich die Betroffenen aufhielten.

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