17-jähriger Kölner will Auguste-Victoria-Turm retten

"Landmarke und Symbol"

Lippramsdorf bekommt Unterstützung von einem 17-Jährigen aus Köln: Hendrik Beckers setzt sich dafür ein, den Förderturm der Zeche Auguste Victoria 8 zu erhalten - dazu will er sogar einen Verein gründen. Die Deutsche Steinkohle RAG macht jedoch wenig Hoffnung. Stimmen Sie hier ab, was Sie von den Plänen halten.

LIPPRAMSDORF

, 07.09.2016, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
17-jähriger Kölner will Auguste-Victoria-Turm retten

Der markante Förderturm von Auguste Viktoria 8

Wenn ein Kölner mit "Glück Auf" grüßt, dann muss hinter seinem Anliegen viel Herzblut stecken. Tut es tatsächlich. Hendrik Beckers beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Bergbau: "Mein Großvater war bei einer Sanierungsfirma tätig, die für Zechen gearbeitet hat. Seine Erzählungen haben meine Leidenschaft für diese Industriebranche geweckt", sagte er. Er hat sie alle gesehen: die Zeche Zollverein, das Bergwerk Lippe, die Zeche in Westerholt beispielsweise und natürlich Auguste Victoria 8 in Lippramsdorf. "Der Förderturm ist eine Landmarke im Ruhrgebiet und ein Symbol für die Modernität des deutschen Steinkohlebergbaus", schwärmt Hendrik Beckers. Er will sich intensiv bemühen, den prägnanten Turm zu erhalten.

Hendrik Beckers hat in seinem Vater einen Mitstreiter, gerne würde er weitere Sympathisanten gewinnen. Als erste Aktion schreibt er nun eine Petition an die Stadt Haltern und an die Deutsche Steinkohle RAG. Er hofft, sein Anliegen auch in persönlichen Gesprächen vorbringen zu dürfen. Der 17-Jährige hat sich bereits Gedanken dazu gemacht, wie der Erhalt des Turmes finanziert werden könnte. „Wenn es soweit ist, werde ich einen Verein gründen.“

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Es gibt Lippramsdorfer, die ähnlich denken wie der Kölner Schüler. Beispielsweise Regina Arentz. Die Inhaberin des Landgasthauses Zur Freiheit, kann von ihrem Schankraum direkt auf das Fördergerüst von AV 8 schauen. Als der Steinkohlenbergbau sich Ende 2015 verabschiedete, sagte sie: "Ich würde mich freuen, wenn das Fördergerüst erhalten bleibt. Als Anerkennung der hoch entwickelten Technologie, die der Bergbau in meinen Augen darstellt."

RAG-Sprecher Ulrich Aghte macht einem nostalgischen Anliegen wenig Hoffnung. "Es ist nicht vorgesehen, den Förderturm zu erhalten." Bei der Genehmigung für den Bau der Außenschachtanlage AV 8 sei ein ökologischer Rückbau vereinbart worden. "Daran müssen wir uns halten. Bliebe der Turm stehen, hätten wir die im Rahmenbetriebsplan definierten Vereinbarungen nicht eingehalten."

Das Doppelbockgerüst in A-Form aus dem Jahre 1982 hat eine Höhe von 41,2 Metern. Es verfügt über einen Großraumkorb mit zwei Etagen, um bei einer Geschwindigkeit von 12 Metern pro Sekunde sperriges und langes Material von übertage nach untertage und umgekehrt zu befördern, außerdem über einen Normalkorb mit vier Etagen und Platz für 64 Personen. Inzwischen ist die Seilfahrt außer Betrieb. Sie diente bis vor Kurzem noch dazu, nach Ende des Kohleabbaus Material aus der Grube ans Tageslicht zu bringen. Industriearchitekten hatten einst besonderen Wert auf die Gestaltung einer modernen Schachtanlage inmitten des Lippelandes gelegt. 

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