Nach der Abgabe der Stimmen stürzten sich die Schülerinnen und Schüler des Wahlvorstandes auf die Stimmzettel. © Maximilian Konrad
Gesamtschule Fröndenberg

Juniorwahl an der GSF: „Wünsche mir, dass unsere Stimme mehr zählt“

Im Vorfeld der Bundestagswahl wird an einigen Schulen eine Juniorwahl durchgeführt – auch an der Gesamtschule Fröndenberg. Dort gibt es unterschiedliche Meinungen zum Wahlrecht mit 16.

Yvonne Romé weist nochmal kurz darauf hin, auf was es zu achten gilt: „Es dürfen keine zwei Kreuze auf einer Seite gemacht sein, kein Text auf dem Stimmzettel stehen, keine Smileys“, sagt die Mitarbeiterin des Treffpunkts Windmühle. Die Schüler nicken und dann geht es los: Die Wahlurne wird geöffnet und alle Stimmzettel werden auf den Tischen verteilt. Die Schülerinnen und Schüler stürzen sich drauf und beginnen mit der Überprüfung.

Der Ablauf der Wahl wurde genauestens beschrieben.
Der Ablauf der Wahl wurde genauestens beschrieben. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Wir sind in der Gesamtschule Fröndenberg, wo zwei Tage vor der Bundestagswahl eine Juniorwahl – gemeinsam von der GSF, dem Treffpunkt Windmühle und dem Kinder- und Jugendbüro durchgeführt wird. Alle Schüler der Einführungsphase – der elften Klasse – dürfen an diesem Tag zwei Stimmen geben. Und das machen auch fast alle. „Die Wahlbeteiligung liegt bei knapp 90 Prozent“, freut sich Janine Erdwich, Lehrerin für Sozialwissenschaften.

„Es geht schließlich um unsere Zukunft“

Hätten sich die Lernenden auch schon ein Mitbestimmungsrecht bei der kommenden Bundestagswahl gewünscht? Hierzu fallen die Meinungen unterschiedlich aus: „Wir sind die junge Generation. Ich wünsche mir, dass unsere Stimme mehr zählt. Es geht schließlich um unsere Zukunft und wichtige Themen wie etwa den Klimawandel“, sagt Lando Wiechers.

Anders sieht es hingegen Aurel Lejmel. „Ich finde, ein Wahlrecht im Alter von 16 Jahren ist zu früh. In den zwei Jahren zwischen 16 und 18 kann sich in der Entscheidungsfindung noch einiges ändern.“

Der Wahlvorstand organisierte zusammen mit Janine Erdwich (l.) und Yvonne Romé (vierte von rechts) die Juniorwahl an der Gesamtschule Fröndenberg.
Der Wahlvorstand organisierte zusammen mit Janine Erdwich (l.) und Yvonne Romé (vierte von rechts) die Juniorwahl an der Gesamtschule Fröndenberg. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Und warum wählen nur die Elftklässler? „Es sollen immer andere Schüler abstimmen dürfen. Daher hat im vergangenen Jahr bei der Kommunalwahl ein anderer Jahrgang gewählt genauso wie das auch bei der Landtagswahl im kommenden Jahr der Fall sein wird“, erklärt Romé.

„Wir wollen Demokratie direkt erleben“

In den vergangenen Wochen haben sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema „Wahl“ beschäftigt. Die Programme der Parteien wurden verglichen, es wurde über das Wahlsystem, den Wahlkampf, die Demokratie und aktuelle politische Themen gesprochen. „Wir wollen das Interesse an Politik wecken und Demokratie direkt erleben“, sagt Erdwich.

Die Verkündung der Wahlergebnisse ist für den 28. September um 18 Uhr im Treffpunkt Windmühle geplant. Außerdem wird es einen Austausch zwischen Jugendlichen und Kommunalpolitik geben. „Einige Lokalpolitiker haben schon zugesagt“, blickt Mitarbeiterin Romé schon mal voraus.

Hintergrund

Was steckt hinter dem Begriff Juniorwahl?

  • Bei der Juniorwahl simulieren Schüler vor Bundestagswahlen, Europawahlen oder Landtagswahlen den Wahlgang.
  • Welche Jahrgangsstufen teilnehmen, entscheidet die Schule selbst.
  • Hat sich eine Schule für das Projekt angemeldet, wird es mit Materialien, die zur Wahldurchführung notwendig sind, ausgestattet.
  • Auch Unterrichtsmaterial wird zur Verfügung gestellt.
  • Die abgegebenen Stimmen werden am Ende ausgezählt und fließen in eine Gesamtstatistik der Teilnehmer der Juniorwahl ein.

Quelle: www.juniorwahl.de

Über den Autor
Volontär
Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
Zur Autorenseite
Maximilian Konrad