150 Halterner demonstrierten gegen Rechtsextremismus

"Radikaler Gefahr begegnen"

Die Halterner verteidigen ihre Demokratie, sie sind gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. Dieses Bekenntnis trugen 150 Bürgerinnen und Bürger gestern Abend bei einem Sternmarsch unter dem Motto „Keine Angst vor den Angstmachern“ durch die Stadt.

HALTERN

, 04.11.2016, 19:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rund 150 Menschen setzten am Freitagabend mit einem Sternmarsch zum Marktplatz ein Zeichen gegen Rechts.

Rund 150 Menschen setzten am Freitagabend mit einem Sternmarsch zum Marktplatz ein Zeichen gegen Rechts.

Von der Muttergottesstiege zogen sie mit Transparent und Lichtern zum Alten Markt, wo Heike Brüggemann, Sprecherin des Bündnisses gegen Gewalt und Rechtsextremismus, sowie Bürgermeister Bodo Klimpel engagierte Reden hielten. Anna Farwick unterstrich die Demonstration gegen Gewalt und Intoleranz mit gefühlvollen Liedern unter anderem von Wolf Biermann.

Nachrichten überprüfen

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Rechtsextreme und Populisten in unserer Stadt eine Plattform für ihre Parolen und ihr faschistisches Gedankengut erhalten“, wandte sich Heike Brüggemann an die Teilnehmer der Aktion. Es falle Menschen inzwischen aufgrund des großen Medienangebotes schwer, zwischen Tatsachen und Phrasen zu unterscheiden und Nachrichten zu überprüfen. „Deshalb reisen Menschen aus fast allen Bundesländern nach Dresden zu den Pegida-Demonstrationen.“Die Menschen müssten über Unwahrheiten aufgeklärt werden.

Zusammen gegen Rechts

Bürgermeister Bodo Klimpel rief dazu auf, als Gesellschaft zusammen zu stehen, um der von Rechts drohenden radikalen Gefahr zu begegnen. „Bisher haben wir unsere Grundrechte gut verteidigt.“ Von der Angst vor Überfremdung könne in Haltern keine Rede sein, im Gegenteil. "Ich bin stolz, Bürgermeister einer Stadt sein zu dürfen, in der so viele Bürger ehrenamtlich den Flüchtlingen helfen“, sagte er unter dem Beifall der Zuhörer. Er bat darum, sich stets gut zu informieren. „Werden sie darin nicht müde. Es ist und bleibt unsere Pflicht, unseren Kindern und Jugendlichen vor Augen zu führen, zu welch unglaublichen Taten die Nationalsozialisten fähig waren. Das darf sich nicht wiederholen."

In der nächsten Woche finden drei weitere Veranstaltungen statt: Dienstag (8. November) um 18 Uhr öffnet in der Aula des Schulzentrums die Ausstellung „Jugend und Rechtsextremismus“, Mittwoch (9. November) ist um 16.30 Uhr auf Einladung der SPD Gedenken auf dem jüdischen Friedhof, Donnerstag (10. November) um 19 Uhr spricht Dieter Stüber im Paul-Gerhardt-Haus, Reinhard-Freerick-Straße 17,  über Schicksale jüdischer Familien in Haltern. 

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