Realschüler hören Rapmusik, spielen Stille Post und Würfelspiele auf Französisch

„FranceMobil“

Team Baguette gegen Team Croissant: Beim Besuch des „FranceMobils“ in den sechsten Klassen der Realschule hat eine Französin den Schülern spielerisch ihre Sprache näher gebracht.

von Pia Stenner

Haltern

, 14.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
 Realschüler hören Rapmusik, spielen Stille Post und Würfelspiele auf Französisch

Die Kinder sollen die französischen Begriffe für die Bilder sagen, die Alexia Gonzalez zeigt. © Pia Stenner

Französische Rapmusik schallt aus der Musikbox, die Alexia Gonzalez in der Hand hält. Um sie herum, im Klassenzimmer der Alexander-Lebenstein-Realschule sitzen gespannt 25 Sechstklässler im Stuhlkreis. Sie hören ganz genau hin, um in dem Lied französische Wörter zu erkennen, die als Bildtafeln auf dem Boden um Alexia Gonzalez herum liegen.

Gonzalez ist Lektorin beim „France Mobil“, mit dem sie durch Nordrhein-Westfalen von Schule zu Schule fährt. Das Institiut français und das Deutsch-Französische Jugendwerk schicken mit der Aktion Muttersprachler in die Schulen, um für die französische Sprache zu begeistern. Am Mittwochmorgen macht die 23-jährige Gonzalez aus Nantes je eine Schulstunde mit den drei Französischkursen der sechsten Klassen. „Es macht total viel Spaß, und es ist immer anders in jeder neuen Stadt“, sagt sie.

Stille Post auf Französisch

Auch die Kinder haben offensichtlich Spaß an der etwas außergewöhnlichen Unterrichtsstunde. Bei der abgeänderten Version von „Stille Post“ spielt Team „Croissant“ gegen Team „Baguette“. Gonzalez flüstert einem Schüler ein französisches Wort ins Ohr. „Compris?“ - und los geht’s. Aufgeregt tuscheln die Kinder, bis das Wort bei der letzten Schülerin in der Reihe ankommt, dann rennt sie zur Tafel und zeichnet drauf los, bis die anderen aus Team „Croissant“ das Wort erraten haben.

 Realschüler hören Rapmusik, spielen Stille Post und Würfelspiele auf Französisch

Bei diesem Spiel müssen die Kinder an die Tafel zeichnen, was die Mitschüler ihnen vorher auf Französisch zugeflüstert haben. © Pia Stenner

„Ihr lernt erst seit September Französisch, aber trotzdem können wir kommunizieren“, sagt Gonzalez den Schülern am Ende der Stunde. Manchmal musste sie mit ihrer Gestik ein bisschen nachhelfen, aber: „Es hat geklappt, wir konnten zusammen spielen. Bravo!“

Die Kinder bemühen sich mehr als im normalen Unterricht

Sabine Lange, Französischlehrerin an der Realschule, hat das Projekt dieses Jahr zum zweiten Mal an die Halterner Schule geholt. 2015 sei eine andere Lektorin schon einmal da gewesen, um den Kindern spielerisch ihre Muttersprache näher zubringen. „Ich habe mich sehr gefreut, dass es dieses Jahr wieder geklappt hat“, sagt Lange. „Die Schüler denken, die Lektorin spricht wirklich nur französisch, und deswegen bemühen sie sich viel mehr, als im normalen Unterricht mit uns deutschen Lehrern.“

Lange hofft auch, das sich durch Aktionen wie diese mehr Kinder nach der sechsten Klasse entscheiden, Französisch als Schwerpunktfach zu wählen. Die „FranceMobil“-Stunde mit der bilingualen Klasse hinterlässt zumindest den Eindruck, dass die Schüler großes Interesse an der Sprache haben. Ihre Bewertung der Unterrichtsstunde mit Alexia Gonzalez geht von „sehr aufregend“ über „ein bisschen einfach, aber auch ein bisschen schwierig“ bis zu „mega geil.“

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